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SALUZER Der BLOG

Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

SALUZER Der BLOG Final

 

Der Kreis wird sich schliessen

Ruhe kehrt ein

 

Irgendwann wird nichts mehr wichtig sein. Ein Gedanke, der mich tröstet und beflügelt. Wenn nichts mehr wichtig ist, gibt es keine Notwendigkeiten und deshalb keine Zwänge, keine Gefahren und Risiken, keine Nöte, kein Richtig oder Falsch, kein Gut oder Böse, keine Trauer, aber auch kein Glück mehr. Der Kreis wird sich schliessen, die Wogen werden sich glätten und Stille kehrt ein.

Angst - kultiviert und verachtet

Nicht mit Mut und Entschlossenheit, sondern mit dem Verunglimpfen Angstgeplagter schafft man sich Achtung. Angst macht angeblich dumm und hässlich. Angst und Aufgeschlossenheit sind hingegen unvereinbar. Da setzt man natürlich alles daran, die eigene Angst zu überwinden. Oder man verleugnet sie einfach. Wer das schafft, legitimiert sich für die Zugehörigkeit zu einer exquisiten Schicht.

Kein Tag vergeht, an dem Angstgeplagte nicht an den Pranger gestellt und einer zu grossen Selbstbezogenheit bezichtigt werden. Doch wer tief im Sumpf düsterer Gedanken steckt, befreit sich daraus nur schwer. Einen Platz im Trockenen bekommt man nicht umsonst. Der kostet seinen Preis, und den kann sich nicht jeder leisten. Wer unter Angst leidet, lädt keine Schuld auf sich. Ihm fehlt es vielleicht an Kraft.

Während sich Angst ausbreitet, wird diese von der geläuterten Elite als Gespinst abgetan oder zur perversen Schockstarre des Wohlstands erklärt. Angst ist nicht greifbar, obschon eine Redewendung dies behauptet. Sie ist auch nicht sichtbar. Aber wo sie andockt, hinterlässt sie Spuren und bewirkt etwas. Menschen, die von ihr erfasst werden, verändern sich. Lässt man der Angst freien Lauf, steigert sich ihr Potenzial. Zuerst im Kleinen, dann im Grossen, entwickelt sie ihr Eigenleben.

Politiker haben ein besonderes Verhältnis zur Angst der Menschen. Entweder sie ignorieren sie und schweigen sie tot oder sie kultivieren und missbrauchen sie als Mittel zum Zweck. Dazwischen scheint es nichts zu geben. Angst ist zum politischen Begriff, zum Synonym für eine bestimmte Haltung geworden. Zwei sich gegenüber liegende Seiten buhlen um manipulatorische Überlegenheit und die Angst spielt dabei eine Hauptrolle.

Dieses Spiel muss gestoppt werden, doch verbieten lässt es sich nicht. Deshalb müssen wir das Mitspielen verweigern. Wir dürfen uns nicht als willige Statisten zur Verfügung stellen. Wo der Glaube stirbt, beginnt das Denken. Das werden auch die redegewandten Leadertypen merken, wenn sie uns mit ihrer zweckdienlichen Logik drangsalieren.

Selbsterkenntnis

Fast fünfzig meiner Lebensjahre habe ich bis zu einer ersten wichtigen Erkenntnis „verbraucht“. Dass jeder Art von Mensch, also auch Knaben und Männern, Tränen erlaubt sind, ist mir viel zu spät - in gewissem Sinn aber doch noch rechtzeitig - bewusst geworden. Sie sind nämlich in den vergangenen Jahrzehnten bei mir reichlich geflossen.

Mit der Selbsterkenntnis ist das so eine Sache. Sie vermittelt Einsicht und beschämt gleichzeitig. Das spüre ich gerade jetzt sehr intensiv. Mit der Absicht, ein etwas weniger schlechter Mensch zu werden, analysiere ich mich immer wieder selbst. Deshalb ist mir auch plötzlich bewusst geworden, dass ich mich manchmal in bester Absicht übergriffig verhalte.

In den vergangenen Lebensjahrzehnten durfte ich vielen Leuten auf unterschiedlichste Art und Weise helfen. Das hat mir Freude und Stolz vermittelt. Stolz auf die eigene Hilfsbereitschaft sollte man aber gar nicht empfinden, denn Selbstverliebtheit ist des Teufels und bewirkt ein Fehlverhalten.

Jetzt, wo mir bewusst geworden ist, dass ich den mir wichtigen Menschen oft ungefragt etwas in Form von Rat, von Einladungen oder von praktischer Hilfe aufgedrängt habe, will ich mich auch in diesem Punkt ändern. Ich will zurückhaltend sein und warten, bis jemand fragt, ob ich etwas Bestimmtes tun könnte bzw. möchte.

Dass ich sogar im fortgeschrittenen AHV-Alter noch lernfähig bin, macht mich fast schon wieder stolz. Trotzdem empfehle ich niemandem, es mir gleichzutun. Wenn ich aber um  Rat gefragt werde...


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