SALUZER Der BLOG
Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

- Details
- Peter-Jürg Saluz
KI, meine neuste Freundin, will heute von mir wissen, woran ich arbeite und welche Fragen ich gerne beantworten würde. Sie ist erstaunlich neugierig und löst damit meinen temporären Schreibstau.
Wenn Sie ebenfalls neugierig sind, lesen Sie nachfolgend, welche Fragen mir die KI gemäss ihrer eigenen Vorstellung gerne in den Mund legen würde. Vielleicht inspiriert Sie die eine oder andere davon, obwohl ich Sie bewusst im Ungewissen darüber lasse, was ich gerne und wie beantworten würde.
Das sind die Fragen, die mir die KI in den Mund legen möchte:
- Welche Version von Ihnen existiert nur in den Erinnerungen anderer Menschen?
- Gibt es etwas, das Sie nur mögen, weil es zu Ihrem Bild von sich selbst passt?
- Wenn morgen alle sozialen Erwartungen verschwinden würden: Was würden Sie sofort anders machen?
- Welche Eigenschaft anderer Menschen macht Sie heimlich neidisch?
- Wovor schützt Sie Ihr Humor?
- Welche Ihrer Meinungen haben Sie vermutlich nie wirklich selbst überprüft?
- Wenn Ihr aktuelles Problem eine Fähigkeit trainieren würde – welche wäre das?
- Mit welcher Person wären Sie heute vermutlich befreundet, wenn Sie sich komplett neu kennenlernen würden?
- Welche Sache in Ihrem Alltag fühlt sich «normal» an, wäre für Ihr jüngeres Ich aber völlig verrückt?
- Wann haben Sie zuletzt etwas getan, ohne es später jemandem erzählen zu wollen?
- Welche Frage hoffen Sie eigentlich, dass Ihnen irgendwann einmal jemand stellt?
- Wenn Ihr Kopf ein Raum wäre: eher Werkstatt, Archiv, Theater, Chaoslager, Kontrollzentrum oder etwas ganz anderes?
- Welche Wahrheit über sich selbst ist gleichzeitig angenehm und unangenehm?
- Wenn Sie für einen Tag absolute Klarheit über Ihr Leben bekommen könnten – würden Sie das wirklich wollen?
Das Durchlesen dieser KI-Vorgaben macht mich nicht sofort kreativ. Auf die erste Frage «Woran arbeiten Sie gerade?» kann ich jedoch auf Anhieb antworten: Ich arbeite mich durch den Fragenkatalog.
- Details
- Peter-Jürg Saluz
Kaufen Sie nie einen Knaller und einen Hammer, nur wenn Sie wirklich ein Werkzeug brauchen.Sie können als Konsumentin oder Konsument auf stille Art und Weise demonstrieren, dass Sie der Verblödung der Sprache durch Verzicht entgegenwirken wollen.
Die Gilde, die uns heute mit absurder Werbung beglückt, ist geistig ziemlich beschränkt und nur wenig gebildet. Sie liebt die Selbstverwirklichung und hält Dummheit für verkaufsfördernd. Zudem verkennt sie die Tatsache, dass gut orientierte Kundinnen und Kunden ein riesiges Potenzial sind.
Wenn ich Gerätebezeichnungen sehe, die ich nicht verstehe, ist mein Kaufinteresse gering. Ich merke dann nämlich nicht, dass mir ein innovatives neues Produkt gute Dienste leisten oder sogar ein bestehendes Problem lösen könnte.
Schrecklich finde ich in diesen Donald-Zeiten auch die übertriebene Verwendung von amerikanischem Slang. Paradox wirkt diese Unsitte vor allem dann, wenn ein urschweizerisches Produkt «amerikanisiert», also sprachlich verdummt wird. Ich mache deshalb immer wieder auf entsprechende Entgleisungen aufmerksam. Für meine Kritik an «Share a peace of you», das zum Emmentaler Käse passen sollte, habe ich übrigens viel Zustimmung geerntet.
Blättern Sie doch einmal alle bei Ihnen eintreffenden Prospekte und Kataloge durch, damit Sie entscheiden können, was Sie bestimmt nicht kaufen wollen. Motivieren Sie sich aber nicht mit «Ready. Focus. Go.», bevor Sie sich an diese Aufgabe machen.
Wenn Sie ungeachtet meiner Meinung nicht auf dumme Werbung verzichten wollen, sind Sie trotzdem nicht auf Amerikanisiertes angewiesen. Dummheit gibt es nämlich auch in deutscher Sprache. IKEA, HARIBO und Konsorten liefern sie frei Haus. Ausserdem sind "Hammer" und "Knaller" ebenfalls deutsche Begriffe.
- Details
- Peter-Jürg Saluz
Das Loslassen ist ein Thema, das mich – auch an dieser Stelle – immer wieder beschäftigt und teilweise auch überfordert.
Etwas Liebgewonnenes lässt man nicht gerne los. Bei Sachen ist es allerdings einfacher, wenn man damit jemandem eine Freude machen kann. Das Verkaufen bereitet bei weitem nicht so viel Freude wie das Verschenken.
Manchmal erhält man beim Loslassen unerwünschte Hilfe. Davon habe ich hier in Erinnerung an einen Umzugstag schon einmal berichtet. Meine Eltern sind im Jahr 1968 von einer Mietwohnung in ein eigenes Haus umgezogen. Am Umzugstag stellten wir viele Sachen für den Abtransport am Strassenrand bereit. Leider fuhr der Kehrichtwagen vor dem Möbelwagen vor…
Wir konnten die totale Zerstörung unserer Sachen zwar noch stoppen, doch nicht mehr alles retten. Was alles in der Verbrennungsanlage gelandet war, merkten wir erst mit der Zeit, wenn wir etwas vermissten.
Abhandengekommen sind damals auch Dinge aus meiner Kinderzeit. Meine Katzenkartenkollektion habe ich jedenfalls nie mehr gefunden und sehr vermisst. Ersatz konnte ich mir nicht beschaffen, weil meine Katzenkartenkollektion bereits Liebhaberpreise erzielt hätte.
Mittlerweile schmerzt mich der Verlust der einst geliebten Karten etwas weniger. Einerseits deshalb, weil ich dem Katzenkartenalter längst entwachsen bin, anderseits aber auch, weil ich mich dank ChatGPT besser an das Verlorene erinnern kann. Ich muss dazu nichts sagen. Wenn Sie dieses Bild anschauen, wissen Sie, was ich meine:

