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Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

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Was ich glauben kann

Glauben ist keine Sache des Willens. Denn wenn es so wäre, würde ich nur an das Schöne und Angenehme glauben. In der Hoffnung - da Glauben ja Willenssache sei - redete ich mir am Ende noch ein, mit meinem Willen die Erfüllung meiner Wünsche herbei denken zu können. Doch Spass beiseite. Glauben ist eine Sache des Könnens, und können tut man bekanntlich vieles nicht. Das Nichtkönnen, auch Unfähigkeit genannt, ist ein menschlich weit verbreiteter Makel, für den sich niemand zu schämen braucht. Auch Schuldgefühle muss niemand haben, der den Glauben an etwas Gutes nicht findet. Gutes kann man sich wünschen, erzwingen nicht. Ich lass mir nicht einreden, mein fehlender Glaube entfalte die Wirkung eines bösen Fluchs. Doch genau das wird versucht, wenn man mir fehlenden Wunderglauben vorwirft. Ich kann nicht glauben, dass sich ein notorischer Gewalttäter durch trickreiche Therapie in einen friedlichen lieben Menschen verwandelt. Ich würde es wirklich gerne glauben, aber ich kann es nicht! Ein junger Mann, der sein Leben bisher mit Gewalt bestritt, wird kein anderer werden, nur weil ich das glauben möchte. Deshalb ist es egal, was ich glauben will. Was zählt, ist was ist, denn das kann ich glauben.

Immer diese Geschichte

Historiker deuten und erklären uns das Hier und Jetzt stets anhand der Vergangenheit. Für historisch Unkundige ist das nicht befriedigend, mitunter sogar bemühend. Das plötzliche Erkennen eines uralten Fait accompli und die daraus resultierende Einsicht einer bis heute gültigen Unabänderlichkeit können überfordern und ein Gefühl der Ohnmacht auslösen. Spätestens wenn wieder einmal Napoleon ins Spiel gebracht wird, kommen zudem Zweifel auf. In der Geschichte gibt es doch auch Bruchstellen, unter die irgendwann ein Schlussstrich gezogen werden sollte, damit andere Erklärungsversuche eine Chance erhalten und sich etablieren können. Moderne Sicht schöpft auch aus aktuellen Quellen. Die Geschichte muss man deswegen nicht verleugnen. Man braucht sich auch nicht mehr den Kopf zu zerbrechen, weil ein Historiker heutige Politik aus der „Logik der Schweiz“ zu deuten versucht (Thomas Maissen im Tagesanzeiger vom 5. November 2019). Die eine wahre Schweizer Logik ist wohl eine Erfindung, die so nicht existiert. Zuviel ist permanent in Veränderung begriffen, zu viele unvorhersehbare Quantensprünge hat die Schweiz seit ihren Anfängen durchgemacht, als dass sich eine Linie der Logik von damals bis in die Gegenwart ziehen liesse. Richten wir den Blick doch besser nach vorn, statt nach hinten. Was auf uns zukommt, ergibt sich weitgehend aus heutigem, nicht aus vorgestrigem Handeln. Mit andern Worten, unsere Zukunft ist nicht Schicksal, sondern bestimmbar. Bis jetzt jedenfalls…

Überheblichkeit in Perfektion

Wer kennt nicht das süffisante Lächeln des Politikers, der über seinen Gegner spricht, diese belustigte Mimik mit der mitleidigen Note! Eine Strategie womöglich, oder der Versuch, das Fehlen einer Strategie zu übertünchen. Gespielte Sicherheit, Imponiergehabe. Keine Haltung, die weiter führt, sondern der schnellste Weg zur Selbstentblössung. „Seht her, wie ich ticke! Ich lache, wenn mir die Argumente ausgehen, ich mach euch was vor!“ Doch die Konkurrenz lässt sich nicht beirren. Sie amüsiert sich leise und diskret. Sie fühlt sich bestätigt. Hier ringt jemand um Fassung, weil er es nicht besser kann. Das ist weder Stärke, noch Überlegenheit, nur Überheblichkeit in Perfektion.


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