SALUZER Der BLOG
Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

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- Peter-Jürg Saluz
Was derzeit im Kanton Zürich unter dem Schlagwort Freizeitpolitik verkauft wird, ist in Wahrheit ein schleichender Raubbau am Wald. Geplant wird eine Ausweitung der Mountainbike-Strecken von heute 15 Kilometern auf bis zu 80 Kilometer. Das bedeutet nichts weniger als eine massive zusätzliche Belastung für einen ohnehin unter Druck stehenden Lebensraum.
Anspruchshaltung gegenüber Wald und Eigentum
Der Wald soll offensichtlich immer mehr den Bedürfnissen einzelner Freizeitgruppen untergeordnet werden. Lautstarke Interessenvertreter treten auf, als stünde ihnen der Wald grenzenlos zur Verfügung – unabhängig davon, dass mehr als die Hälfte der Waldflächen in privatem Eigentum steht. Eigentumsrechte werden dabei ebenso ignoriert wie die Arbeit jener, die den Wald pflegen, erhalten und vor Gefahren schützen.
Weichspüler der rechtlichen Grundlagen
Besonders stossend ist der Versuch, die klare Rechtslage politisch weichzuspülen. Die Bundesverfassung verpflichtet Bund und Kantone ausdrücklich zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt sowie ihrer Lebensräume. Das Waldgesetz ist ebenso eindeutig: Reiten und Radfahren sind ausschliesslich auf Strassen und Wegen erlaubt. Rückegassen, Trampelpfade oder improvisierte Trails gehören nicht dazu. Das Betretungsrecht ist klar geregelt: Es gilt für Fussgänger, Reiter, Skifahrer und Schlittenfahrer. Massiv erweiterte Trailstrecken sind damit keineswegs gemeint.
Gefährlicher Trend durch Freizeitlobby
Statt Fakten zu akzeptieren, wird die Anspruchshaltung der egoistischen Konsumgeneration gefördert. Gutachten, politischer Druck und mediale Dauerbeschallung sind die Werkzeuge der Exzessivbiker. Wenn jede gut organisierte Freizeitlobby ihre Wünsche durchsetzt, wird bald jeder Wald, See oder Fluss – kurz gesagt die Natur – schrittweise zur Sportarena umfunktioniert.
Die Leidtragenden
Im Wald tragen Unfreiwillige die Konsequenzen:
- Das Wild, dem die letzten störungsarmen Rückzugsräume genommen werden.
- Die Waldeigentümer, deren Rechte zunehmend missachtet werden.
- Die Erholungssuchenden, die den Wald achtsam als Lebensraum und Ruhezone nutzen.
Forderung: Schutz von Natur und Eigentum
Die Entwicklung muss gestoppt werden. Der Wald ist kein Rummelplatz und auch kein Bikepark. Wer ernsthaft von Nachhaltigkeit spricht, schützt Natur und Eigentum und opfert sie nicht dem Zeitgeist einer rücksichtslosen Freizeitnutzung.
Persönlicher Bezug
Die Erkenntnis, die ich hier darlege, verdanke ich einem Bekannten, der sich als Grünen-Politiker seit Jahren für die Umwelt einsetzt. Er hat in einem soeben in der Lokalpresse publizierten Leserbrief auf einen unguten Trend hingewiesen. Weil ich den Verfasser des Leserbriefes persönlich kenne und seine Ansichten teile, habe ich hier zusammengefasst, was er bei mir in Erinnerung gerufen hat. In gewissem Sinn ist dieser Text daher ein Teil-Plagiat.
Ich nehme an, dass mir Max Homberger – so heisst der Verfasser des inspirierenden Leserbriefes – das enge Anlehnen an seinen Text nachsieht. Bei diesem Thema stimme ich schliesslich absolut mit ihm überein.
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- Katharina Saluz-Gsell
Ironie kaschiert begrenztes Denken. Sie dient als verlässliches Mittel zum Zweck und somit oft als Weg des geringsten Widerstands. Das gilt für mich selbst und für alle, die ihre Meinung unbekümmert mit Ironie zum Ausdruck bringen.
Vermeintlich witzig, tatsächlich unbeirrt selbstgefällig, bietet Ironie keine Gelegenheit zu ernst gemeinter Replik. Im Streitgespräch perlen Widerspruch und Kritik an ihr ab wie Wasser am Ölzeug, während sie selbst zum Angriff rüstet.
Ironie mag für vieles stehen. Sie kann lustig, traurig oder bissig sein. Vielleicht will sie von der Wahrheit ablenken oder die Wirklichkeit erträglicher machen. Zu oft hingegen verhindert sie die Konsensfindung. Wo sie ins Spiel gebracht wird, ist die Verständigung unterbrochen; da gibt es keine Annäherung, kein Weiterkommen.
„Ironie ist ein bekanntes und weit verbreitetes rhetorisches Stilmittel“, erfahre ich beim Googeln. Das habe ich zuvor schon gewusst, möchte jetzt aber noch hinzufügen, dass das „bekannte rhetorische Stilmittel“ zu hoch im Kurs steht.
Im besten Fall führt Ironie nämlich in die Sackgasse. Im schlimmsten Fall wirkt sie zerstörerisch und selbstzerstörerisch zugleich, denn sie ist auch eine Waffe.

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- Peter-Jürg Saluz
Gestern endete eine langjährige Freundschaft abrupt. Ich habe die Stopp- und Delete-Taste gedrückt, und dieser Schritt fiel mir alles andere als leicht. Es macht mich tief traurig, dass das Fundament einer seit über fünfzig Jahren bestehenden, verlässlichen Freundschaft für immer zerstört ist. Unzählige gemeinsame Erinnerungen und das Für-einander-Dasein existieren nicht mehr.
Ironischerweise begann das Ende beinahe harmlos mit einem Bild von einem Eisbärenbaby, das von einer Eisscholle gerettet wird. Ich wollte es meiner langjährigen, sehr tierliebenden Freundin für ihre Fotosammlung schicken, und tat es auch. Doch die Antwort, die ich erhielt, war äusserst verstörend.
Sie schrieb: „Hoffentlich werden die Retter des Eisbärenbabys nicht auch noch rettend im Mittelmeer tätig.“
Ich war erschüttert und sprachlos, besonders deshalb, weil ich eben das Bild einer Flüchtlingsfrau mit ihrem Baby beim Aussteigen aus einem Schlauchboot gesehen hatte und noch unter dem Eindruck desselben stand. Meine weiteren Worte bewirkten jedoch nichts Gutes: keine Einsicht, sondern eine verabscheuungswürdige Reaktion.
Meine frühere Freundin erklärte, dass ich sie nicht überzeugt, sondern in ihrer Haltung nur bestärkt hätte. Es seien genau solche Bilder von Müttern mit ihren Kindern, die sie anwidern würden. Indem man ihre Situation abbilde, wolle man schliesslich nur Mitleid erregen.
Wenn diese Schilderung auch Sie sprachlos macht, kann ich das gut nachvollziehen. Mir fehlen ebenfalls die Worte, und im Kontext unserer zerbrochenen Freundschaft ist jedes weitere Wort jetzt ohnehin überflüssig.
Dennoch möchte ich noch auf etwas hinweisen: Ich bin mit der aktuellen Flüchtlingspolitik, den offenen Grenzen und dem Schengen-Abkommen ebenfalls nicht einverstanden. Trotzdem erwarte und wünsche ich, dass wir gerade in so schwierigen Zeiten das Menschsein nicht vergessen.
PS: Die hier verwendeten Bilder sind KI-generiert, doch authentische Fotos mit vergleichbarer Szenerie existieren zuhauf.
