Dass hierzulande eine engagierte Diskussion über die vom Bundesrat bereits unterzeichneten EU-Verträge stattfindet, ist durchaus angemessen. Ich habe daher auch nichts dagegen einzuwenden, wenn juristische Überlegungen zum Ständemehr angestellt werden. Wogegen ich mich jedoch verwahre, ist die dahinterstehende Absicht.
SALUZER Der BLOG
Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

- Details
- Peter-Jürg Saluz
Etwa im Jahr 2030 werden die Schweizer Banknoten ein neues Gesicht haben. Die ersten Entwürfe sind kürzlich der Öffentlichkeit vorgestellt worden und auf ein recht unterschiedliches Echo gestossen. Die Präsentation hat auch kreative Ideen hervorgebracht. Erwähnenswert ist besonders die Idee eines Bankers, der auch Industriegrafiker ist. Er will, dass der Franken einmalig abgewertet und paritätisch zum Euro wird. Die neuen Banknoten sollen alsdann auf der einen Seite als Franken- und auf der anderen als Euronote dargestellt sein. Fortan kann man im ganzen Euroraum und auch in der Schweiz mit gleichwertigen Noten bezahlen. Es gibt somit keine wechselseitigen Währungsrisiken und auch sonst keine pekuniären Probleme mit Grenzgängern und grenzüberschreitendem Warenverkehr mehr.
Damit die Behauptung «Pecunia non olet» weiterhin stimmt, macht man die neuen Banknoten auch wohlduftend. Zu diesem Zweck werden dem Grundwasser schweizweit PFAS entzogen, weil die polyfluorierten Alkylverbindungen optimale Dufträger sind. Mit richtig bestäubten PFAS sind die neuen Euro-/Frankennoten eine bei der Kundschaft sicher beliebte Alternative zu den nicht oder allenfalls schlecht riechenden Kreditkarten.
Bevor die Produktion der neuen Banknoten in die letzte Phase tritt, wird die federführende Schweizer Nationalbank landesweit Testpanels etablieren, die sich mit der Duftfrage befassen und bereits jetzt aktiviert werden sollen.
Es muss für jede Note ein individueller Duft bestimmt werden. Am ersten April erhalten sensorisch begabte Menschen bei jeder kommunalen Kläranlage eine Einführung und ein umfangreiches Duft-Testpaket. Bevor das testweise Schnuppern beginnt, werden die Testnasen jedoch mit den Gerüchen aus den Klärbecken desensibilisiert. Das Wohlduftende soll anschliessend besonders intensiv empfunden werden.
Das Projekt der Schweizerischen Nationalbank, zu dem sich übrigens auch Ursula von der Leyen positiv geäussert hat, gilt als visionär und sogar sicherheitspolitisch wertvoll. Das in der Bankbranche häufig auftretende Verduften soll damit nämlich weitgehend verunmöglicht werden.
Es ist anzunehmen, dass die bevorstehende Testaktion auf grosses Interesse stösst. Deshalb wird eine Anmeldung mittels untenstehendem QR-Code dringend empfohlen.

- Details
- Peter-Jürg Saluz
Wenn man, wie wir in diesen Tagen, Opfer eines Hackerangriffs wird, ist das unerfreulich – in unserem Fall aber nicht gefährlich. Die Übeltat hat uns "nur" Arbeitszeit gekostet und zudem einige Texte zerstört.
Meine Eltern haben mir einst beigebracht, dass man sich über Unerfreuliches nicht zu lange grämen sollte. Klug sei man, wenn man Unerfreuliches in etwas Positives verwandle. Demzufolge müsse aus Ärger möglichst schnell Kreativität werden. Dieses Rezept wende ich auch heute noch an.
Auf unserer Sonderseite mit den Spruchkarten konnte ich das Fehlende nach dem Hackerangriff dank guter "Lagerhaltung" praktisch umgehend ersetzen. Einzig auf dieser Blogseite lässt sich nicht mehr alles wiederherstellen. Schuld daran bin ich selbst, denn in letzter Zeit habe ich nicht mehr jede Textseite konsequent gesichert.
Wenn meine Bilanz stimmt, fehlen etliche Texte, unter anderem diejenigen mit folgenden Titeln:
• Eine Illusion als Notvorrat
• Röhrende Platzhirsche
• Zittergreise und Tunnelblick
• Qualität hat "seinen" Preis
• Ein Plädoyer für die richtige Medizin
• Der Boykott – Waffe mit Wirkung
• Mein Umgang mit KI
• Freundschaften sind Wächtersteine
• Für die Katze – oder doch nicht?
• Lärm macht krank, manchmal aber auch Freude
• Gegen falsche Zuschreibungen
Da ich mich an den Rat meiner Eltern halten und Ärger in Kreativität umwandeln will, gewinne ich der entstandenen Textlücke etwas Positives ab. Wenn ein Blogtitel die Erinnerung weckt, kann ich das entsprechende Thema in nächster Zeit sicher einmal annähernd rekonstruieren. Die ursprünglich verwendeten Illustrationen sind ja noch vorhanden und sicher gute Erinnerungshilfen.
Es ist jedoch nicht schlimm, wenn die Erinnerung ausbleibt und zu einem alten Titel ein ganz neuer Text entsteht. Vielleicht hat die Aktualität ein Thema aber bereits obsolet gemacht. Dann kann ich es ohne Weiteres vergessen.
Weil ich Ärger durch Kreativität ersetze, profitiere ich in jedem Fall – sei es durch Rekonstruieren, Neuformulieren oder durch eine neue Blogidee.
- Details
- Peter-Jürg Saluz
Die Befürworter der EU-Verträge unternehmen alles nur Erdenkliche, um die Anwendung des Ständemehrs zu verhindern. Sie möchten sogar das obligatorische Referendum umgehen, denn sie rechnen offenbar damit, dass eine Volksabstimmung unter Einbezug der Standesstimmen die Vorlage zum Scheitern bringen könnte.
Eine solche Denkweise ist undemokratisch und inakzeptabel. Das befürchtete oder erhoffte Abstimmungsresultat darf nicht ausschlaggebend sein, wenn darüber zu entscheiden ist, ob ein obligatorisches Referendum zwingend und das Ständemehr anzuwenden ist.
Offenbar sind – wie so oft, wenn sich mehrere Fachleute beratend an der Entscheidungsfindung beteiligen – die Meinungen geteilt. Immerhin befinden sich die juristischen Unterstützer der Volksrechte leicht in der Überzahl. Das darf als Signal gewertet werden.
Dass die EU-Verträge lediglich dem fakultativen Referendum unterstellt und damit die Rechte von Volk und Ständen missachtet werden sollen, ist nicht hinnehmbar. Gegebenenfalls muss dagegen mit allen zur Verfügung stehenden Rechtsmitteln vorgegangen werden. Die daraus entstehenden Verzögerungen haben die Vertragsbefürworter dann selbst zu verantworten.
Ich schliesse mich den Aussagen von Oliver Zimmer an. Der kluge Historiker hat die Kommunikation des Bundesrates dem Vernehmen nach mit folgenden Worten kritisiert: «Nun soll mithilfe der Slogans ‹Bilaterale III› und ‹Rechtssicherheit› das fakultative Referendum ohne Ständemehr durchgepeitscht werden.»
In Deutschland ist die Auffassung verbreitet, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD zu vermeiden sei. In der Schweiz denken viele ähnlich, wenn es um die SVP geht. Ich teile diese pauschale Haltung nicht, sondern entscheide von Fall zu Fall – geleitet von der Vernunft und im klaren Bekenntnis zu den demokratischen Rechten.
