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SALUZER Der BLOG

Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

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Ein zweischneidiges Schwert

Angst kann inspirieren und mobilisieren. Sie kann aber auch lähmen, dann nämlich, wenn sie übermächtig wird und jede Zuversicht zum Erliegen bringt. Angst ist ein zweischneidiges Schwert. Sie zu instrumentalisieren, auch wenn es einem guten Zweck dienen sollte, ist unberechenbar und gefährlich. So könnten sich Kampfgeist und Enthusiasmus junger Menschen, die auf die Strasse gehen und für Massnahmen gegen den drohenden Klimawandel demonstrieren, ob kursierender Worst Case-Prophezeiungen erschöpfen und in Lethargie oder gar Defaitismus umwandeln. Es wäre das genaue Gegenteil dessen, was jetzt Not tut. Nichts würde geschehen, um der fatalen Entwicklung entgegen zu wirken. Man sähe keinen Sinn darin, aktiv zu werden. Eine wichtige Bastion im Kampf ums Überleben – jene der Hoffnung – wäre gefallen. Deshalb müssen wir uns aufkeimender Angst genauso widersetzen, wie den verführerischen Versprechen dubioser Heilsverkünder oder der Ignoranz jener, die den Ernst der Lage verkennen und gegen jede Vernunft resistent sind. Um den Untergang auszurufen, ist es zu früh! Zumindest solange wir denken und handeln können und bereit sind, unsern Beitrag zu leisten.

Europa – ein Traum

Ich träume von einem vereinten Europa, das sich weniger um Macht und Vorherrschaft als um ein Miteinander und das Wohl seiner Menschen kümmert. Von einem Europa, das auf politische Ränkespiele verzichtet und auf echte Solidarität setzt. Ich spreche nicht von einem Konstrukt, sondern vom Ergebnis einer über Jahre gewachsenen Zusammenarbeit zwischen Ländern mit ähnlichen Ziel- und Wertvorstellungen. Mein Europa wäre nicht bloss ein vereinter, sondern ein geeinter Kontinent. Was in Wirklichkeit mehr sein mag als eine Utopie, ist eben doch nicht Realität. Ein Ideal vielleicht, dem man sich geduldig annähern muss. Aber kein auf Wunsch oder Beschluss hin zu erschaffendes Gebilde. Ein Europa für alle kann und darf nicht zum Experimentierfeld einer Führungsriege verkommen, die Macht mit Stärke gleichsetzt und Einsicht mit Schwäche verwechselt. Mein Europa ist immer noch Traum…

Absender unbekannt

Anonyme Post macht selten Freude. Manchmal verbreitet sie sogar Angst. Fast immer sorgt sie für Zwietracht, und mit Argwohn ist sie stets verbunden.

Während meiner aktiven Berufszeit bin ich öfter von schreibenden oder telefonierenden Feiglingen mit Unerfreulichem bedacht worden. Man hat mich am Galgen hängend gezeichnet, mir Bilder von tödlichen Waffen geschickt und mir einmal sogar mit der Tötung meiner damaligen Frau und meiner Kinder gedroht.

Was sich gegen mich richtet, kann ich problemlos wegstecken, obwohl ich im Lauf der Zeit mit vielen üblen Beschimpfungen fertig werden musste. Von den diversen Sachbeschädigungen will ich gar nicht reden. Wenn Gefahr für meine Familie droht, überfällt mich jedoch die nackte Furcht, besonders dann, wenn ich den Aggressor nicht kenne und mich demzufolge auch nicht mit ihm auseinandersetzen kann.

Seit ich pensioniert und sozusagen in der Versenkung verschwunden bin, muss ich mir um meine Familie weniger Angst machen. Das erleichtert mich zwar, lässt aber den Ärger über alles Anonyme nicht kleiner werden. Dass ich, wenn ich nach dem Urheber suche, zwangsläufig viele unschuldige Bekannte verdächtige, ist beschämend. Trotzdem nehme ich nach kurzem Innehalten die Suche meistens wieder auf, und dann geht auch das Verdächtigen weiter. Eigentlich weiss ich längst, dass Anonymes im Papierkorb landen sollte, doch folge ich dieser Erkenntnis bei weitem nicht immer. In manchen Fällen sind ja auch die Strafverfolger am corpus delicti interessiert. Ich könnte und sollte aber trotzdem vieles vernichten und weniger aufbewahren. Das fällt mir jedoch ganz und gar nicht leicht.

Jetzt ist eben wieder anonyme Post eingetroffen, an meine Frau und nicht an mich adressiert. Glücklicherweise hat sich die Sendung nicht als Paketbombe erwiesen. Symbolisch würden wir allerdings gerne eine Bombe zünden und den Absender identifizieren. Das wird jedoch nicht gelingen. Daher ist erneutes Verdächtigen und Spekulieren angesagt. Dieses Mal brauchen wir uns wenigstens nicht zu schämen, wenn wir mit unseren Vermutungen daneben liegen. Im ominösen Paket hat sich nämlich ein neues, sehr lesenswertes Buch befunden. Wir müssen daher den Absender nicht kennen, weil wir ihm ja nicht auf die Finger hauen wollen. Dass wir kaum erahnen, wem meine Frau das Buchgeschenk verdankt, ist trotzdem traurig. Danke hätte sie nämlich sehr gerne gesagt. Wir publizieren daher an dieser Stelle mit Grossbuchstaben

EIN GROSSES DANKESCHOEN FUER DAS TOTAL INTERESSANTE BUCH!

Hoffentlich wird die oder der Unbekannte darauf aufmerksam, denn zum ersten Mal hat uns anonyme Post Freude gemacht. Wenn wir Glück haben und eine Vermutung stimmt, kann die unerkannt gebliebene Person mit einigen richtig angeordneten Buchstaben aus dem fettgedruckten Text sogar eine Erkenntnis gewinnen. Dann trifft unser Dank doch noch am richtigen Ort ein.


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