SALUZER Der BLOG
Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

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- Peter-Jürg Saluz
Steter Tropfen höhlt den Stein. Diese Erkenntnis nützt nur wenig, wenn etwas Hohles steinerweichend sein müsste.
Wiederkehrend höre ich immer das Gleiche viel zu oft. Ich mag vor allem die undifferenzierten Behauptungen nicht, die täglich verbreitet werden. Ein unangenehmes Beispiel dieser Art ist die Verwendung des Wortes „Antisemitismus“, das man jenen, also auch mir, immer wieder um die Ohren schlägt. Ich fühle mich verletzt und angegriffen, wenn man mich dem entsprechenden Lager zuordnet.
Antisemit bin ich nicht und könnte ich auch nie werden. Das unendliche Leid jüdischer Menschen vergesse ich sicher nie. Der Holocaust und auch die Verbrechen der Neuzeit bleiben in meinen Gedanken immer präsent. Zudem sind durch den Terrorangriff der Hamas, der im Jahr 2023 weit über 1000 mehrheitlich jüdische Opfer gefordert hat, die seelischen Wunden erneut aufgerissen worden. Das jüdische Leiden löst bei mir immer und immerwährend Trauer aus.
Trauer empfinde ich ohnehin ständig, denn Kriegsverbrecher, Kriegsförderer und Kriegsdulder sind allgegenwärtig. Leiden müssen ihretwegen immer Unschuldige, so beispielsweise auch im Gazastreifen und in den von Israel angegriffenen und annektierten Gebieten.
Dass Kriegsverbrechen mit Kriegsverbrechen gesühnt werden, ist schrecklich. Deshalb kritisiere ich auch den jüdischen Staat. Unter der heutigen Führung ist Israel nichts mehr und nichts weniger als ein Schurkenstaat. Was dieser der palästinensischen Bevölkerung und den Menschen in den an Israel angrenzenden Gebieten antut, ist teilweise absolut verbrecherisch und geht weit über die notwendige Landesverteidigung hinaus.
Wenn ich mit Fug und Recht feststelle, dass ich kein Antisemit bin, gebe ich doch zu, dass ich gewisse Jüdinnen und Juden verachte. Gemeint sind die Siedler, die nicht einmal vor schlimmen Gewalttaten zurückschrecken, wenn sie zum Hausbau in palästinensisches Land einfallen. Diese üblen Figuren schädigen das Ansehen ihres eigenen Landes und lösen teilweise auch pauschale Hasswellen aus.
Wer die ganze jüdische Bevölkerung Israels in einen Topf wirft, verdient die Bezeichnung „Antisemit“. Derjenige, der differenziert und nur die Regierung Netanjahu oder die rechtsextremen Siedler verachtet, muss dieses Etikett nicht tragen. Es darf aber auch nicht sein, dass jene Menschen als ehrlich und lauter gelten, die für alle israelischen Schandtaten eine Entschuldigung finden, weil sie – sozusagen historisch – ein schlechtes Gewissen haben.
Wer Leute meiner ehrlichen Gesinnung als Antisemiten bezeichnet, sollte vorsorglicherweise möglichst bald eine Rechtsschutzversicherung abschliessen.
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- Peter-Jürg Saluz
Verschwörungstheoretiker, Schwurbler und Sektierer lehne ich entschieden ab – unabhängig vom Geschlecht. Diese Haltung gründet auf eigenen Erfahrungen. Da ich auch den etablierten Religionen und der Bibel wenig abgewinnen kann, werde ich bisweilen als orientierungslos eingestuft. Diese Einschätzung greift jedoch zu kurz.
Meine Lebensleitplanken bestehen aus persönlichen Prinzipien, die mich zu einem fairen Umgang mit anderen Menschen verpflichten. Zudem achte ich grundsätzlich darauf, der Umwelt nicht zu schaden, und erhebe meine Stimme gegen Ungerechtigkeiten aller Art. Das Wohlbefinden von Tieren, Kindern und älteren Menschen liegt mir besonders am Herzen, da ich Verletzlichkeit und Schutzbedürftigkeit sehr intensiv wahrnehme.
