Alle werden mich nicht verstehen. Ich bin aber überzeugt, dass der Dritte Weltkrieg längst begonnen hat.
Der Zweite Weltkrieg (1939–1945) war ein globaler Konflikt mit verheerenden Verlusten, systematisierter Gewalt und einem Unrechtsregime, das Völkermord, Aggression und Kriegsführung auf breiter Front betrieb. Der Krieg in der Ukraine hat ähnliche „Gesichtszüge“, denn Putin ist ein hitlerähnlicher Aggressor und Kriegsverbrecher.
Heute sehen wir uns mit neuen Formen militärischer Konflikte konfrontiert. Wir erleben zudem eine massive Destabilisierung Europas und einen von Trump verschuldeten Bruch mit Amerika.
Weltweit gibt es immer mehr Krisenherde, die überall die regionale Stabilität bedrohen. Expansionsgelüste und bizzare Aggressionsrechtfertigungen sind meistens im Spiel. Der Ober-Dealer aus Amerika zeigt dafür fast immer Verständnis. Für die miesesten Typen empfindet Trump viel Sympathie. Putin, Netanyahu und Konsorten bewundert der aufstrebende Despot sogar, obwohl sie mit ihm spielen und seine Wankelmütigkeit und seine Unzuverlässigkeit schamlos ausnützen.
Die Eskalation in der Ukraine und jene im Gaza-Streifen lassen sich kaum mehr bremsen, weil die Friedfertigen mutlos sind und immer zu spät reagieren. Ich bin jedenfalls der festen Überzeugung, dass man die heldenhaften Verteidiger der Ukraine zu lange ausgebremst hat. Hätten unmittelbar nach Kriegsbeginn auch Bomben in Moskau und St. Petersburg eingeschlagen, wäre die russische Bevölkerung nicht so apathisch geblieben. Wenn die Ukraine zeitgleich mit grösstmöglichem publizistischen Aufwand verkündet hätte, dass eine sofortige Einstellung der russischen Kriegshandlungen mit einem Verzicht auf weitere ukrainische Gegenschläge verbunden gewesen wäre, würde der Kriegsverbrecher Putin heute in seinem Land kaum mehr auf Verständnis stossen.
Die zögerliche Haltung des amerikanischen Präsidenten und der europäischen Verbündeten der Ukraine hat einen frühzeitigen Stopp des Ukrainekrieges verhindert. Langstreckenwaffen durften die Ukrainer nicht einsetzen, weil die russische Bevölkerung ja nicht das gleiche Leid wie das ukrainische Volk erleiden sollte.
Die weltweite Eskalation hat viele Dimensionen, normativer, wirtschaftlicher und kriegerischer Art. Der selbsternannte Friedensnobelpreis-Anwärter Trump mischt kräftig mit. Er kann ja auf seine fanatischen Unterstützer und auf die politische Agonie des amerikanischen Volkes zählen.
Weil ich nie vergesse, welchen Schaden ein totalitäres Regime anrichtet und was Faschisten (NSDAP in Deutschland, Faschisten in Italien, Kriegsverbrecher in Japan etc.) angerichtet haben, erkenne ich auch die Parallelen zur heutigen Zeit.
Der Bruch des Völkerrechts durch territoriale Annexionen, durch Angriffe auf die Zivilbevölkerung und durch systematische Kriegsverbrechen ist fast schon alltäglich. Angriffe auf die zivile Infrastruktur und das Verletzen der Souveränität demokratischer Staaten werden sogar toleriert oder höchstens mit halbwarmen Worten kommentiert.
Die Waffen der vereinigten Nationen sind und bleiben stumpf wie ehedem, und zudem können sich Kriegstreiber jederzeit auf die Hilfe einer Vetomacht verlassen...
Ich sehe das Leid. Ich sehe kein Ende. Ich sehe nur Verbrecher, einen Schwätzer und eine hilflose Gutwilligkeit. Ein Ende der Kriege sehe ich nicht, denn das würde auch nicht passen, weil der Dritte Weltkrieg – von der gleichgültigen Masse weiterhin unbemerkt – längst begonnen hat.
Einen Wunschtraum hege ich trotz allem weiter, obwohl der nie in Erfüllung gehen wird. Ich möchte, dass Frauen in der Art von Kaja Kallas weltweit alle Despoten und Verbrecher ersetzen und der Welt den Frieden bringen könnten.
