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Aufwärts mit Wetzikon (AMW)

Hier finden Sie Anregungen, Lob und Kritik und manchmal auch ganz neue Ideen, immer Wetzikon betreffend und getragen
von der Vision, dass es stetig Aufwärts mit Wetzikon gehen soll.

 

AMW V2

Lex specialis für „saudumm“

Die Bundesverfassung würde ich am liebsten mit einem „Schreibschutz“ versehen, weil sie Bestand haben und schlank bleiben soll. Auch unnötiges Herumdoktern an bewährten Gesetzen halte ich nicht für opportun. Echten Revisionsbedarf erkenne ich trotzdem, und den gibt es in vielen Bereichen. Bei der Rassismusstrafnorm habe ich ihn allerdings bei deren Einführung und auch jetzt nicht gesehen.

BundesverfassungDass die Strafnormen zum Schutz bestimmter Menschengruppen doch erweitert werden, nehme ich zur Kenntnis. Mit meiner Stimme habe ich dazu aber nichts beigetragen. Weil für mich Menschen einfach Menschen sind, mag ich sie nicht in Kategorien unterteilen. Es sollen, wie dies bereits in der Präambel zur Bundesverfassung festgehalten wird, alle gegenseitige Rücksichtnahme pflegen und in Achtung ihrer Vielfalt in Einheit leben. Wenn man Art. 7 und Art. 8 Ziff. 2 der Bundesverfassung ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt hätte, wäre keine Gesetzeserweiterung nötig gewesen. Mit der nun beschlossenen Änderung kann ich trotzdem leben. Sie akzentuiert ja etwas, das für mich immer selbstverständlich gewesen ist und es auch bleiben wird.

Wenn in Zukunft jedoch auch für Träger weisser Socken, für Hobbyfischer und Briefmarkensammler spezielle Gesetzesbestimmungen verlangt und die Gesetze mit noch mehr Spezialitäten überladen werden, dann soll es gesetzliche Sonderbestimmungen auch für den umgekehrten Fall geben. Ich möchte nämlich das Recht haben, einen Saudummen als Saudummen bezeichnen zu dürfen. Basierend auf einer klaren Rechtsgrundlage würde ich den Titel gerade heute wieder einmal sehr gerne vergeben.

Der Sabine genannte Sturm versetzt viele von uns in Aufregung. Man sorgt sich um Mensch und Tier und auch um Sachwerte. Daher saugt man neue Informationen förmlich auf, darauf hoffend, dass alles glimpflich abläuft und bald beendet ist. Allein deshalb habe ich mich auch in die Informationen auf der ZOL-Seite vertieft und mich dabei masslos geärgert. Ein nicht nur in der Fasnachtszeit Narrenfreiheit geniessender Schreiberling hat in seinen mehr als schlichten Texten skrupellos gewitzelt und die dümmsten Pointen gesetzt. Man konnte - bzw. musste - zum Beispiel lesen, dass sich ein als „Immobilien-Mogul“ bezeichneter und sogar namentlich genannter Unternehmer bestimmt gefreut habe, weil das Baugespann eines Konkurrenten bei der „Trompete“ auf die Bahnhofstrasse „gekracht“ sei. Mittlerweile ist die entsprechende Textpassage wieder etwas korrigiert worden. Vermutlich hat eine des Denkens fähige Person interveniert, damit der verunglimpfende Blödsinn nicht auch noch im gedruckten Zürcher Oberländer landet. In der Erinnerung bleibt die Fehlleistung des für solcherlei Missgriffe berüchtigten „Journalisten“ trotzdem haften.

Ich plädiere daher jetzt doch für einen weiteren Ausbau der Antirassismusgesetzgebung. Es braucht noch eine weitere Spezialregelung, die mehr Rechtssicherheit bringen soll. In Zukunft muss es nämlich möglich sein, dass man Saudumme ungestraft als saudumm bezeichnen darf. Dank der Lokalpresse liessen sich Titelträger schon in Wetzikon finden…

Wenn der Goldhamster nicht goldig ist

Kürzlich habe ich amüsiert vernommen, dass eine amtierende Wetziker Stadträtin Goldhamster genannt wird. Da im männerdominierten Stadtrat nur eine einzige Frau sitzt, weiss ich natürlich, wer gemeint ist. Die Bezeichnung lässt sich trotzdem nicht auf Anhieb erklären. Ich halte die Dame jedenfalls nicht für goldig. Eine hamsternde Stadträtin kann ich mir jedoch vorstellen. Man hat mir aber gesagt, dass die seltsame Bezeichnung rein optische Gründe habe. Das erscheint nachvollziehbar.