Dass ich ein guter Mensch bin, würde ich unter diesen Voraussetzungen nicht behaupten. Ein guter Mensch sein zu wollen, ist jedoch mein Anspruch. Gleichzeitig gestehe ich mir zu, auch meine weniger positiven Eigenschaften zuzulassen. Wenn ich Hass empfinde, äussert sich dieser oft eruptiv. Es handelt sich dabei nicht um ein vorübergehendes Gefühl, sondern eher um eine anhaltende Regung, die mich über längere Zeit begleitet, da sie für mich nie grundlos entsteht.
Dennoch bin ich selbstkritisch. Wenn ich erkenne, dass ich ungerecht gehandelt habe, bemühe ich mich, dies wieder gutzumachen. Eine aufrichtige Entschuldigung gehört für mich selbstverständlich dazu.
Was mich gegenüber anderen Menschen aufbringt, lässt sich klar benennen: Uneinsichtigkeit, illoyales Verhalten, Geiz und Unehrlichkeit sowie alles, was Menschen, Tieren oder der Umwelt schadet. Wer sich ohne Begründung von mir abwendet, verliert meinen Respekt. Hingegen schätze ich es, wenn Menschen mich offen kritisieren und mir die Möglichkeit geben, mich zu erklären oder mein Verhalten zu ändern.
Trotz meiner Ungläubigkeit und gelegentlichen Sturheit sehe ich mich als umgänglichen Menschen. Wer mir vertraut und mit Sorgen zu mir kommt, findet bei mir ein offenes Ohr. Nur selten nehme ich selbst diese Rolle in Anspruch, doch gerade jetzt ist es wieder einmal der Fall.
Seit meiner Kindheit erlebe ich sporadisch Visionen, die mir nicht selten Angst machen. Mitunter kann ich Ereignisse sehr detailliert vorausahnen oder beschreiben, ohne zuvor Kenntnis davon gehabt zu haben. Menschen in meinem Umfeld reagieren darauf meist mit grosser Verwunderung.
In letzter Zeit beschränken sich diese Erfahrungen jedoch nicht mehr nur auf Visionen. Zunehmend treten Déjà-vu-Gefühle auf, die zunächst parallel zur realen Situation beginnen, sich dann jedoch rasch von der tatsächlichen Entwicklung lösen. In solchen Momenten setzen Angst, Schmerz oder Freude bereits vor dem eigentlichen Ereignis ein.
Mir ist bewusst, dass diese Schilderungen verwirrend wirken können. Dennoch teile ich sie, weil ich davon ausgehe, nicht der Einzige mit solchen Erfahrungen zu sein.
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- Peter-Jürg Saluz
Internetbetrügereien aller Art häufen sich. Sie machen uns kritisch und manchmal auch für Seriöses unempfänglich.
Wer nachdenkt, bevor er handelt, kann sich am besten schützen. Obwohl ich das persönliche Einkaufen im Fachgeschäft bevorzuge, bin auch ich manchmal auf einen Online-Shop angewiesen. Dann besuche ich Internetseiten bekannter, vertrauenswürdiger Firmen. Auf solchen Seiten habe ich jüngst jedoch etwas Benötigtes nicht gefunden und deshalb anschliessend auch bei mir unbekannten Firmen gestöbert.
In einem solchen Fall lohnt es sich, zuerst das Impressum zu studieren. Wenn man dort keine überprüfbare Schweizer Adresse findet, ist das bekanntlich ein deutliches Warnzeichen.
Früher waren Schreibfehler auf einer Homepage ebenfalls ein Hinweis auf fehlende Seriosität. Heutzutage ist miserables Deutsch allerdings kein Indiz mehr für mangelnde Vertrauenswürdigkeit. Sonst müsste man gewisse Tageszeitungen sowie TV- und Radiosendungen ebenfalls meiden.
Was ich aktuell suche, habe ich noch nicht gefunden. Ich sage trotzdem nicht, um was es sich handelt. Ganz ergebnislos ist mein Suchen auf dubiosen Internetseiten trotzdem nicht gewesen. Ich konnte mich immerhin köstlich amüsieren. Der Blick durch ein Vergrösserungsglas hat mir Spass und eine Erkenntnis beschert: Als Senior muss ich nicht mehr belesen sein – ich kann mich lesen lassen.
Dass vor dem Handeln das Denken stehen sollte, ist übrigens eine Empfehlung, die Donald Trump nicht befolgen kann, obwohl sich damit viel Schaden verhindern liesse…
