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Aufwärts mit Wetzikon (AMW)

Hier finden Sie Anregungen, Lob und Kritik und manchmal auch ganz neue Ideen, immer Wetzikon betreffend und getragen
von der Vision, dass es stetig Aufwärts mit Wetzikon gehen soll.

 

AMW V2

Wenn eine markante Stimme verstummt

In diesen Tagen mussten die Familie und die Angestellten seiner Firma von Heinz Egolf Abschied nehmen. Die Öffentlichkeit hat das mit ambivalenten Gefühlen zur Kenntnis genommen. Ein skrupelloser Spekulant sei der Verstorbene gewesen, hört man sagen. Ich werde den Verdacht nicht los, dass solche Aussagen neidgeprägt sind.

Mir hat die manchmal recht hemdsärmlige Art des verstorbenen Unternehmers gefallen. Er konnte sich diese auch leisten, weil ihn der Erfolg seines Schaffens unabhängig gemacht hat. Während die vom Wetziker Filz abhängigen Personen nur die Faust im Sack ballen konnten, hat Heinz Egolf unverblümt auf den Tisch gelegt, was gesagt werden musste. Gleiches versuche auch ich. Allerdings verwende ich für gewisse Kommunalpolitiker weniger zutreffende Bezeichnungen, weil mir das Prozessrisiko, vor dem sich Heinz Egolf nie fürchten musste, zu gross ist. Dass wir gewisse Figuren gleich beurteilt haben, ist übrigens nicht unbemerkt geblieben. Wir wurden deshalb abwechslungsweise verdächtigt, die Verfasser eines anonymen Aufrufs zu sein. Wer das vor den letzten Erneuerungswahlen verteilte Flugblatt mit dem sinnvollen, aber leider nicht erhörten Aufruf „Rüfenacht nicht wieder wählen“ damals verfasst hat, weiss ich bis heute nicht. Fest steht jedoch, dass die Empfehlung ganz im Sinn von Heinz Egolf und zugegebenermassen auch von mir gewesen ist.

Der Sohn von Heinz Egolf wird das Firmenimperium im Sinne seines Vaters in eine gute Zukunft führen. Das ist gewiss und gut für unsere Region. Man kann Mirco Egolf und seinem Team auf jeden Fall nur viel Erfolg wünschen. Einen Wunsch hätte allerdings auch ich, denn ich würde mich freuen, wenn der neue Patron der Egolf-Firmen mit dem Temperament und der verbalen „Schlagkraft“ seines Vaters in der Öffentlichkeit auftreten würde. Wortneuschöpfungen zur Bezeichnung bestimmter Politfiguren wären dabei durchaus willkommen.

Vor ziemlich genau drei Jahren habe ich Heinz Egolf einmal einen offenen Brief gewidmet und umgehend eine Antwort erhalten. Daran erinnere ich mich gerne. Was ich damals geschrieben habe, würde ich heute noch gleich formulieren. der Text ist daher in gewissem Sinne eine Würdigung für einen aussergewöhnlichen Unternehmer.

Urs Fischers Nebelgranate

Über welche Fähigkeiten der frühere Wetziker Gemeindepräsident Urs Fischer verfügt, kann man als Aussenstehender kaum beurteilen. Auf fehlende Begabung lässt sich aber schliessen, wenn man die politische Betätigung des Pensionärs analysiert. Eine Fähigkeit wird man dem Vorbild des heutigen Stadtpräsidenten allerdings nicht absprechen. Der Mann beherrscht - wie sein politischer Klon und Amtsnachfolger - das Verwedeln. Im Bedarfsfall stellt er ein paar kühne Behauptungen auf und umgibt sie dann mit Argumenten, die die echten Fakten vernebeln. Was er im Zusammenhang mit dem von Esther Schlatter eingereichten Postulat zu Mandatsvergaben verlauten lässt, ist dafür der beste Beweis.

Ich will die Wirkung von Fischers Nebelgranate nicht verstärken, deshalb verzichte ich darauf, die fragwürdige Argumentation in die Einzelteile zu zerlegen. Es genügt, wenn ich einige Punkte festhalte.

Wenn der Stadtrat einen Vorschlag für einen Sitz im GZO-Verwaltungsrat macht, wird der Kandidat mit grösster Sicherheit gewählt. Deshalb kann jetzt ja auch der ehemalige Stadtschreiber den freiwerdenden Sitz übernehmen. Überraschend ist das übrigens nicht, denn ich habe schon unmittelbar nach der Kündigung des Arbeitsverhältnisses von Marcel Peter öffentlich gefragt, welches Pöstchen und welche Aufträge dem zurückgetretenen Stadtschreiber einmal vermittelt werden. Ein Teil dieser Frage ist bereits beantwortet.

