saluz.com

 

 

 
 
Wo immer wir sind, was immer wir tun, hier informieren wir Sie:
saluz.com

SALUZER Der BLOG

Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

SALUZER Der BLOG Final

 

Ein kakophoner Kanon

Die Medien überschlagen sich mit Berichten über die Opfer der Pandemie. Nein, es geht nicht um die an Covid Erkrankten und Verstorbenen, auch nicht um deren Angehörige und jene, die ihre Existenz verloren haben. Im Fokus stehen Menschen, die sich wegen der angeordneten Schutzmassnahmen ihrer Alltagsgewohnheiten beraubt und deshalb ungerecht behandelt fühlen. Ihre Not sei gross, meinen sie, weit schlimmer als die Angst vor Krankheit und Tod. Wer der dramatischen Rhetorik folgt, wähnt sich in einer andern Welt. Dass Massnahmen zum Schutz von Leben solches Leid auslösen, ist paradox und unbegreiflich. Der Mensch ist wohl nicht das von Vernunft gesteuerte Wesen, für das er sich gerne hält. Zumindest der demokratieverwöhnte Wohlstandsmensch sieht rot, wenn seine Möglichkeiten auch nur vorübergehend und zugunsten eines höheren Ziels beschnitten werden. Einschränkende Anordnungen empfindet er als böswillige Attacken auf die Freiheit. Daran hält er auf Biegen und Brechen fest. Auch wenn sich die Umstände verändern und zu neuen Notwendigkeiten führen.

Die Pandemie deckt menschliche Mängel und Schwächen auf und verlangt von uns allen einen besonderen Effort. Was in der Theorie als unbestritten gilt, stösst allerdings an verschiedenen Fronten auf Widerstand. So wähnen sich die betagten Menschen in den Altersheimen als Hauptleidtragende der aktuellen Situation. Um sie vor Ansteckung zu schützen, würden sie weggesperrt und eingeschlossen. Man isoliere und behandle sie wie Schwerverbrecher. Ihr Leben sei nicht mehr lebenswert, denn man entmündige sie und ignoriere ihre Bedürfnisse. Manche der älteren Menschen bekunden den Wunsch, lieber zu sterben, statt auf den Besuch ihrer Sprösslinge zu verzichten. Sie wollen ihren Lebensabend nicht einsam und abgeschottet, sondern im Beisein ihrer Liebsten verbringen. Während des Wehklagens der Älteren, ertönen auch die wütenden Forderungen Junger und Jugendlicher, die glauben, mehr zu leiden als der Rest der Bevölkerung. Es sei ihnen nicht möglich, ihr Leben zu leben und ihre Zukunft zu planen. Gar von Verzweiflung ist die Rede, da es weder Spass noch Freude gebe. Nur eine Stimme fehlt im kakophonen Kanon – jene der Einsicht.

 

Kako

 

 

Ein Vorbild, das fehlt

Sie war bestimmt nicht böse gemeint, aber wenig taktvoll und ungewollt verletzend ist sie doch gewesen. Gemeint ist die Schlagzeile „Oh läck du mir-Sänger ist tot“, die in vielen Medien gleichlautend publiziert worden ist.

1978 mit Guido EugsterDass Guido Eugster nicht mehr lebt, macht viele Menschen traurig, nicht nur solche, die ihn und seine beiden Brüder als Trio Eugster verehrt haben. Wer Guido wirklich gekannt hat, wird ihn besonders deshalb vermissen, weil ein kluger, humorvoller und grundgütiger Mensch nicht mehr unter uns weilt. Ich jedenfalls werde mich so an ihn erinnern. Das musikalische Erbe, das wir ihm, Alex und Vic verdanken, bleibt uns ja erhalten.

Wenn ich an die weit, weit zurückliegenden gemeinsamen beruflichen Jahre mit Guido zurückdenke, werden viele schöne Erinnerungen wieder wach. Es ist dann, als ob die Fröhlichkeit bereits wieder zurückkehren dürfte.

Mein letztes Telefongespräch mit Guido werde ich nicht vergessen. Er hat mir begeistert von einem Familienausflug erzählt und mir einmal mehr gezeigt, wie dankbar er für seine wunderbare Ehefrau Edith, für seine Tochter Corinne, seinen Sohn Oliver, seine vier Enkelkinder und die ganze Familie gewesen ist. Das geht weit über das musikalische Vermächtnis von Guido hinaus. Wenn sich die Hinterbliebenen daran erinnern, wird sie das trösten, weil Guido von ihnen alles bekommen hat, was sich ein Mensch nur wünschen kann: Liebe, Zuneigung und Wertschätzung. Er hat das auch verdient. Und wenn schon ein Eugster-Titel als Schlagzeile dienen soll, dann schlage ich „Ganz de Bappe“ vor. Das würden nämlich Corinne und Oliver sagen, wenn man sie fragen würde, wie ein Vorbild für sie sein müsste.

Zwischen Macht und Menschlichkeit

Das kürzliche Schuldbekenntnis der deutschen Bundeskanzlerin lässt die Leute rätseln. Ein schlauer Schachzug? Taktik der gehobenen Art? Vielleicht bin ich naiv, wenn ich hinter Angela Merkels Entschuldigung „nur“ das sehe, was eine Entschuldigung sein will. Das Eingeständnis, einen Fehler begangen zu haben und die Grösse, ohne Ausflüchte dazu zu stehen.

Angela2Weshalb mich Frau Merkels jüngstes Statement so sehr beschäftigt, kann ich nicht genau sagen. Mir fehlt die logische Erklärung, dennoch habe ich eine Ahnung. Mich interessiert, was sich im Leben einer Politpersönlichkeit zwischen Macht und Menschlichkeit abspielt. In dem Bereich also, der sich dem öffentlichen Fokus entzieht und den man aufgrund von Gestik und Mimik zu entschlüsseln sucht. Ich widerspreche nicht, wenn die Kanzlerin als clevere Strategin bezeichnet wird. Aber ich erkenne weit mehr als das politisch-strategische Talent, das diese aussergewöhnliche Frau auszeichnet und sechzehn Jahre lang Bundeskanzlerin bleiben liess. Ihr nüchternes Wesen, welches ohne Schauspielerei und Extravaganzen auskommt, muss Ausdruck innerer Stärke sein. Angela Merkel verkörpert Authentizität in reinster Form und sie überzeugt durch ihre Überzeugung. Ein Gefühl, das sich nicht verwedeln lässt. Aus nachbarschaftlicher Distanz wünsche ich mir auch für die Schweiz einige Merkels. Persönlichkeiten, die nicht nur kämpferisch ihre Politik betreiben, sondern auch einmal innehalten und einen Fehler zugeben. Doch das wäre wohl zuviel verlangt.


Kontakt

www.saluz.com

c/o Katharina + Peter-Jürg Saluz-Gsell

Frohbergstrasse 80a

CH-8620 Wetzikon ZH

E-Mail: info@saluz.com