Vor kurzem haben meine Frau und ich - auch an dieser Stelle - heftig über die neusten kulinarischen Trends diskutiert, uns dabei aber kaum angenähert. Ich darf auf jeden Fall noch immer kein Mehlwurmgericht in der heimischen Küche zubereiten. Grillen und Heuschrecken stehen ebenfalls nicht zur Diskussion. Da mir diese ohnehin nicht schmecken, ist das jedoch kein Problem. Beim Gedanken an Mehlwürmer läuft mir allerdings weiterhin das Wasser im Mund zusammen. Ich muss nur noch entscheiden, ob ich die fast honigfarbigen Knusperlinge als Süssspeise konsumieren oder doch eher salzig zubereiten soll. Mich beschäftigt aber auch die Frage, ob die Larven der Grossen Wachsmotte ebenfalls geniessbar und schmackhaft sind. Das wäre nämlich absolut genial, denn die Raupe verspeist angeblich den biologisch kaum abbaubaren Kunststoff Polyethylen. Gegebenenfalls könnte ich also Kunststoffabfall verwerten und damit gleichzeitig das zum späteren Verzehr dienende Getier mästen. Das Lebensmittelrecht 2017 setzt der Kreativität fast keine Grenzen mehr. Als Liebhaber von Krustentieren werde ich daher demnächst meinen Garten umgraben. Die Engerlinge des Maikäfers könnten nämlich vom Geschmack her durchaus ein Scampi-Generikum sein; knackig im Biss und erst noch gratis.
Nachtrag: Weil meine Frau den vorstehenden Text mittlerweile gesehen hat, muss ich an dieser Stelle wohl noch den Vermerk „Diskussion wird demnächst fortgesetzt!“ einfügen. Ich werde dann aber schweigen, denn mit mehlwurmvollem Mund spricht man nicht…
