saluz.com

 

 

 
 
Wo immer wir sind, was immer wir tun, hier informieren wir Sie:
saluz.com

SALUZER Der BLOG

Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

SALUZER Der BLOG Final

 

Payday for the future

Sie haben uns Impulse vermittelt, an denen einige von uns vorbei gegangen wären. Ich spreche von Hänsel und Gretel und allen, die am Freitag anderen als schulischen Verpflichtungen nachgehen. Vielleicht müssen wir den jungen Leuten dankbar sein. Möglicherweise hätten einige aus anderen Generationen aber ebenfalls Anerkennung verdient. Um solche buhle ich zwar nicht, aber ich möchte doch feststellen, dass in meinem Umfeld und sogar in meiner Familie das Umweltbewusstsein schon in vorgretianischer Zeit wach geworden ist.

Uneinsichtigkeit und Dummheit findet man in allen Ländern, in allen Hierarchien und in allen Generationen. Wer dagegen ankämpft, ist unser Verbündeter. Ihm, bzw. ihr, spenden wir gerne Lob und Anerkennung, und guten Bespielen folgen wir immer, allerdings nicht in lauten Demonstrationszügen. Diese sollten jetzt ohnehin durch Handlungen abgelöst werden.

Ich möchte Hänsel und Gretel jetzt wieder auf der Schulbank sehen. Sie sollen Wissen anhäufen und uns bei der Bewältigung der Zukunft helfen. Der Morgenwecker hat geklingelt. Wir sind wach und handlungsfähig. Der Payday for the future ist angebrochen. Jetzt beginnt das Realisieren. Die Schweizer Jugend fängt damit am besten mit dem Sammeln von Unterschriften an, damit sobald als möglich Volksbegehren zustande kommen, die Gesetzesänderungen verlangen, die bewirken sollen,

  • dass jegliches „Konfektionieren“ von Tieren und das Importieren und Verkaufen tierischer Produkte mit entsprechender Herkunft verboten wird;
  • dass der Verkauf und die Verwendung von Feuerwerkskörpern jeglicher Art bewilligungspflichtig wird und nur noch in Ausnahmefällen für öffentliche Veranstaltungen erlaubt werden darf;
  • dass sämtliche Maschinen und Fahrzeuge den beim Betrieb tiefstmöglichen Lärmpegel nie überschreiten dürfen.

Solche Initiativen können sofort initiiert werden. Wenn die vereinigten Gretianer zur Unterschriftensammlung schreiten, werden Begehren dieser Art schnell zustande kommen. Vorbereiten lassen sie sich an einem Freitag in einer der Staatskunde gewidmeten Schulstunde. Dann kann schon der darauf folgende Samstag zum Payday for the future werden.

Wir Babyboomer

Welch abstruse Idee, Klimaerwärmung und Umweltzerstörung als Hinterlassenschaft einer bestimmten Generation zu bezeichnen. Das erinnert an Rufmord. Als hätten wir Babyboomer allein durch den Zeitpunkt unserer Geburt Schuld auf uns geladen, stehen wir plötzlich als Hauptverantwortliche für den drohenden Klimawandel im Fokus einer rigoros urteilenden Öffentlichkeit. Man wirft uns vor, zum Schaden nachfolgender Generationen Misswirtschaft betrieben zu haben, sodass das Leben auf unserm Planeten jetzt gefährdet ist. Mit Unbedachtheit und Konsumwut hätten wir die Klimaerwärmung und somit den Kollaps der Welt vorangetrieben. Übersehen wird allerdings, dass der Grundstein zu einer solchen Entwicklung lange vor unserer Geburt gelegt war. So, wie der heutigen Jugend selbstverständlich alle erdenklichen Möglichkeiten und Bequemlichkeiten zur Verfügung stehen, machte man auch uns von klein auf ungefragt zu Nutzniessern eines Lebensstandards, der gemeinhin als normal galt. Wir wuchsen in ein Leben hinein, das vorgegeben war und das sich seither unmerklich aber kontinuierlich verändert hat. Ist es unsere Schuld, dass das Klimaproblem damals noch kein Thema war? Hätten wir uns auflehnen sollen gegen das, was man für modern und zeitgemäss hielt? Hatten wir überhaupt die Wahl? Schuldzuweisungen sind schnell gemacht. Lösungen bringen sie allemal nicht. Mit dem Benennen von Schuldigen verschafft man sich nur trügerische Erleichterung. Eine wichtige Erkenntnis scheint vielen Mühe zu bereiten. Nämlich, dass wir alle gleichermassen Verursacher, Verantwortliche und Leidtragende sind. Schuldzuweisungen sind ungeeignet, um Mitkämpfer zu mobilisieren. Wenn wir aber nicht am selben Strick ziehen, verlieren wir gemeinsam.

Churer Christbaumbrände

Die Taten sind verjährt. Viele der damals Beteiligten leben sogar nicht mehr. Ich kann also ganz unbefangen von einer nachweihnachtlichen Schandtat berichten, die erst aus heutiger Sicht frevelhaft erscheint. Vor etwa sechs Jahrzehnten habe ich mit einer fröhlichen Knabenschar ein feuriges Fest gefeiert. Es ist für wenige Jahre sogar zu einer kleinen wiederkehrenden Tradition geworden.

Jeweils nach dem Dreikönigstag haben wir in unserem Quartier nicht mehr benötigte Christbäume eingesammelt und auf eine grosse Wiese von Bauer Mani gebracht. Das Saluz Erinnerungenwäre heute nicht mehr möglich, weil auf dem seinerzeit von Weidebächlein durchzogenen Grundstück längst ein grosses Gewerbeschulhaus steht. Damals konnte man das Weideland aber problemlos betreten, weil es in selbiger Zeit im Januar meistens schneebedeckt und tief gefroren gewesen ist. Wir haben den Boden damals intensiv bearbeitet, allerdings nicht zur landwirtschaftlichen Nutzung. Mit Hilfe eines Stemmeisens sind zig Löcher in den harten Grund getrieben worden. Für etwa ein Dutzend ausgediente Christbäume sind gleich viele Löcher nötig gewesen, damit ein künstlicher Wald mit ehemals lebendig gewesenen Tannenbäumen erstellt werden konnte. Das Wäldchen mit den teilreanimierten Tännchen ist allerdings nach dem Aufstellen noch nicht fertig gewesen. Jetzt hat die meistens von mir angeführte Bubenschar nämlich den Getränkehändler und Transporteur Hans Graf-Meier besucht, weil man dort gleich zwei Attraktionen finden konnte. Riesige grüne Glasbehälter mit orangefarbenen, schlauchartigen Gummiventilen haben dort auf uns gewartet. Wir konnten uns, immer auf dem Rücken liegend, mit den in den Behältern verbliebenen Restmengen von Most den Durst stillen. Anschliessend ist unser Beutezug fortgesetzt worden. Unsere ganze Aufmerksamkeit haben wir dann in der Lastwagengarage den möglichst ölgetränkten Putzfäden gewidmet, die jeweils als Baumschmuck im Recycling-Wäldchen verwendet worden sind.

Reich behängt haben uns die Christbäume a.D. wieder wie bei ihrem Ersteinsatz gefallen. Einzig für den Lichterglanz mussten wir dann noch sorgen. Petrol und Streichhölzer haben uns dabei die Kerzen ersetzt. Ein Freudengeheul im Feuerglanz und eine schwarze Rauchwolke am Himmel sind schliesslich zum Ergebnis unserer nachweihnächtlichen Aktivitäten geworden.

Heute wäre so ein Event nicht mehr möglich. Feinstaubinszenierungen solcher Art sind ohnehin nie etwas Gescheites gewesen. Das habe ich längst eingesehen. Trotzdem gebe ich zu, dass mir das alles eine riesige Freude gemacht hat und immer noch macht; heute allerdings nur noch in der Erinnerung, und die schadet ja dem Klima nicht.


Kontakt

www.saluz.com

c/o Katharina + Peter-Jürg Saluz-Gsell

Frohbergstrasse 80a

CH-8620 Wetzikon ZH

E-Mail: info@saluz.com