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SALUZER Der BLOG

Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

SALUZER Der BLOG Final

 

Selina antwortet nicht mehr

Saluz Bedenkenswert

 

Obwohl ich mit sehr vielen Leuten intensive Kontakte pflege, hat mir der Jahreswechsel gezeigt, dass das in viel zu geringem Umfang geschieht. Zwei meiner Neujahrskarten sind unbeantwortet geblieben, weil ich sie unwissend an bereits verstorbene Menschen adressiert habe. Da den beiden Todesfällen längere Erkrankungen vorausgegangen sind, schäme ich mich, weil ich das nicht mitbekommen habe.

Es genügt wirklich nicht, wenn man nur an Geburtstagen oder zum Jahreswechsel Post verschickt. Umständehalber sind meine Kapazitäten jedoch trotzdem beschränkt und für meinen noch immer sehr grossen Bekanntenkreis viel zu gering.

Ich offenbare mein Ungenügen an dieser Stelle mit gutem Grund. Vielleicht gehören ja auch Sie zu den Menschen, die nur zu speziellen Anlässen schreiben oder telefonieren. Dann sollten Sie, wie ich das auch tun muss, Ihr Verhalten überdenken. Sonst kommen Sie immer wieder einmal zu spät. Dass Sie das nie erleben müssen, wünsche ich Ihnen von Herzen. Das Umgekehrte wünsche ich Ihnen ebenfalls. Sie sollen sich nie allein fühlen, weil viele liebe Menschen mit Ihnen in Kontakt bleiben. Der Slogan

GEMEINSAM STATT EINSAM

 soll uns durch das noch junge Jahr 2021 und in aller Zukunft begleiten.

Eine kleine Philosophie des Glaubens

TransformationDie Frage, ob ich an etwas glaube, konnte ich immer beantworten. Hätte ich mich aber auf einen einzigen Begriff beschränken müssen, wäre ich früher überfordert gewesen. Natürlich glaubte ich stets und zu allen Zeiten an vieles. An konkrete, rein praktische, zweckdienliche und angenehme Dinge, aber auch an abstrakte Werte, an die Kraft der Gefühle, die Liebe, die Toleranz, an die Solidarität, die Intelligenz, die Schönheit, die Kreativität und mehr. Doch hier beginnt das Problem. Wie soll ich meinen so umfassenden Glauben benennen? Das Gute? Das Gute im Menschen? Klingt abgedroschen. Stimmen würde es auch nicht, denn zu oft haben Menschen nichts von dem Guten vorzuweisen, an das ich gerne glauben möchte. Wie packe ich also diese Vielfalt an Glaubenswertem, aber vielleicht nicht Existierenden in ein Wort? Kann etwas, das es womöglich gar nicht gibt, Inhalt eines Glaubens sein? Spräche man da nicht besser von einem Wunsch? Spiegelt Glauben nicht ohnehin eine Form des Wünschens wider? An den Frieden glaubt, wer ihn herbei wünscht, nicht wer den Krieg übersieht. Mit der Aussage „Ich glaube an dich!“ spendet man einem lieben Menschen Kraft und Mut. Man hofft, der altgediente Spruch entfalte Wirkung. Oder ist Glauben schlicht eine andere Bezeichnung für Verdrängung? Glaubt man, um böse Gedanken zu vertreiben? Ist schliesslich alles nur eine Frage der Definition? Ist Glauben Wünschen und Hoffen? Beginnt Glauben da, wo Wissen aufhört? Oder macht zuviel Wissen Glauben unmöglich, weil es vorwegnimmt, was den Glauben so magisch macht?

Veränderung zulassen

Die Pandemie ermöglicht vieles, was unter normalen Umständen nicht möglich ist und sie macht deutlich, was ohne sie unbemerkt bliebe. Sie zeigt auf, was funktioniert und was nicht. Sie bringt die guten und schlechten Eigenschaften von Menschen an den Tag, macht sie sichtbar und aktiviert sie. Während sich hier positives Potenzial entfaltet, legen dort destruktive Kräfte zu. Damit müssen wir leben. Die Pandemie wirkt vielfältig und verstärkend in alle Richtungen. Sie fördert Bewusstsein und Wahrnehmung. Wir entscheiden, wo wir selber stehen, wie und wohin wir uns bewegen, ob wir tun, was wir schon immer wollten, oder ob wir verzichten, wo es längst fällig gewesen wäre. Eine Gelegenheit, über die eigenen Bücher zu gehen und Veränderung zuzulassen.


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