Fischer2Ich habe mich seinerzeit gegen die Gründung des Regionalen Informationszentrums (RIZ) ausgesprochen, weil das Dienstleistungsangebot privater Firmen genügt hätte. Ausgerechnet der normalerweise dem Privatisierungswahn verfallene Gemeinderat wollte aber das Gegenteil. Geburtshelferin und Risikobelastete für das RIZ musste die Gemeinde sein. Personelle Verknüpfungen haben dies damals sozusagen erzwungen. Jetzt, wo das RIZ Ertrag abwirft und der Breakeven längst überschritten ist, wird das Privatisieren wieder zum Thema. Der Stadtrat möchte die Aktienmehrheit veräussern und den Nutzen aus einer gewaltigen Vorinvestition mit Privaten teilen. So funktioniert das Wetziker System. Dass ein in Pension gehender Mitarbeiter der Stadtverwaltung Einsitz im Verwaltungsrat nehmen darf, beweist nur, wie berechtigt die Befürchtungen und Feststellungen von Esther Schlatter sind.

Die Geschichte versteht man manchmal besonders gut, wenn man zurückblickt. Mir geht es auf jeden Fall so, wenn ich an die an Mobbing erinnernden Aktionen der Stadtratsmehrheit während der Amtszeit von Esther Schlatter denke.

Ich hoffe, dass das Parlament an den Problemen nicht vorbeischaut und das Postulat Schlatter mit eindrücklicher Mehrheit an den unwilligen Stadtrat überweisen wird. Die neun Ratsmitglieder, die den Vorstoss von Esther Schlatter mitunterzeichnet haben, können dafür gute Gründe anführen.

Kein Angriff, aber nötig

Wenn im AvU/ZOL ein gut recherchierter und sprachlich einwandfrei formulierter Artikel erscheint, freue ich mich immer. Christian Brändli liefert oft solche Lektüre. Seit der letzten Reorganisation der AvU-/ZOL-Redaktion blüht der Journalist richtiggehend auf. Weil er, was heutzutage nicht selbstverständlich ist, immer mit Sachverstand an ein Thema herangeht, sind Brändli-Texte meistens informativ und lesenswert. Das trifft auch auf einen soeben erschienenen Artikel zu. Trotzdem bin ich nicht zufrieden. Der Titel „Wetziker Stadtrat wehrt Angriff auf seine Mandatsträger ab“ ist irreführend und gibt zu Fehlinterpretationen Anlass. Wer glaubt, er wisse bereits alles, wenn er den Titel gelesen hat, irrt sich gewaltig. Stadträtliche Mandatsträger werden nämlich überhaupt nicht angegriffen. Mit dem Postulat, welches die ehemalige Stadträtin Esther Schlatter eingereicht hat, soll nur erreicht werden, dass sich Stadtratsmitglieder und Verwaltungsangestellte kein Mandat sichern, um sich auf attraktive Art und Weise den späteren Ruhestand zu versüssen. Das politische Gnadenbrot muss nicht sein, denn es fördert den Filz und könnte den öffentlichen Interessen zuwiderlaufen.

Dass der Stadtrat nicht mit Esther Schlatter übereinstimmt, war zu erwarten. Wenn Pfründe in Gefahr geraten, lassen die Mitglieder des Stadtrates nämlich nicht mit sich spassen. Angeblich gibt es viele gute Argumente, die für eine Fortführung der unguten Praxis sprechen. Das glaube ich aber nicht. Wenn es sie nämlich gäbe, müsste der Stadtrat das Postulat mit Freude entgegennehmen. Er könnte dann ja in aller Ausführlichkeit öffentlich begründen, weshalb alles in bester Ordnung ist. Die bisherige Praxis und ihre Folgen will der Stadtrat jedoch auf keinen Fall erläutern. Das Parlament und die Stimmberechtigten sollen schliesslich nicht merken, wie dringend notwendig baldige Änderungen sind.

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Wer ein Postulat mit schwülstigen Worten und mit vermeintlich wohlklingenden Anglizismen abwehren will, darf ruhig auf die Nase fallen. Wenn das Parlament den Vorstoss trotz stadträtlichem Sperrfeuer zur korrekten Behandlung an die Exekutive überweist, werde ich ihm Anerkennung zollen. Andernfalls können die gegen die Überweisung stimmenden Parlamentsmitglieder dann ja im Fundbüro vorstellig werden. Vielleicht finden sie dort ihr verlorenes Gesicht wieder...

 

 


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