In trostlosen Zeiten gewinnen Wunschträume an Bedeutung. Sie schaffen für einen Augenblick einen Gegenentwurf zur Wirklichkeit, die uns zuweilen überfordert. Künstliche Intelligenz kann bei der Umsetzung solcher Wunschbilder helfen – vorausgesetzt, man füttert sie mit genügend Fantasie.
Die unerträgliche Hitze lässt mich von Kühle träumen. Eiskalt darf es allerdings nicht werden, denn sonst malt mir die KI womöglich Bilder von den schlimmsten Kriegsverbrechern unserer Zeit. Eigentlich möchte ich es einfach angenehm kühl haben und ein paar unbeschwerte Augenblicke geniessen.
In meinem Blickfeld sollen deshalb nur besondere Wesen und Menschen erscheinen. Gleichgültige und stoische Zeitgenossen, die ausschliesslich an ihre eigenen Wünsche denken und ihre Ansprüche bis zum Weltuntergang nicht reduzieren würden, möchte ich nicht sehen. Ihren Anblick ertrage ich nicht – schon gar nicht in meinem persönlichen Wunschbild.
Was also könnten die Ingredienzen meines Wunschbildes sein? Die Antwort ist schnell gegeben: Wasser und Eis sollen meine Überhitzung mildern. Schnurrende Katzen sorgen für mein seelisches Wohlbefinden. Eine langsam wieder wachsende Blumenwiese verdrängt die Spuren der Dürre, während Schmetterlinge und Vögel neue Leichtigkeit und Hoffnung verheissen.
Vielleicht finden Sie diese Zusammenstellung etwas bizarr. Die KI dürfte damit allerdings weniger Mühe haben. Sie kann den Text überarbeiten, die einzelnen Wünsche miteinander verbinden und mit etwas Glück gleich noch mein persönliches Wunschbild erzeugen.
Dafür stelle ich ihr meinen Kopf zur Verfügung. Mehr braucht es vielleicht gar nicht, damit die KI die trostlose Gegenwart für einen kurzen Moment in eine angenehm kühle, lebendige und freundliche Welt verwandelt.
Und es hat funktioniert!
