Die Frage nach meinem Befinden wird mir oft gestellt, doch möchte ich sie am liebsten gar nicht hören. Wenn mich jemand aus reinem Pflichtgefühl heraus fragt, wird ihn die Antwort nicht interessieren. Dann ist es einfach. Eine Portion ohnehin nicht wahrgenommener Oberflächlichkeit genügt in so einem Fall vollauf. Bei echter Anteilnahme wird es bedeutend schwieriger. Was sagt man dann, wenn man sich wirklich richtig schlecht fühlt? Regelmässiges Jammern, mit dem man die wohlmeinenden Fragesteller belastet, liegt mir auf jeden Fall nicht. Ein abrupter Themenwechsel hilft auch nicht immer. Daher ist ein beschönigender Kommentar oft der einzige Ausweg, gleichzeitig aber auch ein Bumerang. Man hört dann nämlich schnell einmal, was man bei solchem Wohlbefinden alles tun könnte bzw. sollte. Die Frage nach meinem Wohlbefinden mag ich aber auch aus einem anderen Grund nicht. Wenn ich mich wirklich wohlfühle, was immer noch hin und wieder der Fall ist, versetzt mich die Frage ins Grübeln. Ich prüfe dann kritisch, ob mir nichts weh tut, ob ich gut sehe und ebenso gut höre, ganz einfach, ob mir wirklich nichts fehlt. Und dann sind sie plötzlich da, die „versehentlich“ nicht mehr wahrgenommenen Wehwehchen. Die Frage ist dann nicht ohne Folgen geblieben. Daraus ergibt sich nur eine Schlussfolgerung: Wer wirklich will, dass es mir gut geht, der verkneift sich die Frage nach meinem Befinden am besten für immer. - Und jetzt sind Sie an der Reihe. Wie geht es Ihnen?
Wie geht es Ihnen?
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- Peter-Jürg Saluz
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