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Aufwärts mit Wetzikon (AMW)

Hier finden Sie Anregungen, Lob und Kritik und manchmal auch ganz neue Ideen, immer Wetzikon betreffend und getragen
von der Vision, dass es stetig Aufwärts mit Wetzikon gehen soll.

 

AMW V2

Seltsam bis ärgerlich

Trotz Sommerflaute ist die Lektüre der Lokalpresse ziemlich anregend und Adrenalin fördernd.

Da belehrt uns ein „angehender Akademiker“ (Selbstdeklaration in einem am 19. Mai im Zürcher Oberländer erschienenen Leserbrief), dass für das Amt des Statthalters ein „engagierter Berufsbildner“ einem Rechtsanwalt mit langjähriger Berufserfahrung vorzuziehen sei. Der bisherige Statthalter, ein ehemaliger Polizist, habe schliesslich gute Arbeit geleistet. Das trifft allerdings nicht zu. Der glücklicherweise bald zurücktretende Statthalter überzeugt nicht. Ihn müssen wir daher sicher nicht klonen. Fachkompetenz, Objektivität, Durchsetzungsvermögen und Rückgrad sind gefragt.

Wenn es für die Statthalterwahl keine weiteren Kandidaturen gibt, werde ich mich für den juristisch gebildeten Bewerber und sicher nicht für den auf sehr vielen Hochzeiten tanzenden „Berufsbildner“ entscheiden. Trotzdem muss auch meiner Meinung nach ein Statthalter und Bezirksratspräsident keine akademische Ausbildung haben. Er soll einfach das mitbringen, was der heutige Amtsinhaber vermissen lässt. Wenn dann noch eine juristische Ausbildung, ein Anwaltspatent und eine reiche Berufserfahrung dazu kommen, nehmen wir das wertvolle Supplement jedoch gerne an.

Ebenfalls für einen Adrenalinstoss sorgt bei mir das Bild eines in die Kamera lächelnden Paares. Es zeigt Stadträtin Susanne Sieber und Stadtrat Heinrich Vettiger, die stolz auf einer überdimensionierten Blumenkiste thronen und eine seltsame Erklärung abgeben. Beide sind überrascht, weil die für einen Park vorgesehene Fläche zwischen dem Stadthaus und der neuen Wohnüberbauung asphaltiert worden ist. Da der Stadtrat „nicht allein federführend“ sei, habe er zu spät von der Missachtung des Gestaltungsplanes Kenntnis erlangt. Dass die stadträtliche Aufsicht über ein Drei-Parteien-Projekt so sträflich versagt hat, ist wirklich verwunderlich, wenn auch stadtratstypisch. Was anschliessend passiert ist, verstehe ich jedoch noch weniger.

Vielleicht ist ja das Provisorium mit drei grossdimensionierten Blumentrögen eine akzeptable Notlösung. Dass der angesehene Förster und Gemeindeparlamentarier Stefan Burch die Goliath-Blumenkisten her- und aufgestellt hat, spricht jedenfalls dafür. Nicht akzeptabel ist allerdings, wie die Kosten verbucht werden. Die Fr. 35'000.00 für die provisorischen Blumeninseln sind nämlich zwingend dem Gestaltungsplan und nicht einem Sonderkonto zu belasten, auch wenn das bei der definitiven Abrechnung zu einer Kostenüberschreitung führt. Es kann ja nicht sein, dass der für ein bewilligtes Projekt zur Verfügung stehende Betrag mit Buchungen auf anderen Konten aufgestockt wird. Darauf sollte mindestens die Rechnungsprüfungskommission ihre Aufmerksamkeit richten. Andernfalls wird sich die verfehlte Praxis nämlich definitiv etablieren.

Obwohl ich Camouflier-Buchungen für illegal und verwerflich halte, weiss auch ich, dass es hin und wieder berechtigte Ausnahmen geben kann. Das wird z.B. dann der Fall sein, wenn der zur Urnenabstimmung anstehende Werkhof auf dem alten Gaswerkareal gebaut wird. Die Mediker Industriebrache muss in naher Zukunft dekontaminiert werden. Dann wird das Erdreich ausgebaggert, abgetragen und entsorgt. Die Aufwendungen dafür verursachen gebundene Kosten, die so oder so anfallen würden und daher die Bauabrechnung für den neuen Werkhof nicht belasten werden. „Keine Regel“ ohne Ausnahme gilt also auch beim Konten-Jonglieren. Eine Vollmacht für willkürliche Kaschierbuchungen lässt sich daraus aber nicht ableiten.

Fragen und Antworten

Seit auf dem Areal des alten Gaswerkes in Medikon Profilstangen stehen, wächst das Interesse an dem im Herbst zur Abstimmung kommenden Projekt. Dass die Stadtwerke und der Unterhaltsdienst auf einen neuen Werkhof angewiesen sind, ist unbestritten und der dafür gewählte Standort ist es auch. Trotzdem stellt man sich, insbesondere in der unmittelbaren Nachbarschaft, diverse Fragen. Wir haben die wichtigsten Punkte zusammengefasst und bei der städtischen Immobilienabteilung eine Stellungnahme eingeholt. Unsere Fragen sind umgehend und umfassend beantwortet worden. Dafür verdient Abteilungsleiter Bruno Odermatt unseren Dank und unsere Anerkennung.

Die Informationen, die wir erhalten haben, stellen wir unseren Leserinnen und Lesern hier in Form einer "pdf"-Datei zur Verfügung.

 

Wie Goodwill entsteht

Endlich wird das alte Gaswerk-Areal dekontaminiert und neu überbaut. Nach Beseitigung der uralten Industriebrache soll dort ein Werkhof für die Stadtwerke und den Unterhaltsdienst entstehen. Das wird allerdings nur möglich, wenn die Stimmberechtigten am 1. September 2019 eine entsprechende Kreditvorlage gutheissen.

Als in unmittelbarer Nachbarschaft Wohnender freue ich mich über das Bauvorhaben, denn ich habe mich als Wetziker während sehr langer Zeit über den Mediker Schandfleck und die behördliche Lethargie während der Fischer-Ära geärgert. Jetzt, wo das Baugespann steht, glaube ich an ein Happy-End. Dass die Profilstangen eine markante Gebäudehöhe anzeigen, ist ein positives Zeichen, denn ein hohes Gebäude bildet einen hochwillkommenen Lärmriegel zwischen der Bahnlinie und dem benachbarten Wohnquartier.

Ich weiss, dass Neubauten vielerorts Bedenken wecken. Beim Werkhofprojekt auf dem alten Gaswerkareal sind es jedoch positive Erwartungen, die ich mit dem Vorhaben verbinde. Positiv stimmt mich zudem ein Schreiben der städtischen Immobilienabteilung, die den persönlichen Kontakt mit der Nachbarschaft sucht und uns alle Auskünfte direkt erteilen will. Das schätze ich als Anwohner, als Steuerpflichtiger und als Stimmbürger. Daher hoffe ich, dass solches Verhalten in Wetzikon Schule macht, denn damit schafft man viel Goodwill und Vertrauen.

In Gedanken bin ich schon am Ausfüllen des Stimmzettels. Ich suche nur noch nach einem markanten Stift, denn am 1. September 2019 möchte ich mein Ja dick und fett zu Papier bringen.


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