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Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

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Demokratie ist kein Selbstbedienungsladen

Die Corona-Skeptiker beklagen immer wieder, in ihrem demokratischen Recht auf freie Meinungsäusserung unterdrückt zu werden, derweil sie sich selber über Schutzanordnungen hinwegsetzen, die von der Bevölkerungsmehrheit akzeptiert und gutgeheissen werden, weil sie auch alten und gesundheitlich geschwächten Menschen ein Minimum an Bewegungssicherheit bieten. Manche Köpfe scheinen nicht zu begreifen, dass Demokratie kein Selbstbedienungsladen ist und dass Rechte und Freiheiten nicht grenzenlos sind, wenn sie für alle gelten sollen. Beanspruchen nämlich die einen zuviel für sich, geht das zu Lasten der andern. Prägnante Umschreibung für asoziales Verhalten! Dagegen müssen wir uns wehren - dass eine egoistische Minderheit die demokratischen Massregeln zu ihren eigenen Gunsten umdeutet, und paradoxerweise glaubt, im Recht zu sein.

Mooo…ria

Das Flüchtlingslager auf Lesbos lässt mich stets an Mordor denken - die Stadt des Bösen in Tolkiens „Herr der Ringe“. Vielleicht wegen des Klangs. Mooo…ria tönt ähnlich wie Mooor…dor. Ein unheilverkündendes tonvolles Omen. Der Vergleich ist nicht erfunden, und er soll auch nicht von der menschlichen Tragödie ablenken, die sich auf der ostägäischen Insel abspielt. Vielmehr ist es blosse Hilflosigkeit ob der erschütternden Berichte und Bilder aus dem abgebrannten Flüchtlingscamp, wenn ich hier ein dummes Wortspiel und befremdliche Assoziationen zum Besten gebe.

Saluz Mutter und KindNur schwach erinnere ich mich dagegen noch an den Spätherbst 1982, als ich meinen Urlaub auf Lesbos verbrachte und den romantischen Hirtenroman „Daphnis und Chloe“ des antiken griechischen Schriftstellers Longos las und an einem verträumten Platz oberhalb der Küste auf haufenweise vermeintlich antiker Tonscherben stiess. Ziemlich verblasst ist auch die Erinnerung an das pittoreske im gleichnamigen Bezirk gelegene Bergdorf Petra, wo ich Margaret Chant Papandreou, der zweiten und damaligen Noch-Ehefrau des griechischen Ministerpräsidenten Andreas Georgiou Papandreou begegnete. Sie war Ehrengast eines im nahegelegenen Luxushotel stattfindenden Frauenkongresses.

Heute lese ich keine romantischen Romane mehr, sondern Meldungen, die mich betroffen machen und die mir keine Ruhe lassen. Übertitelt sind sie etwa mit „Situation in Moria eskaliert“, „Der grosse Moria-Irrtum“, „Allein gelassen in den Ruinen von Moria“ oder „Die Katastrophe, die nicht enden will“. Ich frage mich, was man für die tausenden von verzweifelten Flüchtlingen tun kann, die ihren Glauben an eine Zukunft verloren haben und jetzt ohne Dach über dem Kopf auf Hilfe oder ein Wunder warten. Wie soll man als Einzelperson reagieren, wenn sich nicht einmal die Regierungen der westlichen Welt entschliessen können, Soforthilfe im nötigen Umfang zu leisten. Ohnmacht breitet sich aus. Die Bilder des Elends sind allgegenwärtig und verfolgen mich.

Doch der Brand im Flüchtlingslager wirft auch Fragen auf. Wer ist schuld, wer ist verantwortlich dafür? Ist überhaupt noch auszumachen, wer wofür die Verantwortung trägt? Selbst wenn sich der Verdacht bestätigen sollte, dass Flüchtlinge das zerstörerische Feuer selber gelegt haben, bliebe die Frage nach der Verantwortung unbeantwortet. Die Situation in Moria war auch vor dem Brand längst ausser Kontrolle geraten.

Das Kopf-Karussel dreht und die Gefühle spielen verrückt. Wenn nur wenigstens klar wäre, was man denken und empfinden soll! Verzweiflung kann und darf es nicht sein. Und Hoffnung? Darf man überhaupt noch hoffen? Eines steht fest - wegschauen ist keine Option. Menschliches Leid kennt keine Grenzen, und schon gar keine geografischen. Moria ist überall, auch hier bei uns. Nur so, als Denkanstoss…

Der Traum von der Elefantenhochzeit

Was ich hier schreibe, habe ich geträumt. Man darf mich also nicht beim Wort nehmen.

Hässig bin ich mitten in der Nacht geworden und als Schlafwandler zum Paradeplatz geschritten. Ich habe dort UBS- und CS-Aktien gekauft und anschliessend allen von der bevorstehenden Fusion der beiden Grossbanken erzählt. Mit der Aussicht auf riesige Gewinne konnte ich anschliessend vom somnambulen Zustand in einen erholsamen Tiefschlaf wechseln. Dass man daraus ziemlich brutal erwachen kann, wissen Sie sicher auch. Eine Erkenntnis habe ich trotzdem gewonnen: Wer Elefantenhochzeiten ankündigt, darf den Rüssel nicht zu voll nehmen.


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