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Aufwärts mit Wetzikon (AMW)

Hier finden Sie Anregungen, Lob und Kritik und manchmal auch ganz neue Ideen, immer Wetzikon betreffend und getragen
von der Vision, dass es stetig Aufwärts mit Wetzikon gehen soll.

 

AMW V2

Lobbyfrei und sehr bescheiden

Badi Meierwiesen

 

Es soll an dieser Stelle nicht kritisiert werden, dass 919 Schülerunterschriften genügen, um ein Projekt von Fr. 595'000.00 auszulösen. Ob die coronageschädigte Stadtkasse gerade jetzt eine dreispurige Wasserrutschbahn mit Zeit- und Geschwindigkeitsanzeige finanzieren soll, wird demnächst aber im Gemeindeparlament besprochen. Mir geht es heute jedoch um etwas ganz anderes.

Ich spreche für eine Menschengruppe, die keine Lobby hat und auch nicht mehr Unterschriften sammelt. Die älteren Schwimmerinnen und Schwimmer, die jedes Jahr und jeden Tag im Schwimmbad Meierwiesen ihre Längen absolvieren, möchten dies gerade in der Covid19-Zeit möglichst unbeeinträchtigt tun. Ihnen könnte man mit geringem Aufwand einen grossen Dienst erweisen, indem man ihnen am frühen Morgen eine ungestörte Schwimmstunde ermöglichen würde. Ich weiss, dass eine solche Regelung sogar Unterstützung aus dem Kreis der Ärzteschaft fände. Kosten würde ein solches Entgegenkommen nicht allzu viel. Etwas Flexibilität genügt durchaus. Die vorgezogene Schwimmstunde kann dann stattfinden, wenn die Anlage vor der offiziellen Öffnung bereitgestellt wird. Daher verursacht eine solche Lösung fast keinen Mehraufwand.

Wenn sich im Parlament ein paar Fürsprecherinnen und Fürsprecher finden, kommt vielleicht auch eine kaum je bevorzugte Menschengruppe zum Zug. Unverdient wäre das sicher nicht.

Originell und brandaktuell

Wer will, kann sich von der Wetziker Stadtverwaltung laufend per E-Mail über alle Aktualitäten informieren lassen. Ich schätze diesen Service und nehme ihn gerne in Anspruch, schon allein deshalb, weil das Amtsdeutsch manchmal unübertrefflich amüsant ist. Unterhaltsam sind auch gewisse Überraschungseffekte. Am Pfingstsonntag habe ich z.B. folgende Mitteilung erhalten:

 

Stattfindender Kehricht

 

Ich bin begeistert, weil man das „Stattfindenlassen des Abfalls“ auch an Feiertagen anbietet. Mein Abfallsack steht daher am Pfingstmontag spätestens um 07.00 Uhr abholbereit auf dem Sammelplatz. Sollte das wider Erwarten doch zu früh sein, weiss ich mich in guter Gesellschaft. Kehrichtsäcke, die mangels ausreichender Kontrolle oft tagelang zerfleddert herumstehen, bis man sie endlich „stattfinden“ lässt, sieht man in Wetzikon erfahrungsgemäss häufig.

Wenn Sie jetzt feststellen, Sie hätten Ähnliches hier schon oft gelesen, werde ich Ihnen nicht widersprechen. Schliesslich beweisen Sie damit nur, wie langlebig Wetziker Verwaltungstraditionen sein können.

"Desaster-Friedhof"

Wenn Journalisten originellerweise einen einprägsamen Begriff kreieren, will man ihnen sofort einen Maulkorb anlegen. Das aussagekräftige Wort „Designer-Friedhof“ darf nach Meinung einiger sensibler Kommunalpolitiker nicht mehr verwendet werden. Ich habe daher nach sprachlichen Alternativen gesucht und die passendste Bezeichnung für den Titel dieses Beitrages verwendet. Allerdings könnte man genau so gut von einem „Bushof-Friedhof“ sprechen. Parallelen zum Bushof sind nämlich durchaus vorhanden. Dass die Stimmberechtigten auch beim Friedhof eine spektakuläre Urnenbestattung herbeiführen müssen, ist jetzt ja schon vorprogrammiert. Aus Schaden wird man in Wetzikon eben nie klug.

Die Finanzlage der Stadt ist durch die Corona-Krise noch schlechter geworden. Dass man den Gürtel enger schnallen muss, kann daher niemand bestreiten. Notwendiges soll trotzdem realisiert werden. Es ist aber vorgängig festzulegen, was sich die Stadt überhaupt leisten kann. Das erfordert vom Stadtrat und vom Parlament Realitätssinn. Prestigedenken ist nicht angezeigt.

Der Friedhof soll saniert werden und würdevoll wirken. Das kann mit bedeutend geringerem Aufwand erreicht werden. Auf eine Grabstätte für Sternenkinder und auf die Möglichkeit von Bestattungen in Baumnähe muss man deswegen nicht verzichten, und auch die sinnvolle Solaranlage stellt niemand in Frage. Auf architektonische Selbstverwirklichung und utopische Wünsche sollten wir aber verzichten.

Dass in Wetzikon immer wieder happige Planungskosten für unrealisierbare Projekte anfallen, ist mehr als ärgerlich. Es wäre daher absolut dumm, wenn eine in der Presse kolportierte Aussage stimmen würde. Es soll nämlich ein sich für klug haltender Politiker gesagt haben, es gehe vorerst ja nur um den Projektierungskredit und nicht schon um den definitiven Entscheid. Wenn der Mann, sofern er sich tatsächlich so geäussert hat, wirklich denken könnte, müsste ihm die Unsinnigkeit seiner Aussage bewusst sein.

Meines Erachtens sollte man Projektierungskredite in der hier zur Diskussion stehenden Grössenordnung einer nachträglichen Urnenabstimmung unterstellen. Dann könnten wir Stimmberechtigten rechtzeitig auf die Bremse stehen und unnötige Kosten vermeiden. Vor einem solchen Prozedere müsste sich niemand fürchten, denn eine durchdachte, nicht überrissene Vorlage hat auch in Wetzikon immer eine Chance. Da man in Corona-Zeiten kaum 500 Unterschriften innerhalb von 30 Tagen sammeln kann, wird der Kampf gegen das Wahnsinnsprojekt – wie in Wetzikon leider üblich – wieder erst an der Urne entschieden. Dann sind allerdings die Fr. 480000.-- längst ausgegeben.

 GO Stadt Wetzikon

Wenn Sie das vorstehende Kästchen beachten, werden Sie feststellen, dass auch zwölf kluge Parlamentarierinnen und Parlamentarier noch etwas erreichen könnten, und so gross müsste das im Rat vorhandene Intelligenzquorum eigentlich ja sein.


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