SALUZER Der BLOG
Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

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- Katharina Saluz-Gsell
Ab Mai ist es so weit. Rechtzeitig zur Grillsaison sollen in Schweizer Geschäften Insekten für den Verzehr angeboten werden. Seit geraumer Zeit berichten die Medien in regelmässigen Abständen über die Vorzüge der proteinhaltigen Krabbelkost. In Bild- und Filmbeiträgen wird dokumentiert, wie Grillen, Mehlwürmer und Heuschrecken fachkundig und kunstvoll zubereitet und anschliessend von verschiedenen Menschentypen in Häppchenform genussvoll verzehrt werden. Die für Nicht-Asiaten exotisch anmutende Kost stelle eine wertvolle Ergänzung für unseren Speiseplan dar, heisst es. Überhaupt sei sie unserer herkömmlichen Ernährungsweise überlegen. Sie munde nicht nur wunderbar, sie sei auch bekömmlicher, gesünder und ökologisch vertretbarer als Fleischkonsum. Dann, nach vielen lobenden Worten, schreiten jeweils mutige Testesser zur Tat, und genehmigen sich etwas Feines aus dem vielfältigen Ekelangebot. Nussig schmecke es, sagen sie alle. Die gegrillten Grillen und Heuschrecken seien knusprig wie Kartoffelchips, nur besser. Mehlwürmer, leicht gesalzen, stellten den idealen Apero-Snack dar. Und so fort.
Ich weiss nicht, was mit mir los ist! Verzweifelt habe ich immer wieder auf eine kritische Reaktion gewartet, auf jemanden, der so empfindet wie ich. Vergeblich! Ausser mir sind Schweizerinnen und Schweizer offenbar ausnahmslos begeisterte Insektenesser. Vielleicht bin ich konservativ. Ich kann die Abscheu vor der neuartigen Nahrung nicht überwinden. Nie und nimmer werde ich Grillen oder Heuschrecken knabbern. Nie werde ich Mehlwürmer auch nur anfassen. Zu sehr erinnern sie mich an Maden. Die kulinarische Insekten-Offensive mag hippe Menschen zu Feinschmeckern machen. Bei mir ist ein solcher Effekt nicht zu erzielen.
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- Peter-Jürg Saluz
Kürzlich haben meine Frau und ich einen Gasanzünder (für den Herd und nicht für einen Joint) gekauft und im Geschäft gefragt, ob dieser für den Erstgebrauch bereits gefüllt sei. Das wurde bejaht, weil auf der Packung steht, er lasse sich „nachfüllen“. Nachfüllen setze nämlich zwingend voraus, dass etwas bereits einmal gefüllt gewesen sei, hat man uns sehr nett erklärt. Wir freuen uns noch jetzt - nicht über die im Kaufpreis enthaltene Erstfüllung, aber über eine Verkäuferin, die über Produkte Bescheid weiss und der Kundschaft erst noch auf sympathische Art und Weise sprachliche Feinheiten zu erläutern weiss.
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- Katharina Saluz-Gsell
Manchmal ist Ärger nur deshalb nicht angebracht, weil die Frage nach dem Wozu keine Antwort ergibt. Wozu soll ich mich aufregen? Weshalb mich ärgern? Ändern kann ich nicht, was geschehen ist. Nicht, was sich Tag für Tag neu ereignet, auch nicht, was Tag für Tag geschrieben wird. Ich habe keinen Einfluss auf das, was in der Zeitung steht, obwohl es da nicht stehen müsste. Ich meine das locker Dahingeschriebene, das Sinn und Inhalt vermissen lässt, das weder unterhaltsam noch lustig und eigentlich gar nichts ist. Nur Worte, die um der Worte willen Spalten füllen. Doch bevor ich just dasselbe mache, gebe ich zu: entgegen eigenen besseren Wissens treibt mich echter Ärger an. Dass man in der teuren Tageszeitung Zeilen schindet und wertvollen Platz vergeudet, stört mich massiv! Wenn ich aber hier, an dieser Stelle, meinem Unmut Luft verschaffe, kostet das niemanden mehr als eine Minute Zeit. Dafür gibt es auf unverbindliche Art vielleicht sogar eine Minute Unterhaltung…
