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Die Demaskierung der Eigenverantwortung

Schuma

Mit dem Handling der Covid19-Pandemie bin ich insgesamt sehr zufrieden. Der Bundesrat und seine Kaderleute haben mich positiv beeindruckt. Das muss anerkannt werden. Dankbarkeit ist angezeigt. Kritische Bemerkungen darf man trotzdem anbringen, sofern man nicht vergisst, dass man nach gemachten Erfahrungen immer mehr weiss und daher sicher viele Verbesserungsmöglichkeiten findet.

Zwei Punkte haben mich jedoch von allem Anfang an gestört. Die riesige Informationsflut ist nicht ausreichend kanalisiert worden. Bis lange Pressekonferenzen auch für Laien verständlich aufbereitet sind, geht es viel zu lange. In der aktuellen Situation wäre daher eine mit den Voten simultan ablaufende Visualisierung in der Art von Power Point äusserst hilfreich gewesen. Dass man den Termin für den jeweils nächsten „Point de Presse“ auch mit Google nur schwer finden konnte, empfinde ich ebenfalls als Mangel.

In einem Punkt bin ich masslos enttäuscht. Es leuchtet zwar ein, dass man das Fehlen von Schutzmaterial nicht eingestehen wollte, aber die Nützlichkeit von Schutzmasken deswegen in Frage zu stellen, ist verantwortungslos. Die Uneinsichtigkeit, die bei diesem Thema bis heute vorherrscht, stört mich sehr. Das in diesem Zusammenhang malträtierte Wort „Eigenverantwortung“ kann ich nicht mehr hören. Mit diesem Begriff beschreibt man nämlich etwas, das absolut nicht sehr verbreitet ist.

Wenn wir uns jetzt über niedrige Ansteckungsraten freuen, sollten wir alles uns Mögliche tun, damit sich der Trend nicht wieder umdreht. Wo immer sich viele Menschen treffen, also in Läden, im ÖV und andernorts, muss das Maskentragen Pflicht sein. Diejenigen, die wirklich eigenverantwortlich und solidarisch handeln, wollen nicht, dass uneinsichtige, zügellose Zeitgenossen eine zweite Covid19-Welle auslösen, weil der Bundesrat unverständlicherweise darauf verzicht, eine klar definierte Maskentragpflicht einzuführen.

Zeitgleich diametral

Die jüngsten vom Bundesrat beschlossenen Lockerungsschritte bei den Pandemie-Schutzbestimmungen treten zeitgleich, aber diametral, zur erneut ansteigenden Ansteckungs- und Erkrankungskurve in Kraft. Ein Bravo an unsern Bundesrat? Nein! Die verpasste Chance, die Pandemie mit wenig Mehraufwand – in erster Linie mit Maskenpflicht für den ÖV – unter Kontrolle zu bringen, sorgt für Enttäuschung und Wut. Müsste die bislang schweigende Bevölkerungsmehrheit vielleicht auch einmal auf die Barrikaden steigen, um der kleinen aggressiv auftretenden Vergnügungs- und Verdrängungsgemeinschaft Paroli zu bieten? Argumente gegen die trügerische und falsche Erwartungen weckende Normalisierungshast gibt es leider viele. Das ist ein verzweifelter Aufruf an unsere Politiker, vorab an den Bundesrat, nicht nur opportunistisch auf die lautesten Stimmen zu hören, sondern auch die Resignation wahrzunehmen, die still und leise um sich greift. All jene, die auch gerne wieder am öffentlichen Leben teilnähmen, es aber wegen zu lascher Sicherheitsbestimmungen nicht wagen, hätten etwas mehr soziale Gerechtigkeit verdient.

Die Mär von der Eigenverantwortung

Zweifellos gibt es die viel gepriesene und während der Pandemiezeit besonders geforderte Eigenverantwortung, für die unsere Regierung so inständig die Werbetrommel rührt und auf die sie so sehr setzt. Doch ist sie beileibe nicht das fleischgewordene Charakteristikum unserer Gesellschaft. Und mit der schweizerischen Seele hat sie so wenig gemein wie Bedachtsamkeit mit Donald Trump. Dennoch begegnet man ihr in seltenen Fällen. Dann freut man sich und schöpft Hoffnung. Schnell flüchtige, vergängliche Hoffnung. Auf Eigenverantwortung sollte man nicht zählen. Täglich wiederkehrende Situationen zeigen es. Die Aufrufe zur Minderung des Ansteckungsrisikos scheinen verhallt. Unterwegs, im ÖV oder beim Einkaufen halten die Leute keinen Abstand und Maskenträger sind auch an stark frequentierten Orten eine verschwindende Minderheit. Eigenverantwortung? Keine typisch menschliche Eigenschaft, leider…


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