saluz.com

 

 

 
 
Wo immer wir sind, was immer wir tun, hier informieren wir Sie:
saluz.com

Der Klimaschutz und wir

Nichts gegen Greta, aber meine Familie und ich haben nicht auf sie gewartet. Umweltschutz ist seit Jahren unser Thema. Das merkt man schon in unserem Garten, in dem sich die Natur richtig austoben darf. Einschränkungen gibt es nur beim Kirschlorbeer, dem wir jeweils alle Blüten und die vereinzelt trotzdem noch wachsenden Beeren entfernen. Diese mittlerweile gefürchtete Pflanze, soll sich ja nicht über den Gartenzaun hinaus ausbreiten.

Unser Auto, das wir aus besonderen Gründen betriebsbereit halten, ist mittlerweile mehr als 26 Jahre alt. Das Fahrzeug hat jede Prüfung beanstandungslos überstanden und sieht noch immer neuwertig aus. Amüsierte Freunde von uns behaupten, dass wir am meisten Kilometer fahren, wenn unser Auto jeweils vorgeführt werden muss. Vermutlich stimmt das sogar. Auf jeden Fall spart die langjährige Nutzung auch viel graue Energie, weil wir auf Neuanschaffungen verzichten. Leider lohnt sich unser Konzept bei den Verkehrsabgaben und bei der Versicherung nicht. Wir haben dafür nämlich 26 Jahre lang gleich viel wie die Vielfahrer bezahlt…

Eigenartige und im Sinne des Klimaschutzes systemwidrige Regelungen gibt es übrigens auch bei der Energieversorgung. Weil die Stromnetznutzung separat und unabhängig vom Verbrauch bezahlt werden muss, kommen die seltsamsten Rechnungen zustande. Ich habe eben eine Faktura gesehen, mit der ein Strombezug von Fr. 20.14 und eine Netznutzungsgebühr von Fr. 132.29 in Rechnung gestellt wurde. Dieses Beispiel zeigt, dass der Sparsame nicht profitiert. Es wäre daher sinnvoller, wenn der von den Konsumenten zu bezahlende Strompreis erhöht würde und die Energieverkäufer dafür die Netznutzungsgebühr bezahlen würden.

In meiner Familie machen wir uns wirklich täglich Gedanken, weil wir jeden uns möglichen Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen. Gründe, weshalb wir uns bei diesem Thema auf die Schultern klopfen dürften, gibt es mittlerweile einige. Wir wissen schliesslich, dass wir mit Vernunft auch uns selbst etwas Gutes tun. Trotzdem kann ich einigen Argumenten gewisser Heilsapostel nichts abgewinnen, besonders dann nicht, wenn diese mit masslosen Forderungen auftreten und dabei die Sozialverträglichkeit ausser acht lassen. Gegen unsoziale Massnahmen werde ich daher weiterhin ankämpfen und im Bedarfsfall jedes Referendum unterschreiben.

Übrigens untergräbt manchmal auch die Presse mit unbedarfter Berichterstattung die Sozialverträglichkeit. Wenn eine SDA-Mitteilung mit dem Titel „CO2-Abgabe würde Villenbesitzer treffen“ unreflektiert verbreitet wird, sträuben sich bei mir die Nackenhaare. Dass es „für die Eigentümer älterer Villen teurer werde, wenn diese nicht bereit seien, die Heizung zu ersetzen und die Fenster zu isolieren“ ist eine Feststellung, die ich so nicht allein stehen lasse. In meinem Bekanntenkreis gibt es diverse Liegenschaftenbesitzer, die ein einfaches, altes, aber geräumiges Haus bewohnen. Sie haben sich durch lebenslanges Sparen und durch Verzicht auf Wunschbedarf diesen Besitz erhalten. Jetzt leben sie von einer Rente, die trotz steigenden Kosten seit Jahren unverändert ist. Grössere Investitionen können sie nicht finanzieren. Sie sind eben keine „Eigentümer älterer Villen“ und sehen daher mit Angst und Sorge auf das, was auf sie zukommt.

Man darf diese Leute nicht vergessen und dem Stimmvolk nicht Sand in die Augen streuen. Wer behauptet, dass nur die Eigentümer älterer Villen tief ins Portemonnaie greifen müssen, macht aber genau das. Dabei wäre es klüger, wenn man den weniger Begüterten Hausbesitzern mit Geld aus dem Handel mit Emissionszertifikaten helfen würde. Wenn die Schweiz schon als Winzling unter den Weltklimabeeinflussern Überdurchschnittliches leisten will, dann sollte sie den Erlös aus dem Zertifikathandel auch im Binnenmarkt investieren. Es gibt hierzulande nämlich Menschen, die gerne mehr für den Klimaschutz täten, wenn sie die Mittel dafür hätten. Deshalb sollte man die Politik für innovative Modelle begeistern. Was ich damit meine, kann ich an folgendem Beispiel erläutern:

Wer für den Betrieb einer Anlage oder für das Heizen seines alten Hauses unnötig viel Energie verbraucht, weil er sich Sanierungsmassnahmen nicht leisten kann, dem finanziert man mit einem zinslosen Darlehen das Notwendige. Was nach der Sanierung alljährlich eingespart werden kann, wird bis zur restlosen Tilgung des Darlehens zur Amortisation verwendet. Weil das eingesetzte Geld aus dem Zertifikathandel stammt, wird die Staatskasse nicht belastet, und das einmal zurückbezahlte Geld kann daher erneut zugunsten des Klimaschutzes eingesetzt werden.

Ich plädiere dafür, die derzeitige Hysterie durch Pragmatismus zu ersetzen. Was machbar und zumutbar ist, soll so schnell wie möglich umgesetzt werden. Das muss aber wirklich sozialverträglich geschehen.


Kontakt

www.saluz.com

c/o Katharina + Peter-Jürg Saluz-Gsell

Frohbergstrasse 80a

CH-8620 Wetzikon ZH

E-Mail: info@saluz.com