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SALUZER Der BLOG

Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

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Unstrukturierte Corona-Gedanken

Im Zusammenhang mit der Pandemie geht mir vieles durch den Kopf. Ich merke plötzlich, wie wichtig kleine, nahe gelegene Quartierläden sind, und dann nehme ich mir vor, das auch nach Covid 19 nie mehr zu vergessen. Wenn wir solche Einkaufsmöglichkeiten bewahren wollen, müssen wir deren Existenz sichern und auch nach der Krise nicht alles am billigsten Ort einkaufen.

Meine Frau hat vor längerer Zeit eine Reise für zwei Personen nach Rom gebucht. Das Hotel für den mehrtägigen Aufenthalt und der Hin- und Rückflug sind längst bezahlt. Um eine Rückerstattung der Kosten werden wir uns aber nicht bemühen. Das würden wir auch bei nicht stattfindenden Veranstaltungen so halten. Wer kein Geld zurückfordert, zeigt sich solidarisch.

Wenn ich lese, dass man sich vor Überlastungen des Internets fürchtet und eine Priorisierung der Festnetz-Telefonie prüft, frage ich mich einmal mehr, warum das sehr störungssichere analoge Telefonnetz ausser Betrieb gesetzt worden ist. Wird eventuell jetzt doch noch ein Umdenken stattfinden und die teilweise immer noch vorhandene Infrastruktur wieder reaktiviert?

Ich freue mich, wenn der Bundesrat existenzsichernde Massnahmen ergreift, damit unser Dienstleistungsnetz nicht zerstört wird. Das würde ich durchaus gerne mit einem persönlichen Beitrag unterstützen. Über eine per Notrecht eingeführte, temporäre Sondersteuer liesse sich sicher Kapital beschaffen.

In der öffentlichen Diskussion fehlt mir bis jetzt ein wichtiges Thema. Wenn die Pensionskassen bei fallenden Börsenkursen dramatische Verluste erleiden, wenn Firmen keine Dividenden mehr bezahlen und Obligationen nahezu wertlos werden, fragt man sich, was mit den Renten passiert. Auch die Rentner-Generation ist ja vor Existenzängsten nicht gefeit.

Es gibt indessen auch weniger wichtige Themen, die einer Klärung bedürfen. Wie ist z.B. der Kaminfegerdienst geregelt? Zieht der schwarze Glücksbringer immer noch von Haus zu Haus oder muss auch er eine Zwangspause machen? Fragen dieser Art gibt es noch viele. Der Informationshunger ist grenzenlos. Daher schätze ich das Engagement unserer Behörden wirklich sehr.

Das Wort Solidarität hört man in diesen Tagen erfreulich oft. Für gewisse Leute ist das allerdings nur eine bedeutungslose Worthülse. Die Verschwörungstheoretiker, die Ignoranten und die Egoisten fühlen sich davon nicht angesprochen. Sie bleiben erfreulicherweise aber in der Minderheit. Zeichen echter Nächstenliebe sind viel häufiger. Dafür bin ich dankbar.

Ich soll ein Hochrisiko-Patient sein. Das macht mir als Siebzigjährigem jedoch keine Angst. Es verpflichtet mich aber zum Einhalten aller Auflagen, da man mit Fatalismus und Ignoranz andere Menschen gefährdet. Gerade deshalb ärgere ich mich sehr über die selbstgefälligen alten Säcke meiner Generation, die sich an nichts halten und einzig ihre eigenen Interessen vertreten. Glücklicherweise sind auch sie eine Minderheit.

Da ich in diesen Tagen vermehrt mit fremder Einsamkeit konfrontiert bin, versuche ich, dieser per E-Mail und mittels Telefon zu begegnen. So kann ich mich, ohne Haus und Hof zu verlassen, ebenfalls solidarisch und auch dankbar zeigen. Dankbar bin ich nämlich wirklich, denn mein soziales Umfeld ist sehr intakt.

Machen Sie mit. Rufen Sie einsame Menschen an, verschicken Sie ansprechend gestaltete E-Mails und Briefe. Sie dürfen dazu auch folgenden Text oder sonst etwas von unserer Sonderseite verwenden. Urheberrechte machen meine Frau und ich sicher nicht geltend.

