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Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

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Wortwahl nicht zensurieren

Indra

Am 9. Oktober 2021 konnte man hören und lesen, was in den TA-Medien (Tages-Anzeiger, Zürcher Oberländer, Zürichsee-Zeitung etc. etc.) mit dem Einheitstitel "Zürcher Impfchef sprach von Diktatur" verbreitet worden ist. Ausgelöst hat das Medienecho Dr. med. Peter Indra, der für den Kanton Zürich ein die beiden Geschäftsfelder Gesundheitsversorgung und Medizin umfassendes Amt für Gesundheit aufbaut und später leiten wird. Ihm wird eine zu akzentuierte Aussage zu den Covid-Schutzmassnahmen vorgeworfen.

Eigentlich müsste man im Zusammenhang mit Covid jedes Wort auf die Goldwaage legen. Das wollen die Pandemie-Leugner und Massnahmen-Bekämpfer aber gar nicht. Sie suchen ja verzweifelt jeden Angriffspunkt, um ihre abstruse Denkweise zu rechtfertigen. Wenn Peter Indra als Reaktion auf eine dumme Demonstration davon spricht, dass eine milde Form von Diktatur den Impffortschritt fördern könnte, führt das bereits wieder zu Protestgeschrei und dem lauten Ruf nach einer Entschuldigung. Ein „Mea culpa“ des Gerügten ist jedoch völlig unnötig. Gesagt ist gesagt, und richtig ist richtig. Lassen wir die Unbelehrbaren doch schreien, bis sie heiser sind. Die zunehmende Lautstärke beweist ja nur, wie unglaubwürdig sie sind.

Von Fieslingen und gefährlichen Mähdreschern

GalgenstrickWer im Fokus der Öffentlichkeit steht, muss einiges aushalten. Darüber wird fast täglich berichtet.

Weil ich viele Jahre als Gemeindeschreiber tätig gewesen bin, weiss ich aus eigener Erfahrung, dass Verunglimpfungen, Drohungen und Tätlichkeiten kein neues Phänomen sind. Allerdings wird das bedenkliche Verhalten immer häufiger. Deshalb würde ich mich heute nicht mehr so apathisch wie damals verhalten und jedes Mal - auch gegen Unbekannt - eine Strafanzeige einreichen.

Wer mich bedroht hat, ist meistens anonym geblieben. Einzig ein paar Bauern, die mich wegen einer Anzeige gegen einen Kuhquäler sanktionieren wollten, haben sich mit offenem Visier an meinem Arbeitsplatz gezeigt. Auge in Auge sind ihre Drohgebärden indessen nicht Angst einflössend gewesen. Eine Aktion aus dem gleichen Umfeld ist mir allerdings wirklich in die Knochen gefahren. Ein anonymer Fiesling hat mir damals mehrfach telefonisch mitgeteilt, dass meine Frau und meine beiden Kinder nächstens unter einen Mähdrescher kommen könnten. Das ist unerträglich gewesen.

Die nur mir geltenden Attacken habe ich vergleichsweise gut überstanden. Für anonyme Briefe und Zeichnungen mit den Lieblingsmotiven Totenkopf und Galgen hatte es immer Platz in meinem Papierkorb. Fatalerweise habe ich trotzdem des öfteren versucht, dem Urheber der unerfreulichen Post auf die Spur zu kommen.

Einer, der ebenfalls gerne anonym geblieben wäre, ist allerdings entlarvt worden. Der Mann, ein damals in der Region bekannter höherer Offizier, hat seinerzeit beim zuständigen Statthalter abgeklärt, ob man mich nicht aus dem Amt entfernen könne. Dass ich einen sehr kritischen Artikel über eine missratene Gesamtverteidigungsübung verfasst hatte, sollte für mich nicht folgenlos bleiben. Dem Ansinnen war selbstverständlich kein Erfolg beschieden. Dafür hat mir der Statthalter freundlicherweise den Namen des gekränkten Patrioten genannt. An ihn kann ich mich heute allerdings nicht mehr erinnern. Ich weiss aber noch, dass er mir an offiziellen Anlässen immer wieder mit unehrlicher Freundlichkeit begegnet ist.

Dass ich das alles hier veröffentliche, obwohl es längst bewältigt ist, hat zwei Gründe. Ich möchte zeigen, dass man im Dienst der Öffentlichkeit schon früher, wenn auch seltener als heute, ein dickes Fell haben musste. Es geht mir aber in erster Linie darum, aufzuzeigen, wie wichtig Strafanzeigen sind. „Wehret den Anfängen!“ kann man leider nicht mehr sagen. Gegen die Fortsetzung lässt sich aber noch etwas tun.

 

Abkippen ins Ungewisse ist jederzeit möglich

Kann man es überhaupt noch richtig machen, wenn man ohne Migrationshintergrund, weiss, eigenständig denkend, redend und handelnd und erst noch gesellschaftlich gut integriert ist? Aufgrund eines zunehmenden, identitätspolitisch geprägten Puritanismus’ wird der eigene, persönliche Denk- und Handlungsspielraum nämlich immer enger. Wer sich bislang stets respektvoll verhielt und aus innerster Überzeugung um Gerechtigkeit und Korrektheit bemüht war, begreift plötzlich, dass er sich neu orientieren muss. Entweder um seiner kulturellen Identität treu zu bleiben oder um sich von dieser zu trennen. Wer sich selbst bleiben will, kommt nicht umhin, gewisse identitätspolitische Regeln in Frage zu stellen. Wer die Regeln zum vornherein ablehnt, gilt wahrscheinlich nicht als die Person, die er/sie gerne sein möchte. Wer aber unkritisch mitmacht, verleumdet sich gleich selbst. Das ist die Krux vieler, die nicht bereit sind, jedem Trend und jedem Wink zu folgen. Da ihr Goodwill aus ideologischer Sicht verkannt wird, kommt meistens auch ihr Wirken nicht an. Der Pfad der Korrektheit ist derart schmal, dass ein Abkippen ins Ungewisse jederzeit möglich ist. Schade!

 

Zu Blogtext 02 10 2021


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