SALUZER Der BLOG
Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

- Details
- Peter-Jürg Saluz
Vielleicht wissen Sie nicht, wer N'Gola ist, der heute sein vierzigstes Lebensjahr vollendet. Die Tages-Anzeiger-Schlagzeile „250 Kilogramm schwer, dominant und Zürcher Publikumsliebling“ enthält die Erklärung nur teilweise. Erst wenn man weiter liest, erfährt man, dass der Jubilar im Zürcher Zoo lebt und ein echter Gorilla ist. Im Artikel fehlt allerdings ein wichtiger Hinweis. Deshalb sei dieser hier angefügt: Man darf N'Gola nie als den grössten Affen von Zürich bezeichnen, denn dieser Titel ist zwar markenrechtlich nicht geschützt, aber trotzdem schon zigfach vergeben. Ist doch ZOOlogisch!
- Details
- Peter-Jürg Saluz
Das Seltene ist am wertvollsten. Man vergisst das nur zu oft. Dabei gilt diese Erkenntnis doch nicht nur für Kunst, Schmuck und Genussmittel. Wertvoll sind auch die in zunehmendem Alter seltener werdenden Freundschaften. Wer im Berufsleben und in der Politik dank Macht, Einfluss und Bekanntheit einen grossen Kreis vermeintlicher Freunde um sich schart, wird in einer späteren, nicht mehr so aktiven Lebensphase vor gelichteten Reihen stehen. Dass sich der Bekanntenkreis mit jedem Jahr durch Todesfälle verringert, ist zwar schmerzlich, aber auch natürlich. Daran denke ich daher nicht, wenn ich von der laufend kleiner werdenden Claqueur-Schar spreche und das Wort „Freunde“ tunlichst vermeide. Sobald er von einer Beziehung nicht mehr profitieren kann, weil der Einfluss einer Person schwindet und ihr Glanz verblasst, zieht sich der Claqueur zurück. Die während Jahren zweckdienlich vorgespiegelte Bewunderung muss er dem für ihn jetzt nutzlos Gewordenen ja nicht mehr zeigen. Er kann sich deshalb neuen, wiederum Vorteile versprechenden Beziehungen zuwenden. Mit dieser Entwicklung bin ich durch eigene Erfahrungen bestens vertraut. Grämen muss ich mich ihretwegen aber nicht, denn die weiterhin Kontakt mit mir pflegenden Menschen sind echte Freunde. Sie haben mir zwar nie laut und vorbehaltlos applaudiert und mir im Gegenteil manchmal mit konstruktiv-ehrlicher Kritik geholfen, aber sie sind meinetwegen, um unserer wirklichen Freundschaft wegen, da geblieben. Ja, echte Freundschaft ist selten und daher unglaublich wertvoll.
- Details
- Katharina Saluz-Gsell
Es ist zu hoffen, dass der jüngste Londoner Anschlag auf Muslime ein Einzelfall und nicht Zeichen einer sich anbahnenden Eskalation ist. Über kurz oder lang käme es zu kriegsähnlichen Zuständen, wenn islamistischer Terror vermehrt mit anti-islamischem Gegenterror beantwortet würde. An einem Glaubenskrieg kann indessen niemand interessiert sein. Freidenker und Atheisten einerseits und praktizierende Gläubige aller Religionen andererseits müssten sich einig sein und zu einer Allianz gegen Terror jeder Art und Herkunft aufrufen. Der Aufruf an alle, die versucht sind, anti-islamischen Tendenzen auf den Leim zu kriechen, lautet: „Lehnt es ab, tumbe Mitläufer einer widersinnigen Hasskampagne zu werden!“, und der Gegenseite möchte ich zurufen: „Muslime, ächtet gewaltbereite Glaubensbrüder und schliesst sie aus Eurer Gemeinschaft aus!“ Wir alle brauchen keine negative Stimmungsmache, denn wir bestimmen selber, was wir denken und wie wir handeln wollen.
