saluz.com

 

 

 
 
Wo immer wir sind, was immer wir tun, hier informieren wir Sie:
saluz.com

Kunst, die abholt

In unserer virtuell beherrschten Zeit ist echtes Erleben längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Real gelebte Körperlichkeit geniesst die Aura des Exklusiven. Eine Performance bietet das, was uns zu entgleiten droht, nämlich Unmittelbarkeit, physische Fassbarkeit, ja sogar Nähe. Das könnte erklären, weshalb Performancekunst so sehr im Trend liegt. Wegen ihres Substitutionscharakters. Es gibt aber noch eine andere mögliche Erklärung. Während man von einer Performance „abgeholt“ und mit Action bedient wird, verlangen die herkömmlichen Bildenden Künste immer dem Betrachter den ersten Schritt ab. Die Bereitschaft zum Stehenbleiben und Innehalten machen den Genuss Bildender Kunst zum Willensakt. Da gibt es kein bequemes Abgeholtwerden. Die Inszenierung beginnt erst, wenn der Betrachter selber aktiv wird. Das verlangt Performancekunst, wie sie zurzeit an der 57. Biennale in Venedig gezeigt wird, vom Publikum nicht. Vielleicht ist sie deshalb so populär.