Als Kind habe ich mich für Geisterbahnen begeistert. Die Leidenschaft ist aber längst verpufft. Trotzdem überlege ich mir hin und wieder, wie ich eine Geisterbahn konzipieren würde. Bei der Einfahrt müsste ein erstes Gruseln zu spüren sein. Dann wäre eine Steigerung bis hin zum totalen Entsetzen nötig, damit das Aufatmen bei der Ausfahrt aus der Anlage zur nicht zu übertreffenden Empfindung würde. Mit welchen Objekten so eine Empfindungskaskade zu erreichen wäre, ist mir sehr schnell klar geworden. Tiere, selbst Hyänen, eignen sich dafür nicht. Sie wecken nicht genug negative Assoziationen. Vielleicht könnte Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett helfen. Ich weiss zwar nicht, ob dort ein Versandhandel betrieben wird und ob man dort allenfalls einen Sepp Blatter, einen Giovanni Vincenzo Infantino, einen Donald Trump, einen Ariel Scharon, einen Wladimir Wladimirowitsch Putin, einen Baschar Hafiz al-Assad und einen Recep Tayyip Erdogan bestellen könnte. Vielleicht wäre das aber ohnehin nicht gut. Ich hätte nämlich beim Aufstellen der Figuren erhebliche Probleme. Für das erste Gruseln bei der Einfahrt würden die Duplikate von Blatter und Infantino sicher genügen. Die richtige Reihenfolge für die anschliessende Entsetzensspirale wäre aber nicht leicht zu bestimmen. Ich habe die Lösung trotzdem gefunden. Es braucht gar keine Geisterbahn. Man muss nur in die düstere Zukunft schauen und sich dabei die genannten Figuren vorstellen. Das Geisterbahn-Feeling wird unübertrefflich sein.
Geisterbahn-Feeling
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- Peter-Jürg Saluz
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