SALUZER Der BLOG
Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

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- Peter-Jürg Saluz
Für einmal möchte ich keine Gedanken vor Ihnen ausbreiten und Sie schon gar nicht mit einem profanen Blogtext langweilen. Ich kann Ihnen zu etwas viel Besserem verhelfen. Sie müssen nur den Podcast der letzten Sendung von "Gredig direkt" anhören oder die ganze Aufzeichnung ansehen.
Sie werden dann Andres Andrekson kennenlernen, der mit dem Künstlernamen "Stress" längst sehr bekannt geworden ist. Im Gespräch mit Urs Gredig zeigt der Künstler viele Facetten seines bewegten Lebens und seiner Persönlichkeit.
Vom Gehörten bin ich mehr als nur beeindruckt. Es kommt mir vieles vertraut vor. Ich habe aber auch das Gefühl, Gast in einer Lehrstunde gewesen zu sein, denn Stress ist klug, wortschöpferisch und einfühlsam. Er lässt die Menschen auf fast intime Art, aber ohne jeden Exhibitionismus an seinem Leben teilhaben und von seiner reichen Lebenserfahrung profitieren.
Nehmen Sie sich eine halbe Stunde lang Zeit und hören Sie sich an, was der ebenfalls einfühlsame Urs Gredig "aus Stress herausmoderiert" hat. Sie können so mit geringem Aufwand, also absolut stressfrei, die eigene Lebenserfahrung bereichernd ergänzen.
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- Peter-Jürg Saluz
Wir haben hierzulande noch keine bundesdeutschen Verhältnisse und amerikanische Verhältnisse schon gar nicht. Den Satz „Wehret den Anfängen“ sollten wir trotzdem
verinnerlichen. Gefährliche Tendenzen, die an den Pfeilern der Demokratie rütteln, sind auch bei uns zu sehen. In einem Punkt ist die Schweiz sogar besonders gefährdet. Während die Deutschen klar erkennen, dass das Unheil bei der AfD und bei der Linken angesiedelt ist, erweist sich die Situation hierzulande als wesentlich unübersichtlicher. Unheilige Allianzen sind bei uns noch gefährlicher als die SVP. Brandmauern würden uns daher nichts nützen, und darüber bin ich eigentlich ganz froh.
Von der SVP halte ich nicht viel. Ich habe trotzdem schon Mitglieder dieser Partei gewählt oder manchmal sogar für eine SVP-Vorlage gestimmt. Meine Vernunft lässt das hin und wieder durchaus zu. Es ist manchmal sogar absolut notwendig, dass ich mich so verhalte.
Dass das bestehende demokratische System in Deutschland ein schnell näher rückendes Ablaufsystem hat, ist unverkennbar. Deshalb sollte der Demokratieumbau nicht länger aufgeschoben werden. Wenn er nicht stattfindet, solange die demokratischen Kräfte in der Bundesrepublik noch die Mehrheit bilden, wird die Demokratie nicht mehr modernisiert, sondern abgebaut.
Es liegt mir als genetisch echtem Schweizer fern, in Selbstlob zu verfallen. Trotzdem glaube ich, dass unser Schweizer Modell auch für eine moderne deutsche Demokratie passend wäre. Es könnte daher sinnvoll sein, wenn deutsche Politologen, beginnend mit den Verfassungen, einen Vergleich Deutschland – Schweiz mit allen Vor- und Nachteilen beider Modelle erarbeiten würden.
Ich wünsche mir, dass es Deutschland und der Schweiz so gut wie nur möglich geht. Deshalb sollte die Politik hüben und drüben vom Lieblingswort von Alexander Dobrindt inspiriert werden und ein hybrides, zukunftsträchtiges Demokratiemodell ausarbeiten und dazu das Beste aus den Verfassungen der BRD und der Schweiz verwenden.
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- Peter-Jürg Saluz
Uhrwerke kann man revidieren, wenn der Lauf der Zeit nicht mehr stimmt. Revidieren kann man aber auch seine Meinung. Manchmal muss man es sogar.
Wer die eigene Meinung umstossen will oder muss, merkt, dass das ein Kraftakt ist. Einen solchen nehme ich aber auch nicht immer auf mich. In ganz speziellen Fällen pflege ich manchmal, und das durchaus gerne, meine absolute Unversöhnlichkeit, allerdings nur, wenn ich nicht der Verursacher eines Zwists bin. Über die üppig keimende Saat der Zwietracht will ich mich hier aber nicht auslassen. Ich berichte jedoch ganz unbefangen über Personen des öffentlichen Lebens, die ich neuerdings anders beurteile.
Traurigerweise ändert sich meine Einschätzung viel öfter nach einer Enttäuschung und seltener nach einer erfreulichen Überraschung. Entsprechende Erlebnisse bescheren mir sehr oft Politikerinnen und Politiker. Vermutlich erleben Sie das auch.
Am erfreulichsten ist es für mich, wenn ich eine positive Ersteinschätzung nach langer Zeit immer noch als zutreffend empfinde, und das passiert mir glücklicherweise ziemlich häufig..
Die Schlussfolgerung ist klar: Wer sich gründlich überlegt, in wen er Vertrauen setzt, bewegt sich meistens auf der sicheren Seite. Trotzdem ist niemand ganz gegen Enttäuschungen gefeit. Ins Schneckenhaus zurückziehen darf man sich deswegen aber nicht. Auf andere Menschen muss man offen und vorurteilslos zugehen. Erst anschliessend darf man sich dann ein erstes Urteil erlauben.
Mein System ist übrigens ganz ungefährlich. Es funktioniert bestens. Deshalb kann mich zum Beispiel Donald Trump nie enttäuschen …
