Als glücklich mit einer Frau Verheirateter habe ich auch einen anhänglichen männlichen Begleiter. Er heisst Tremor und macht mich nicht gerührt, sondern geschüttelt. Mit einem Schütteltremor wird vieles fast unerträglich. Das zeigt sich beim Anstossen mit einem vollen Glas ebenso wie beim Löffeln einer guten Suppe. Handschriftliches gibt es von mir praktisch nicht mehr. Selbst authentisches Unterschreiben wird immer schwieriger, in kleinen Formularen oder auf einem Tablet sogar unmöglich.
Heute ist mein Tremor unnötigerweise noch amtlich gedopt worden. Dafür hat das Steueramt des Kantons Zürich gesorgt, indem es ein bewährtes Produkt abgeschafft hat, das für mich und für viele Menschen in meiner Situation fast unentbehrlich geworden ist.
Die Programm-CD, mit der man auf dem heimischen PC netzunabhängig die Steuererklärungsformulare ausfüllen und ausdrucken konnte, ist nicht mehr erhältlich. Wer aus welchen Gründen auch immer nichts mit der Online-Version anfangen kann, wird damit ins administrative Mittelalter zurückversetzt. Er oder sie muss die Steuererklärung handschriftlich und unter Verwendung eines Taschenrechners ausfüllen oder einen teuren Dienstleister beiziehen. Dass so zusammengezimmerte Steuererklärungen Mehraufwand auch bei ihnen verursachen, wird von den IT-Pionieren des kantonalen Steueramtes offenbar in Kauf genommen. Man verfügt ja über genügend personelle Kapazitäten …
Dass mein Tremor gedopt und entsprechend verstärkt worden ist, hat mit Vorstehendem zu tun. Ich zittere nun nämlich nicht nur krankheitsbedingt, sondern dank dem kantonalen Steueramt jetzt noch erheblich mehr. Es ist eine unglaubliche Wut über die behördliche Arroganz, die mich nun zittern lässt.
Da ich Ernst Stocker, den für das Steueramt zuständigen Regierungsrat, aufgrund persönlicher Erfahrungen als integre, zuverlässige und empathische Person kenne, hoffe ich, dass er von dieser massiven Dienstleistungsverschlechterung seines Steueramtes bislang nichts mitbekommen hat und nun intervenieren wird. Andernfalls würde ich ihn gerne fragen: „Ist es Dir ernst, Ernst?“ – Ich hoffe es wirklich nicht.