Der Person mit dem speziellen Kosenamen wird eine grosse Aufmerksamkeit zuteil. Darüber kann man nur froh sein. Das lässt sich mit dem Zürcher Oberländer vom 23. Januar 2020 belegen. Unter dem Titel Stadtrat kürzt der Baukommission die Kompetenzen“ berichtet die Lokalzeitung über den neusten Husarenstreich des nach Allmacht strebenden Stadtrates. Nach Meinung der Tierli-Stadträtin wird die Machtkonzentration mit keinen Interessenkonflikten verbunden sein, obwohl der selbstherrliche Stadtpräsident in Zukunft über Baugesuche seiner Konkurrenten mitbestimmen darf. Offenbar soll Stadträtin Susanne Sieber, die liebevoll Goldhamster Genannte, gegenüber dem Oberländer etwa folgende Aussagen gemacht haben:

Die Zusammensetzung des Planungsausschusses bestimmt sich nach den Funktionen. Ruedi Rüfenacht vertritt die Rolle des Stadtpräsidenten im Planungsausschuss. Dies ist aufgrund der politischen Tragweite der Geschäfte wichtig. Ein Interessenkonflikt besteht daher nicht, zumal die Ausstandsregeln uneingeschränkt eingehalten werden.

Der letzte Satz der vorstehend zitierten Ausführungen von Susanne Sieber ist brisant. Man kann ihn auf zwei Arten interpretieren. Die Schlussfolgerung wird auf jeden Fall negativ sein. Entweder fehlt Susanne Sieber das nötige Wissen oder die Frau ist bewusst unaufrichtig. Für das Erstere spricht der Leistungsausweis der amtierenden Stadträtin und für das Zweite die im Stadtrat herrschende Klüngelei.

Wenn ich, vielleicht etwas gar naiv, voraussetze, dass eine amtierende Stadträtin das kantonale Verwaltungsrechtspflegegesetz (VRG) und damit auch § 5 kennt, dann muss Unaufrichtigkeit im Spiel sein. Dass Bauunternehmer Rüfenacht nicht über Projekte seiner Konkurrenten befinden wird, lässt sich mit den entsprechenden Bestimmungen nämlich nur ungenügend durchsetzen. Zudem können die rüfenachthörigen Mitglieder des Planungsausschusses in einem Zweifelsfall immer noch entscheiden, der Stadtpräsident sei nicht ausstandspflichtig. Dass meine Feststellung stimmt, beweise ich mit diesem Screenshot:

Ausstand

Es wird Zeit, dass der Stadtrat endlich in die Schranken gewiesen wird. Das kann allenfalls über eine Limitierung seiner Kompetenzen geschehen. Daher darf man auch der vom Stadtrat angestrebten Teilrevision der Gemeindeordnung nicht vorbehaltlos zustimmen, denn damit würde der Schaden nur noch vergrössert. Eine Teilrevision der Gemeindeordnung halte ich allerdings trotzdem für sinnvoll. Sie muss die Rechte des Parlaments und der Stimmberechtigten stärken und für die Zukunft solche Spiele wie mit dem Planungsausschuss verhindern.

Mit meinen vorstehenden Ausführungen habe ich mich vom Goldhamster-Thema ziemlich entfernt. Ich will aber doch noch darauf zurückkommen, weil mir eben selbst eine mögliche Erklärung für die tierische Benennung unserer derzeit einzigen Stadträtin einfällt. Vielleicht ist die Bezeichnung ja von einem Hamsterrad abgeleitet. Das sind die Dinger, in denen man trotz heftigem Strampeln nicht vom Fleck kommt, weil sich alles im Kreis dreht.

Rapunzel liess kein Haar herunter…

…und trotzdem hat sich in Medikon Haariges ereignet. Mir haben sich jedenfalls die Nasenhaare gesträubt.

Saluz Gasturm

Offenbar gibt man ihm die Schuld, dem Turm, nach dem auf dem Bild die Abbruchzange greift. Aus ihm soll eine Wolke entwichen sein, die einen Gasalarm ausgelöst und eine ganze Blaulicht-Armada in Bewegung gesetzt hat. Für uns Quartierbewohner ist Spannendes inszeniert worden. Jetzt sind die sterblichen Überreste des Übeltäters in eine weisse Folie gehüllt, und man könnte glauben, der Verhüllungskünstler Christo sei am Werk gewesen. Die weisse Folie wirkt wie ein Leichentuch. Ob das künstlerisch ist, spielt keine Rolle. Assoziationen weckt es allemal. Turm und Leichentuch passen eben perfekt zueinander. Als Beweis muss man nicht einmal den Turmbau zu Babel anführen. Es reicht bereits, wenn man sich an den Stoffel-Turm erinnert, der einst das schöne Vals verschandeln sollte, es aber glücklicherweise nie tun wird.

Mit dem Wort Turm kann man allerdings auch in Wetzikon Überlegungen anstellen. Im Stadthaus wird man jedoch das Verb und nicht das Substantiv verwenden. Dort türmen sich nämlich die Pendenzen auf, und über diese wird sehr oft das Leichentuch des Schweigens ausgebreitet. Christo muss man dazu nicht bemühen, denn die stadträtlichen Verhüllungskünstler sind ihm an Effizienz deutlich überlegen und zudem mit Sachen, die zum Himmel stinken, absolut vertraut.


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