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Aufwärts mit Wetzikon (AMW)

Hier finden Sie Anregungen, Lob und Kritik und manchmal auch ganz neue Ideen, immer Wetzikon betreffend und getragen
von der Vision, dass es stetig Aufwärts mit Wetzikon gehen soll.

 

AMW V2

Der Wetziker Oberwutbürger

Der Wetziker Oberwutbürger Max Huber liebt Rundumschläge. Leider fehlt ihm jedes Differenzierungsvermögen. Objektives findet man daher in Leserbriefen von ihm nur selten.

Dass sich Huber noch immer über die Hinwiler Lindenschändung aufregt, verstehe ich. Auch ich finde ja das Verhalten von Beck Steiner skandalös. Deswegen würde ich aber nie die hervorragenden Produkte des Baumfrevlers schlecht machen. In einem im August erschienenen Leserbrief hat Huber jedoch genau das getan.

Jetzt echauffiert sich Huber erneut. Mit einem Leserbrief mit dem Titel „Gemeinde Hinwil legitimiert Gesetzesverstoss“ befeuert der unangenehme Zeitgenosse ein weiteres Mal die Emotionen. Dass Steiner einen Ersatzbaum pflanzt und der Gemeinde einen grösseren Geldbetrag (Huber spricht von „ein paar Fränkli“) für etwas Naturschützerisches zur Verfügung stellt, betrachtet Huber keinesfalls als ausreichend. Darüber kann man geteilter Meinung sein, über den Leserbriefschreiber Huber allerdings auch. Trotzdem finde ich es widerlich, dass man ihm angeblich anonyme Post mit proktologischen Bezeichnungen schickt. Das hat sogar ein Huber nicht verdient, denn er steht immerhin mit seinem Namen zu seinen Leserbriefen, die sehr oft nichts anderes als öffentliche Beschimpfungen sind.

Sternstunde Demokratie?

Dass alle Menschen gleiche Rechte haben sollten, ist eigentlich ganz selbstverständlich, aber längst noch nicht überall verwirklicht. Da ich von guten Frauen geprägt worden bin und im Verlauf meiner mittlerweile vielen Lebensjahre vielfach von ihnen profitieren durfte, geniessen bei mir auch Frauenrechtlerinnen ein grosses Ansehen, wenn…

…ihr Einsatz für Frauenrechte nicht zu einem Geschlechterkrieg und nicht zu einer Verhunzung der Sprache führt. Den gleichen Massstab lege ich überall da an, wo jemand wohlmeinend für mehr Gerechtigkeit kämpft. Deshalb lehne ich diverse dumme Wortschöpfungen überall ab. Den Gender-Stern werde ich sicher nie verwenden. Frau*Mann = Mensch ist meine Formel. Das Entmenschlichen unserer schönen deutschen Sprache muss nicht sein.

Doch zurück zum Thema: Die Wetziker Gemeindeordnung wird revidiert. Der Stadtrat hat dem Parlament daher eine entsprechende Vorlage unterbreitet, die mittlerweile behandelt und zuhanden der Urnenabstimmung verabschiedet worden ist.

Mit Blick auf die Gleichbehandlung aller Menschen ist ein Artikel der neuen Verordnung von spezieller Bedeutung. Er basiert auf einer an sich gut gemeinten Idee und will, dass mindestens 20 in Wetzikon wohnhafte Jugendliche im Alter von mindestens 12 und höchstens 18 Jahren bei der Präsidentin oder dem Präsidenten des Parlaments einen "Jugendvorstoss" in der Form eines Postulates einreichen können. Da stellt sich sogleich die Frage, warum z.B. 20 Frauen und Männer im Alter von mehr als 18 Jahren nicht das gleiche Recht haben sollten. Es kann sich ja nicht jede erwachsene Person ins Parlament wählen lassen oder an der leider abgeschafften Gemeindeversammlung äussern.

Wollen Stadtrat und Parlament wirklich aus Marketinggründen eine neue Ungleichheit schaffen? In diesem Punkt ist die letzte Parlamentssitzung sicher keine Sternstunde gewesen. Nicht einmal ein Gender-Sternchen würde ich dafür vergeben.

