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SALUZER Der BLOG

Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

SALUZER Der BLOG Final

 

Der Fremdgänger

In den letzten Tagen bin ich fremd gegangen. Schuld daran ist eine vielseitige Autorin, Verlegerin und Bloggerin. Sie heisst Renate Blaes und wirkt auf meine Gattin und mich inspirierend. Deshalb sind zwei neue Texte von mir auf den Webseiten dieser kreativen Frau erschienen. Damit sich dieses Fremdgehen nicht zum Nachteil unserer Leserschaft auswirkt, setze ich hier je einen Link zu der von mir verfassten Adventsgeschichte und zu meinem ersten Beitrag auf der kunterbunten Katzenseite von Renate Blaes. Die Links zu Renates Seiten erschliessen Ihnen unglaublich viel Spannendes. Bleiben Sie meiner Frau und mir aber bitte trotzdem treu, denn wir schreiben ja ebenfalls für Sie. Das haben wir übrigens soeben wieder getan, für einmal in einer besonderen Form. Das Ergebnis finden Sie hier. Sie können die Datei ausdrucken und damit Katzenfreunden ohne Internetzugang eine Freude machen.

Resilienz und Empathie

Menschen, die psychisch widerstandsfähig sind, bewundere ich sehr. Sie beeindrucken mich, weil an ihnen die grössten Sorgen abprallen. Meine Bewunderung verdienen sie aber nur dann, wenn sie ebenfalls über ein gesundes Mass an Empathie verfügen. Wer die eigenen Sorgen wie Duschwasser von sich abtropfen lässt oder lassen kann, verfügt über eine bärenstarke Psyche. Er darf daher auch selbstbewusst auftreten. Gleichgültigkeit verzeihe ich ihm aber nicht. Die Fähigkeit, sich auf Mitmenschen einzulassen, deren Gefühle zu verstehen und deren Sorgen wahrzunehmen, ist eine unverzichtbare, allerdings selten gewordene Gabe.

Meine Mutter hat mir einmal gesagt, man sei auf dem richtigen Weg, wenn man die Sorgen der Mitmenschen schwerer als die eigenen auf den Schultern fühle. Das will ich nie vergessen. Mit „liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ wäre Mama nie zufrieden gewesen. Ihre Nächstenliebe hat die Eigenliebe immer deutlich überragt. Deshalb hat Mutter viel grössere Ansprüche an sich und an uns Söhne gestellt. Mit Mutters Massstab messe ich jetzt auch meine Bekannten. Ihre Freundschaft bedeutet mir dann viel, wenn ich spüre, dass ihnen die Mitmenschen wichtig sind und sie ihnen mit Achtung, Respekt und Verlässlichkeit begegnen. Bewunderung darf auch im Spiel sein. Selbst uneitle Menschen freuen sich über Anerkennung und über ein verdientes Kompliment. Der eigene Glanz wird nicht matter, wenn man das Gegenüber zum Strahlen bringt. Ganz im Gegenteil: Wer strahlen lässt, setzt auch sich ins Licht.

Keine Absolution um jeden Preis

Mussten Sie sich auch schon einmal entschuldigen, oder haben Sie - was bedeutend edler gewesen wäre - einmal aus freien Stücken um Verzeihung gebeten? Ich kenne beide Situationen und die damit verbundenen Gefühle. Wer sich aus rein taktischen Gründen, jedoch bar jeder Einsicht, entschuldigt, wird über seine eigene Unehrlichkeit nicht froh. Im besten Fall wird man zur Tagesordnung zurückkehren und den Konfliktstoff bis zur nächsten Eruption auf Sparflamme köcheln lassen. Glücklich macht das aber nicht. Viel positiver wirkt es sich jedoch aus, wenn jemand ohne jeden Zwang aus lauter Einsicht um Verzeihung bittet. Dann gewinnen zwischenmenschliche Beziehungen sogar an Qualität. Ähnliche Gedanken in spiegelverkehrtem Sinn macht man sich, wenn man selbst um Verzeihung gebeten wird. Mit demjenigen, der einen Fehler eingesehen und allenfalls sogar wieder gutgemacht hat, rauche ich gerne die Friedenspfeife. Wenn jemand jede Einsicht vermissen lässt oder sich Unverzeihliches leistet, werde ich ihm die Hand allerdings nie entgegen strecken. Taktik spielt dann überhaupt keine Rolle, und ich nehme notfalls für meine Standfestigkeit auch Nachteile in Kauf. Oberflächliche Versöhnung um jeden Preis muss nicht sein. Ich kann auch mit einem fortdauernden Zwist leben, sofern ich diesen nicht verschuldet habe. Das tönt und ist vielleicht selbstgefällig, macht mich aber auch stark. Wenn Zuneigung, Sympathie und Verständnis definitiv verspielt sind, kann man sie mit Gleichgültigkeit, Desinteresse und in absoluten Extremfällen sogar mit Hass ersetzen. Mir ist das alles nicht fremd. Obwohl ich die dritte Gefühlsstufe zeitlebens wirklich nur selten gezündet habe, wirkt berechtigter Hass auf mich wie eine Urkraft, die nie mehr vergeht. Das ist sicher unchristlich. Daher bitte ich Sie in aller Form um Verzeihung, wenn Ihnen dieses ehrliche Geständnis die Sprache verschlägt.


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