Verschwörungstheoretiker, Schwurbler und Sektierer lehne ich entschieden ab – unabhängig vom Geschlecht. Diese Haltung gründet auf eigenen Erfahrungen. Da ich auch den etablierten Religionen und der Bibel wenig abgewinnen kann, werde ich bisweilen als orientierungslos eingestuft. Diese Einschätzung greift jedoch zu kurz.
Meine Lebensleitplanken bestehen aus persönlichen Prinzipien, die mich zu einem fairen Umgang mit anderen Menschen verpflichten. Zudem achte ich grundsätzlich darauf, der Umwelt nicht zu schaden, und erhebe meine Stimme gegen Ungerechtigkeiten aller Art. Das Wohlbefinden von Tieren, Kindern und älteren Menschen liegt mir besonders am Herzen, da ich Verletzlichkeit und Schutzbedürftigkeit sehr intensiv wahrnehme.
Dass ich ein guter Mensch bin, würde ich unter diesen Voraussetzungen nicht behaupten. Ein guter Mensch sein zu wollen, ist jedoch mein Anspruch. Gleichzeitig gestehe ich mir zu, auch meine weniger positiven Eigenschaften zuzulassen. Wenn ich Hass empfinde, äussert sich dieser oft eruptiv. Es handelt sich dabei nicht um ein vorübergehendes Gefühl, sondern eher um eine anhaltende Regung, die mich über längere Zeit begleitet, da sie für mich nie grundlos entsteht.
Dennoch bin ich selbstkritisch. Wenn ich erkenne, dass ich ungerecht gehandelt habe, bemühe ich mich, dies wieder gutzumachen. Eine aufrichtige Entschuldigung gehört für mich selbstverständlich dazu.
Was mich gegenüber anderen Menschen aufbringt, lässt sich klar benennen: Uneinsichtigkeit, illoyales Verhalten, Geiz und Unehrlichkeit sowie alles, was Menschen, Tieren oder der Umwelt schadet. Wer sich ohne Begründung von mir abwendet, verliert meinen Respekt. Hingegen schätze ich es, wenn Menschen mich offen kritisieren und mir die Möglichkeit geben, mich zu erklären oder mein Verhalten zu ändern.
Trotz meiner Ungläubigkeit und gelegentlichen Sturheit sehe ich mich als umgänglichen Menschen. Wer mir vertraut und mit Sorgen zu mir kommt, findet bei mir ein offenes Ohr. Nur selten nehme ich selbst diese Rolle in Anspruch, doch gerade jetzt ist es wieder einmal der Fall.
Seit meiner Kindheit erlebe ich sporadisch Visionen, die mir nicht selten Angst machen. Mitunter kann ich Ereignisse sehr detailliert vorausahnen oder beschreiben, ohne zuvor Kenntnis davon gehabt zu haben. Menschen in meinem Umfeld reagieren darauf meist mit grosser Verwunderung.
In letzter Zeit beschränken sich diese Erfahrungen jedoch nicht mehr nur auf Visionen. Zunehmend treten Déjà-vu-Gefühle auf, die zunächst parallel zur realen Situation beginnen, sich dann jedoch rasch von der tatsächlichen Entwicklung lösen. In solchen Momenten setzen Angst, Schmerz oder Freude bereits vor dem eigentlichen Ereignis ein.
Mir ist bewusst, dass diese Schilderungen verwirrend wirken können. Dennoch teile ich sie, weil ich davon ausgehe, nicht der Einzige mit solchen Erfahrungen zu sein.