Steuer(alb)träume

Die SP Wetzikon möchte, dass die finanziell Unversehrten einen Covid-Beitrag leisten. Das kann ich voll und ganz unterschreiben. Meine Familie hat dafür sogar einen für uns praktikablen Modus gefunden. Das Steuerthema erfordert aber eine differenziertere Betrachtungsweise, und in diesem Punkt kann ich der lokalen SP nicht folgen.

Wenn man beim grosszügigen Geldausgeben mit den Wölfen heult und anschliessend dem Stadtrat Sparsamkeit attestiert, ist das schon merkwürdig. Die desolate Finanzlage der Stadt ist nicht erst durch Covid entstanden. Den Schaden hat der Stadtrat gemeinsam mit dem willfährigen Parlament längst vor der Pandemie angerichtet. Durch Corona und das teilweise unüberlegte Handeln der Stadtregierung ist er allerdings noch grösser geworden. Die Öffentlichkeit wird aber nie erfahren, was für die effektlose Gutschein-App investiert worden ist. Auch die Kosten für die offenbar notwendige externe Finanzberatung würde der Stadtrat wohl am liebsten für sich behalten. Externe Gutachten, so teuer sie auch sind, leistet man sich schliesslich gerne. Als Stimmbürger und Steuerzahler frage ich mich aber immer öfter, wo denn überhaupt in Stadtrat und Verwaltung noch Expertise vorhanden ist.

Ich will an dieser Stelle kein Inventar der Fehlausgaben präsentieren, denn das wäre mit einem viel zu grossen Adrenalinausstoss verbunden. Ein einprägsames Beispiel möchte ich aber nicht unterschlagen: Die kaum frequentierte „Herberge“ bei den Sportanlagen. Das Thema ist besonders aktuell, da sich der Grosse Gemeinderat mit dem Finanzfiasko an seiner nächsten Sitzung befassen wird. Ich habe seinerzeit zum Kreis derjenigen Personen gehört, die vor der gigantischen Fehlinvestition gewarnt und eine Pleite vorausgesagt haben. Es bestätigt meine damalige Einschätzung und schmerzt trotzdem, was bei der Beantwortung eines Postulats verhandelt wird. Wer schon alles vergessen hat, kann die Gruselgeschichte hier nachlesen.

Ob der Steuersatz erhöht oder wie bisher belassen wird, zeigt sich an der nächsten Parlamentssitzung. Man sollte den darüber entscheidenden Damen und Herren dann folgende Grundsätze in Erinnerung rufen:

Eine gute Steuerpolitik basiert auf Verlässlichkeit und Kalkulierbarkeit. Das bedingt, dass der Steuersatz über eine möglichst lange Zeit konstant bleibt. Die Euphorie der Steuersenker und die Panikreaktionen der Steuererhöher sind daher unerwünscht.

Den Satz „Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not.“ sollten sich alle Politiker verinnerlichen. Man muss einen Schaden nämlich nur beheben, wenn man ihn vorher anrichtet.

Eine verantwortungsvolle Finanzpolitik verlangt nach Weitsicht. Man hätte schon vor Jahren erkennen sollen, was sich Wetzikon leisten muss, kann oder nicht leisten darf. Die unrentable Herberge und die radarüberwachte Super-Rutschbahn in der Badi Meierwies samt den damit verbundenen Folgekosten zeugen auf jeden Fall nicht von finanzpolitischem Verantwortungsbewusstsein. Dass das leider keine Einzelfälle sind, kann übrigens niemand bestreiten.

Für den künftigen Steuersatz gebe ich keine Empfehlung ab. Ich hoffe aber noch immer, allerdings schon unendlich lange, dass beim Stadtrat und auch beim Parlament endlich die Vernunft einkehrt. Hoffentlich wird jetzt aber nicht wieder ein externes Gutachten in Auftrag gegeben. Das Wort Vernunft können schliesslich auch die grössten Laien im Stadthaus ohne teure Fachberatung definieren.


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