 

Besuchen

 

Bleiben Sie vernünftig, solidarisch und gesund!

 

 

Sternstunden

Wenn ein kluges Mädchen in einem Werbespot fragt, warum der Vater die Pizza nicht mit einer „App“ bestellt, weil das doch „bubileicht“ sein soll, werde ich nachdenklich. Ich kann mich nämlich noch an die Zeiten erinnern, in denen in jeder Verordnung parallel zu den männlichen Begriffen auch die weiblichen Bezeichnungen eingeführt werden mussten. Im Interesse der besseren Lesbarkeit habe ich damals vorgeschlagen, abwechslungsweise die männliche und die weibliche Form zu verwenden. Diese Idee ist natürlich chancenlos gewesen. Mittlerweile wird es aber noch komplizierter, denn jetzt müssen auch die „Sternchen-Menschen“ zu ihrem Recht kommen. Dafür sollten wir Verständnis aufbringen. In unserer absolut problem- und sorgenlosen Zeit braucht es schliesslich Themen, die in der Öffentlichkeit Beachtung finden…

Vor diesem Zeitgeist muss ich wohl kapitulieren. Ohne ein letztes Aufbegehren will ich das aber nicht tun. Ich wehre mich für meinen Enkel, auf den ich sehr stolz bin. Wenn etwas in Zukunft als einfach dargestellt wird, darf man nur noch den Begriff „bubi-, mädchen- und sternchenleicht“ verwenden. Das erspart mir einen schweren Konflikt. Meine Enkelkinder beweisen mir nämlich immer wieder, dass Klugheit nicht geschlechtsabhängig ist. Sie bescheren mir damit Sternstunden. Daher kann ich mir einbilden, dass die den Lesefluss hemmenden Sternchen ihnen zuliebe eingefügt werden.

An sich selbst glauben

Wenn ein junges Leben wegen vermeintlicher Hoffnungslosigkeit ein Ende findet, ist das unendlich traurig und schwer zu verstehen. Deshalb brauchen wir eine von Herzenswärme und Anteilnahme geprägte Suizid-Prophylaxe. Mit Gevatter Tod sollten wir uns aber trotzdem arrangieren und die mit ihm verbundenen Ängste ablegen.

Angst vor dem Tod hat kaum jemand. Vor dem Sterben aber fürchten sich viele. Genau das müsste jedoch nicht sein. Wenn die Zeit gekommen ist und wir - mit oder ohne Assistenz - selbstbestimmt den letzten Schritt tun, kann alles ganz sanft gehen. Dann spürt man auch als Nichtgläubiger, was das Wort Erlösung bedeutet.

Mir und vielen meiner Bekannten ist das Recht auf Selbstbestimmung wichtig. In meinem Umfeld hat es daher schon etliche Menschen gegeben, die still und leise, aber im Einklang mit sich selbst aus dem Leben geschieden sind. Könnte man sie postmortal noch einmal befragen, würden sie uns ganz sicher die Richtigkeit ihrer Entscheidung bestätigen.

Wenn es bei mir einmal so weit ist, werde ich nur noch an mich selbst denken. Dann verbiete ich mir jede Einmischung, denn es zählt einzig mein Wille. Sie müssen jetzt aber nicht denken, dass ich unmittelbar vor dem letzten Schritt stehe. Bei den lieben Menschen, die mich umgeben, möchte ich durchaus noch bleiben. Mein Blick in die Zukunft und das Vorbereiten des letzten Schrittes entfalten daher einstweilen nur präventive Wirkung. Weil für den Fall des Falles jedoch alles geregelt ist, kann ein temporärer Depressionsschub keine unbedachte Kurzschlusshandlung bewirken. Darum geniesse ich das Leben jetzt viel unbekümmerter, denn ich weiss ja, dass ich es jederzeit ganz selbstbestimmt ablegen kann, wenn mir die Lebensperspektiven nicht mehr gefallen. Mein letzter Schritt wird der eines Gläubigen sein. Ich glaube nämlich an mich selbst und an das Recht auf Selbstbestimmung.


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