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Aufwärts mit Wetzikon (AMW)

Hier finden Sie Anregungen, Lob und Kritik und manchmal auch ganz neue Ideen, immer Wetzikon betreffend und getragen
von der Vision, dass es stetig Aufwärts mit Wetzikon gehen soll.

 

AMW V2

Ein Dilemma das keines ist

Mir hat in diesen Tagen ein Mitglied des Grossen Gemeinderates von einem Dilemma erzählt, das eigentlich keines ist. Die Person - ob Frau oder Mann sei aus Diskretionsgründen dahingestellt - würde heute nicht mehr für das Landgeschäft Tannenrain stimmen, weil sich durch die Pandemie die ohnehin schwierige Finanzlage von Wetzikon noch deutlich verschlechtern wird.

Es ist verständlich, wenn jemand unter dem Eindruck der Pandemie-Folgen bei unnötigen Ausgaben auf die Bremse tritt. Ich musste meine Meinung allerdings nicht ändern, denn dem hochspekulativen Landgeschäft konnte ich nach reiflicher Prüfung und nach einer sorgfältigen Güterabwägung ohnehin nicht zustimmen. Ich glaube aber, dass Parlamentsmitglieder mit dem Pandemie-Argument ohne Gesichtsverlust von der Zustimmung zur Ablehnung wechseln und ihren Bekannten daher in letzter Minute doch noch die richtige Abstimmungsempfehlung abgeben können.

Wer, aus welchen Gründen auch immer, seine Meinung ändert, darf dazu stehen. Ein Dilemma lässt sich nämlich vermeiden, wenn man den Stimmzettel nicht einfach klandestin richtig ausfüllt.

TannenReim

Selektive Grundsteinlegung

Katharina Saluz BaukranDa ich umständehalber seit Jahren keine Einladungen annehme, kann ich mich an dieser Stelle unbefangen zur Grundsteinlegung für den neuen Wetziker Werkhof äussern.

In der Nachbarschaft freut man sich über das entstehende Gebäude, und man nimmt auch gerne zur Kenntnis, dass alle Arbeiten so rücksichtsvoll wie nur möglich ausgeführt werden. Der nicht vorhersehbar gewesene Zwischenfall mit dem aus dem alten Mauerwerk entwichenen Gas ist längst vergessen und ja auch folgenlos geblieben.

Dass Politik, Verwaltung und Unternehmung sich am 8. Juli 2020 zur Grundsteinlegung am Standort des künftigen Werkhofs zusammenfanden, ist selbstverständlich. Die unmittelbare Nachbarschaft der Grossbaustelle hätte allerdings auch eine Einladung zu diesem Anlass verdient und den Gedankenaustausch mit allen Beteiligten sicher geschätzt.

In Medikon würde man gerne erfahren, ob sich die früher einmal angekündigten Rammarbeiten und die vorgängigen Befundaufnahmen bei benachbarten Liegenschaften erübrigt haben. Weil bereits an der Bodenplatte gearbeitet wird und keine Spundbohlen zu sehen sind, aber der mächtige Kran seit Tagen steht, könnte das ja durchaus sein. Es wäre sehr erfreulich.

Dass man sich in Medikon auch weiterhin für die Sanierung des restlichen Gaswerk-Areals und für die Erstellung des fehlenden Trottoirstücks beim Bahnübergang interessiert, wird vom Stadtrat wahrscheinlich als lästig empfunden. Fragen zu diesen Themen schätzt man gar nicht. Vielleicht durfte gerade deshalb niemand aus der Nachbarschaft an der Grundsteinlegung dabei sein. Der Informationshunger lässt sich eben nicht mit Bier und Wurst stillen. Es ist ja auch nicht der Magen, der bei dieser Art Hunger ein immer lauter werdendes Knurren verursacht.

