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Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

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Charakterfragen

Dass der CS-Präsident gehen muss, ist ein gutes Signal, allerdings auch eines, das viel zu selten ausgesendet wird. Machtmissbrauch und überhebliche Ignoranz bleiben sehr oft ungesühnt, manchmal so lange, bis ein Gericht tätig wird.

Wer António Horta Osóriobehauptet, Geld verderbe den Charakter, trifft oft in Schwarze. Aber auch Ruhm kann den Charakter schädigen. Mir kommen in diesem Zusammenhang Banker, Tennisspieler, Politiker und viele andere schillernde Figuren in den Sinn. Etliche von ihnen haben mich enttäuscht, weil ich sie während langer Zeit als integer eingestuft und meine Fehleinschätzung viel zu spät bemerkt habe.

In diesen Zeiten, die uns laufend negative Nachrichten bescheren, soll trotz allem das Positive in den Vordergrund treten. Menschen, die unser Vertrauen verdienen, gibt es glücklicherweise in allen Gesellschaftsschichten und auf allen Hierarchiestufen. Ihnen wollen wir zeigen, wie sehr wir ihr Verhalten schätzen. Die selbstsüchtigen Ignoranten müssen hingegen unsere Verachtung spüren, ungeachtet davon, ob sie Banker, Tennisspieler, Impfverweigerer oder Pandemieleugner sind. Erfolglose Dialoge wollen wir mit ihnen nicht mehr führen. Es genügt, wenn wir sie ausgrenzen und für gar nichts mehr berücksichtigen. Wir entscheiden ja, wo wir einkaufen, wen wir einstellen, wen wir wählen und mit wem wir überhaupt noch Kontakt haben wollen,

Wenn jede Stimme zählt

Mit dem berühmten Satz „Jede Stimme zählt!“ hat man mich soeben aufgefordert, eine Petition für die Abschaffung der Maskenpflicht an Schulen zu unterzeichnen. Dem Begehren könnte ich schon inhaltlich nicht entsprechen, obwohl ich den Kindern von Herzen einen maskenfreien Unterricht gönnen würde. Wenn es die Pandemiebekämpfung erfordert, muss auch das Anordnen einer Maskenpflicht für die Schulkinder möglich sein. Es ist allerdings auch klar, dass eine solche Pflicht nur situationsgerecht und wenn immer möglich kurz befristet verordnet werden darf.

Warum ich die Petition auch bei inhaltlicher Übereinstimmung nicht unterschreiben würde, ist schnell erklärt. Das Begehren wird nämlich auf einer Webseite publiziert, auf der Extremisten gutmeinende Eltern in ihren Bann ziehen. Auf der gleichen Plattform wirbt man - ebenfalls in eine Petition gekleidet - für eine vollständige Neuwahl „mit Teilverhaftung“ aller Politikerinnen und Politiker. Ob man noch weiteren subversiven Blödsinn in Petitionsform finden würde, weiss ich nicht. Ich habe die dubiose Seite logischerweise so schnell als möglich verlassen.

Die Fallensteller lauern überall. Ihnen gehe ich nicht auf den Leim. Machen Sie das bitte auch nicht. Befolgen Sie alle Schutzmassnahmen und lassen Sie sich so oft wie nötig und möglich impfen, damit wir uns dereinst wieder maskenlos begegnen können.

Patrick MathysUnd noch etwas: Jede Stimme zählt tatsächlich. Man könnte sie auf einer Resolution anbringen, die Worte des Dankes und der Anerkennung enthalten sollten. Adressaten für so eine Dankesbotschaft gäbe es durchaus. Patrick Mathys dürfte man dabei auf keinen Fall vergessen. Für seine Kompetenz und seinen aufopfernden Einsatz verdient er grösste Anerkennung.

Wenn Sie trotz meinen Ausführungen doch eine Petition unterschreiben wollen, verfassen Sie die Bittschrift am besten selbst. Bitten Sie damit alle zuständigen Stellen um die rasche Beseitigung des Flickenteppichs, damit während der Pandemie einheitliche Regeln für die ganze Schweiz gelten. Mit meiner Stimme können Sie dann sicher rechnen.

Die Baummörder unter uns

Wann es angefangen hat, weiss ich nicht mehr. Dass es zunimmt und sich wie eine Pandemie ausbreitet, ist allerdings augenfällig. Fast in jeder Zeitung liest man davon. Ich meine das Baumsterben der besonderen Art. Wenn Baumgesunde Bäume einem Bauvorhaben oder einem sonnenhungrigen Nachbarn im Weg stehen, dann werden sie krank „gepflegt“, damit man sie kurz darauf für nicht mehr lebensfähig erklären und blitzschnell beseitigen kann. Der skrupellosen Taktik fallen Bäume oft auch dann zum Opfer, wenn sie die Aussicht behindern. Vom uralten Mammutbaum über die Linde und Rosskastanie bis hin zur Rotbuche ist jeder Baum gefährdet. Dieser Willkür sollten wir Einhalt gebieten. Im Zweifelsfall muss zugunsten des Baumes entschieden werden. Sicherheitsrisiken darf man deshalb trotzdem nicht eingehen. Wenn ein wirklich neutrales Fachgutachten die Überlebensfähigkeit eines Solitär-Baumes verneint und die Sicherheit mit Pflegemassnahmen nicht mehr hergestellt werden kann, wird daher niemand eine wirklich notwendige Fällung in Frage stellen und die Pflanzung eines Ersatzbaumes akzeptieren.

Ich bin froh, dass die öffentliche Sensibilität wächst und dass sich immer mehr Menschen für Bäume einsetzen. Wenn sich diese organisieren, wie es z.B. der Naturschutzverein Wetzikon-Seegräben oder die IG Baumfreunde Richterswil tut, kann das viel bewirken, zum Wohl der Menschen und der Bäume.


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