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Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

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Geburtsanzeigen

Geburtsanzeigen sind immer erfreulich, wenn sie aus dem Bekanntenkreis eintreffen ganz besonders. Eine Geburtsanzeige aus der Presse hat mich allerdings irritiert. Ein junges Elternpaar will offenbar seine neugeborenen Zwillinge Covid und Corona taufen. Dazu kann man sich verschiedene Gedanken machen. Ich darf Sie aber beruhigen: Das sind Fake News! Vielleicht aber nicht für immer. Es wird sicher nicht lange dauern, bis irgendwo auf der Welt Kindern solche Namen verpasst werden. Unsinn verbreitet sich bekanntlich pandemieartig.

Das Umkehrjahr

Ein alter Bündner Brauch darf nicht in Vergessenheit geraten. Leider wissen nur noch ein paar von uns Alten, was ein Umkehrjahr ist und welche Bedeutung ein solches hat. Das lässt sich aber an einem Beispiel erklären. Wenn jemand mit Jahrgang 43 im Jahr 2021 eine Person mit Jahrgang 78 kennt, können die beiden Menschen ein sogenanntes Umkehrjahr begehen. Der Jahrgang 78 wird dann nämlich 43 Jahre und der Jahrgang 43 78 Jahre alt. Gemäss alter Überlieferung werden die Beziehungen solcher Personen im Umkehrjahr besonders einvernehmlich sein und für alle Zeiten gefestigt.

Der alte Brauch soll nicht nur uns Bündnern vorbehalten sein. Man muss ihn schweiz- oder sogar weltweit pflegen, weil sich damit Generationen freundschaftlich verbinden lassen.

Wenn Sie jetzt nach den Ursprüngen dieses Brauchs forschen, werden Sie wahrscheinlich nicht fündig. Vielleicht hilft Ihnen dann der Satz „Se non è vero è ben trovato.“ auf die Sprünge. Lassen Sie sich davon aber nicht entmutigen. Es kann schliesslich nicht falsch sein, wenn wir mit viel Phantasie dafür sorgen, dass sich die Generationen (wieder) näher kommen.

Verquere Denker

Katharina Saluz Gsell Bild 001Was seit Monaten unser Leben auf den Kopf stellt, der Politik neuartige Probleme beschert, dem Gesundheitswesen fast Unmögliches abverlangt, der Wirtschaft unermesslichen Schaden zufügt und für massenweise Stoff in den Medien sorgt, halten sie für die aufgeblähte Geschichte um ein harmloses Virus und eine erfundene Pandemie. Ihres Erachtens haben demokratiefeindliche Kräfte den Ausnahmezustand ausgerufen, um ungehindert den Rechtsstaat auszuhebeln. Widerstand sei angezeigt, um den mutwilligen Einschränkungen unserer Rechte und Freiheiten Einhalt zu gebieten. Diktatorischen Tendenzen müsse entgegen gewirkt werden, denn die Freiheit der Bevölkerung stünde auf dem Spiel. Etwa so tönt es, wenn die Anhänger der neuen Glaubensrichtung auf die Barrikaden steigen und ihr abstruses Gedankengut zum Besten geben. Gegen jede Vernunft und besseres Wissen lehnen sie angeordnete Schutzmassnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ab und bezichtigen die offizielle Berichterstattung der Angstmacherei vor einer nicht existierenden Gefahr. Wer den Jüngern der militanten Bewegung Paroli bietet, gerät ins Schussfeld aggressiver Verbalattacken oder er wird des Meinungsterrors bezichtigt. Dabei ist noch nicht einmal klar, worum es ihnen überhaupt geht. Die Verteidigung der Demokratie kann es nicht sein, denn was die Bevölkerungsmehrheit für richtig hält, scheint für sie nicht zu zählen. Der Verdacht liegt nah, dass es ihnen um das genaue Gegenteil dessen geht, was sie selber zu Protokoll geben. Sie verteidigen nicht unser Rechtssystem und die Sicherheit der Bevölkerung, sondern sie suchen die Spaltung der Gesellschaft entlang neuer Linien. Das Spiel verquerer Denker…


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