Geldverprasser und Verweigerer

Dass man sich in Medikon über das Postulat von Martin Wunderli gefreut hat, dürfte auch dem Stadtrat nicht entgangen sein. In der Nachbarschaft der unappetitlichen Industriebrache wünscht man sich seit Jahrzehnten eine Beseitigung der Ruinen des alten Gaswerkes und eine Dekontaminierung des gesamten Areals. Die aufkeimende Hoffnung ist jedoch bereits gestorben. Ein wichtiges Eingangsportal zum Bahnhof wird noch lange hässlich bleiben. Der Glanz des neuen Werkhofes soll wohl die unästhetische Trümmerlandschaft überstrahlen. Das Gift auf dem Rest-Areal bleibt ja verborgen.

Offenbar billigt man beim AWEL die verantwortungslose Haltung des Stadtrates, der sich mit einer Teilsanierung des vergifteten Areals zufriedengeben will. Dabei dürfte schon die seltsame Argumentation der stadträtlichen Verweigerer nicht unwidersprochen bleiben. Eine Gesamtsanierung macht Sinn, weil die während der Entgiftung erforderlichen Einrichtungen und Schutzmassnahmen nur einmal gebraucht werden. Es ist auch für die unmittelbare Nachbarschaft und ebenso für das einmal im neuen Werkhof tätige Personal am besten, dass jetzt alles auf einmal erledigt wird. Wenn sich später einmal ganz kurzfristig eine interessante Option für das Restgrundstück ergibt, wird es zudem von Vorteil sein, dass man die Ruinen und das Gift bereits beseitigt hat.

Saluz Abbruch altes GaswerkEinem Argument verschliesse ich mich allerdings nicht: Nach dem Abbruch und der Dekontaminierung ist tatsächlich ein Wiederauffüllen der Aushubstelle erforderlich. Weil sofortiges Handeln eine schlummernde Gefahrenquelle beseitigt und das von Altlasten befreite Grundstück aufwertet, lässt sich das durchaus vertreten. Zudem sind die Unternehmen in der noch andauernden Covid19-Phase für jeden zusätzlichen Auftrag dankbar.

Der vermeintlich visionäre Stadtrat, der an peripherer Lage mit einem Designer-Friedhof einen städtebaulichen Akzent setzen und dafür eine gigantische Summe (Fr. 480'000.00 Projektierungskredit / Fr. 5.25 Mio. Gesamtkosten ohne Landanteil) ausgeben will, lässt jeden Realitätssinn vermissen. Die superteure Luxus-Rutschbahn (Fr. 595'000.00), die er in der Badi Meierwiesen installieren will, zeigt dies deutlich. Ich glaube jedenfalls nicht, dass die Schulkinder mit einer weniger luxuriösen, aber ausreichend grossen Anlage unzufrieden wären.

Medikon wird seit Jahrzehnten vernachlässigt. Alles, was bis jetzt passiert ist, hat man mittels Quartierplanverfahren zulasten privater Grundeigentümer realisiert. Dabei ist auch eine weitere künftige Ruine geschaffen worden. Ich meine die Frohbergstrasse, die dank einer planerischen Fehlleistung schon wenige Jahre nach ihrer Fertigstellung deutliche Zerfallserscheinungen gezeigt hat und zunehmend zeigt.

Und wenn wir schon bei den Strassen sind: Eine ebenfalls jahrzehntelange Pendenz (Trottoir-Ergänzung im Bereich des Bahnüberganges) wird offenbar weiter verbummelt. Auch vom mittlerweile mindestens vierten zuständigen Ressortvorstand hört man gar nichts mehr. Dabei wurde die Öffentlichkeit immer wieder mit dem Hinweis vertröstet, das fehlende Trottoirstück werde gebaut, wenn der Kanton an der Zürcherstrasse, an der Mediker Kreuzung sowie an der Weststrasse umfangreiche Arbeiten ausführe. Dass eine entsprechende Koordination mit dem kantonalen Tiefbauamt grosse Einsparungen ermöglichen würde, leuchtet ein. Deshalb ist das andauernde Schweigen des um keine Koordination bemühten Stadtrats untolerierbar.

Pacta sunt servanda ist ein Leitmotiv guter Rechtssprechung. Auf stadträtliche Versprechungen lässt es sich tragischerweise aber auch nach jahrzehntelanger Geduld nicht anwenden.


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