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Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

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Selbstmitleid schafft sicher Leid

Sorgenbeladene Menschen gibt es leider viele, und es gibt auch viele Arten, wie man mit Kummer umgehen kann. Wer in Selbstmitleid verfällt, hat am meisten zu tragen und zu erdulden. Wer sich statt auf die eigenen Sorgen auf jene seiner Mitmenschen konzentriert, entwickelt eine Bewältigungsstrategie, die ihn zum Helfer macht und ihm indirekt die eigene Sorgenlast erleichtert. Was folgern wir daraus? Echte Anteilnahme ist wertvoll und Mitleid eine gute Empfindung - sofern man das Mitleid für Dritte und nicht für sich selbst aufbringt.

Was Reiche arm und Arme reich macht

Arm ist nicht, wer wenig hat, sondern wer mehr braucht, als verfügbar ist. Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer genug zum Leben hat. Reich ist deshalb auch, wer wenig hat und wenig braucht. Dem Reichen, der viel hat, sei viel gegönnt. Er hat es schwer genug. Allein die Angst, zu verlieren, was er hat, die Angst, mit wenig nicht leben zu können, muss furchtbar sein! Geplagt ist, wer mit solchen Ängsten einer ungewissen Zukunft entgegen schaut. Nur eines hilft mit Sicherheit – Bescheidenheit.

Podium auf alter Schiene

In der Arena von SRF1 zum Thema „Klick, Like, Hass“ am 31. März 2017 haben Christa Markwalder (Nationalrätin FDP/BE), Andreas Glarner (Nationalrat SVP/AG), Irina Studhalter (Mitbegründerin Netzwerk Courage), Regula Stämpfli (Politologin und Publizistin), Martin Steiger, Rechtsanwalt und Lea Stahel (Soziologin Universität Zürich) teilgenommen.

Es hätte eine Gelegenheit zum besseren Verständnis eines zurzeit aktuellen Phänomens sein können und sollen. Leider kam es nur bedingt soweit. Natürlich war es voraussehbar, dass die Beteiligung am Gespräch auch zum Einbringen eigener politischer Standpunkte benutzt würde. So versuchte Andreas Glarner mehrmals, die Diskussion auf die Links-rechts-Schiene zu verlegen, was von Jonas Projer indessen immer sofort abgeblockt worden ist. Regula Stämpfli, die selbsternannte „Dame der öffentlichen politischen Diskussion“, hatte Mühe, ihr lautes und überbordendes Temperament zu zügeln, und musste daran erinnert werden, dass ihr nicht die Rolle der Gesprächsleiterin zugedacht sei. Dagegen fiel Christa Markwalder durch ihre fast künstlich wirkende, nüchterne Sachlichkeit auf, und auch durch ihr Bemühen, einer möglichen Eskalation rechtzeitig aus dem Weg zu gehen.

Angenehm frisch und nachvollziehbar waren die Statements von Irina Studhalter. Die junge Frau war vielleicht die einzige in der Runde, die sich nicht „nur“ intellektuell-theoretisch, politisch oder juristisch, sondern auch aus eigener Betroffenheit gründlich mit der Thematik befasst hatte. Mit ihren klaren, schnörkellosen Äusserungen, die von ebenso klarem Denken zeugten, hätte sie anstelle des Moderators durch den Abend führen können, was Jonas Projer dem Vernehmen nach wohl auch so sah.

Interessant wäre gewesen, mehr über die Motivation von Wut- und Hasskommentatoren/Innen zu erfahren. Wir glauben zwar zu wissen, wie der typische Werdegang eines Hassers aussehen könnte. Auch gibt es logische soziologische Erklärungen zuhauf. Effektiv bleibt aber stets ein Stück der Erklärung ausgespart. Eine Art „Blindstrecke“, was Begreifen höchstens annähernd, aber nicht vollauf ermöglicht. Der bekennende Hasskommentator aus dem Publikum, den man befragte, war nicht in der Lage, mehr als Frust und Beschränktheit und seinen deutlichen Hang zur Renitenz zu äussern.

Von Erkenntnis ist man am Ende ebenso weit entfernt wie zuvor. Zu Hass muss es doch Alternativen geben! Wut ist immer Kapitulation! Bevor sich der Mensch in die schlimmste aller Situationen begibt, müsste er merken, wie es um ihn steht! Hass macht hässlich, definitiv. Und Wut will dosiert und kontrolliert sein. Ansonsten zerstört sich selber, wer andere schädigen will.


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