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Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

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Päpstlicher als der Papst

Der vorletzte Papst taucht wieder vermehrt in der Presse auf. Jetzt weiss ich endlich, weshalb man von Schlagzeilen spricht. Dass der emeritierte Papst Benedikt XVI in dieselben geraten ist, hat bei mir nämlich "auf einen Schlag" Erinnerungen geweckt. Allerdings erinnere ich mich nicht an Joseph Aloisius Ratzinger, aber an dessen mittlerweile verstorbenen Bruder Georg Ratzinger, dem ich in meiner Primarschulzeit einmal vorsingen sollte.

RatzingerDer langjährige Leiter der Regensburger Domspatzen wollte damals einigen ausgewählten Knaben der Churer Singschule einen Konzertauftritt in Regensburg ermöglichen. Mein Vorsingen ist allerdings zum Fiasko geworden, weil der hochwohllöbliche Herr Ratzinger und ich uns auf Anhieb unsympathisch gewesen sind. Die Atemübungen mit aufgelegter Hand haben mich richtig angewidert, obwohl mir körperlich nichts Übergriffiges zugestossen ist. Das Unbehagen, das ich damals, also vor Jahrzehnten, empfunden habe, ist aus heutiger Sicht verständlich. Ich bin heute noch froh, dass mich meine ungenügende Gesangskunst vor einer Reise nach Regensburg bewahrt hat. Dass ich als das „dümmste und untalentierteste Kind“ bezeichnet worden bin, ist möglicherweise mein Glück gewesen.

Nachhaltig in Erinnerung geblieben ist mir, wie Georg Ratzinger Kinder verbal behandelt hat. Ihm hätten mich meine Eltern nach einem erfolgreichen Vorsingen allein schon deshalb nicht anvertraut. Ich wundere mich daher auch heute noch, weshalb sich lange Zeit niemand vor die anderen Kinder gestellt hat. Wer damals weggeschaut oder das Ganze sogar gedeckt hat, verdient jede negative Schlagzeile, selbst dann oder gerade dann, wenn er einmal Papst gewesen ist.

Charakterfragen

Dass der CS-Präsident gehen muss, ist ein gutes Signal, allerdings auch eines, das viel zu selten ausgesendet wird. Machtmissbrauch und überhebliche Ignoranz bleiben sehr oft ungesühnt, manchmal so lange, bis ein Gericht tätig wird.

Wer António Horta Osóriobehauptet, Geld verderbe den Charakter, trifft oft in Schwarze. Aber auch Ruhm kann den Charakter schädigen. Mir kommen in diesem Zusammenhang Banker, Tennisspieler, Politiker und viele andere schillernde Figuren in den Sinn. Etliche von ihnen haben mich enttäuscht, weil ich sie während langer Zeit als integer eingestuft und meine Fehleinschätzung viel zu spät bemerkt habe.

In diesen Zeiten, die uns laufend negative Nachrichten bescheren, soll trotz allem das Positive in den Vordergrund treten. Menschen, die unser Vertrauen verdienen, gibt es glücklicherweise in allen Gesellschaftsschichten und auf allen Hierarchiestufen. Ihnen wollen wir zeigen, wie sehr wir ihr Verhalten schätzen. Die selbstsüchtigen Ignoranten müssen hingegen unsere Verachtung spüren, ungeachtet davon, ob sie Banker, Tennisspieler, Impfverweigerer oder Pandemieleugner sind. Erfolglose Dialoge wollen wir mit ihnen nicht mehr führen. Es genügt, wenn wir sie ausgrenzen und für gar nichts mehr berücksichtigen. Wir entscheiden ja, wo wir einkaufen, wen wir einstellen, wen wir wählen und mit wem wir überhaupt noch Kontakt haben wollen,

Wenn jede Stimme zählt

Mit dem berühmten Satz „Jede Stimme zählt!“ hat man mich soeben aufgefordert, eine Petition für die Abschaffung der Maskenpflicht an Schulen zu unterzeichnen. Dem Begehren könnte ich schon inhaltlich nicht entsprechen, obwohl ich den Kindern von Herzen einen maskenfreien Unterricht gönnen würde. Wenn es die Pandemiebekämpfung erfordert, muss auch das Anordnen einer Maskenpflicht für die Schulkinder möglich sein. Es ist allerdings auch klar, dass eine solche Pflicht nur situationsgerecht und wenn immer möglich kurz befristet verordnet werden darf.

Warum ich die Petition auch bei inhaltlicher Übereinstimmung nicht unterschreiben würde, ist schnell erklärt. Das Begehren wird nämlich auf einer Webseite publiziert, auf der Extremisten gutmeinende Eltern in ihren Bann ziehen. Auf der gleichen Plattform wirbt man - ebenfalls in eine Petition gekleidet - für eine vollständige Neuwahl „mit Teilverhaftung“ aller Politikerinnen und Politiker. Ob man noch weiteren subversiven Blödsinn in Petitionsform finden würde, weiss ich nicht. Ich habe die dubiose Seite logischerweise so schnell als möglich verlassen.

Die Fallensteller lauern überall. Ihnen gehe ich nicht auf den Leim. Machen Sie das bitte auch nicht. Befolgen Sie alle Schutzmassnahmen und lassen Sie sich so oft wie nötig und möglich impfen, damit wir uns dereinst wieder maskenlos begegnen können.

Patrick MathysUnd noch etwas: Jede Stimme zählt tatsächlich. Man könnte sie auf einer Resolution anbringen, die Worte des Dankes und der Anerkennung enthalten sollten. Adressaten für so eine Dankesbotschaft gäbe es durchaus. Patrick Mathys dürfte man dabei auf keinen Fall vergessen. Für seine Kompetenz und seinen aufopfernden Einsatz verdient er grösste Anerkennung.

Wenn Sie trotz meinen Ausführungen doch eine Petition unterschreiben wollen, verfassen Sie die Bittschrift am besten selbst. Bitten Sie damit alle zuständigen Stellen um die rasche Beseitigung des Flickenteppichs, damit während der Pandemie einheitliche Regeln für die ganze Schweiz gelten. Mit meiner Stimme können Sie dann sicher rechnen.


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