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Noch eine Pandemie

Covidzertifikat für ModernaUnterschiedliche Meinungen gibt es zuhauf. Dass die Covid-Pandemie bald bewältigt ist, wünschen sich aber alle Menschen. Es gibt also immer noch einen gemeinsamen Nenner.

Ich beachte alle Schutzbestimmungen und bin als doppelt Geimpfter dankbar für mein Zertifikat, das mich der Normalität wieder näher bringt. Ein Bekannter von mir, der Vernünftiges in aller Regel aus genetisch bedingter Aufmüpfigkeit ablehnt, beschwert sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit über die Zertifikatspflicht. Mir gegenüber behauptet er, dass ich ein Zertifikat gar nicht brauche, weil ich ja durch meine beiden Impfungen geschützt sei. Meine Gegenfrage, warum er sich dann nicht ebenfalls impfen lasse, hat er blitzschnell beantwortet. Die Impfung sei gefährlich, und sie nütze überhaupt nichts, liess mich der vermeintlich Kluge wissen. Ich meinerseits hoffe, dass die Vakzine bald noch umfassender schützen, damit auch die längst ausgebrochene Pandemie des unlogischen Denkens gestoppt werden kann. Aber eben - mein weiser Bekannter wird sich ja nie impfen lassen...

Wer moralisiert denn da?

Johannes Ullrich, Professor für Psychologie an der Universität Zürich, stellt im Gespräch mit dem „Tagesanzeiger“ fest, dass Ungeimpfte und Gegner der Covid-Impfung den verschiedensten Gruppen angehören und dass man sie für ihre Weigerung nicht pauschal verurteilen dürfe. Zu unterschiedlich seien die Begründungen für ihr Verhalten und ihre Skepsis. Spricht er aber von Geimpften und Impfbefürwortern, scheint er diese allesamt einer einzigen breiten Schicht von Besserwissern und Moralisten zuzuordnen, denen es vermeintlich an Verständnis und Geduld für die Impfunwilligen fehlt. Er blendet aus, was man in den Medien täglich von den Hotspots des Pandemiegeschehens hört und liest. Nur gerade nebenbei erwähnt er, dass sich eine aggressive Anti-Szene gebildet hat, die sämtliche von der Politik angeordneten Massnahmen torpediert und mit fragwürdigen Behauptungen die Stimmung aufheizt und zum Widerstand aufruft. Damit wird ein vernünftiger Dialog zwischen den Bevölkerungsschichten systematisch und im voraus hintertrieben. Nicht jene, die den Anweisungen der Regierung folgen, wähnen sich überlegen und üben sich im Moralisieren, wie der Professor zu wissen glaubt. Vielmehr eine patriotisch auftretende, ultimativ nach Freiheit und Demokratie schreiende Meute, die vorübergehende Einschränkungen und Schutzmassnahmen kategorisch ablehnt, müsste sich diesen Vorwurf gefallen lassen. Mit ihrem steten undifferenzierten Aufbegehren gegen alles, was die Pandemie beenden und uns zur Normalität zurückkehren liesse, ist sie das Problem für unser Land. Egal, ob persönliche Frustration, politisches, künstlerisches oder geschäftliches Interesse, religiöse oder esoterische Überzeugung, jugendliche Gedankenlosigkeit, Altersstarrsinn oder schlicht Angst dahinter steckt - wer Schutzmassnahmen ignoriert und sich gegen die Covid-Impfung stellt, ist für die in letzter Zeit oft zitierte Spaltung unserer Gesellschaft verantwortlich. Das müsste auch dem besagten Professor einleuchten. Moral hin oder her…

Moralisieren

Eine Art von Mut

Manchmal ist mir Demut Pflicht. Ich spüre dann jeweils, dass es nicht Schwäche, sondern Stärke ist, wenn ich mich zu ihr bekenne. Aber was bedeutet Demut eigentlich? Geschmäht und verhöhnt und aus dem Wortschatz des modernen Lebens getilgt, scheint sie ein verstaubtes Wörterbuch-Dasein zu fristen. Sollte sie dennoch anderswo Erwähnung finden, bringt man sie allzu schnell mit etwas Unangenehmem in Verbindung. Mit freiwilliger Opferbereitschaft, mit überalterter Moral, mit fundamentalistischer Religionsauffassung. Das ist nichts, was in unser Leben passt, schon gar nicht in den normalen Alltag. Dem gegenüber habe ich kürzlich gelesen, Demut sei weit mehr als eine schöne Tugend. So hätten demütige Menschen weniger Angst vor dem Tod. Die Aussage hat mich elektrisiert und seither nicht mehr losgelassen. Sie überzeugt, ich kann ihr vom Gefühl her und aus eigener praktischer Erfahrung beipflichten. Ohnehin spielt Demut aktuell wegen der Pandemie eine zentrale Rolle im Verhalten der Menschen. Teil von ihr ist die Einsicht, dass wir die Krankheit nur in den Griff kriegen, wenn wir unser Leben anpassen und uns mit allen verfügbaren Mitteln schützen und wehren. Indem wir die Bedrohung vollumfänglich zur Kenntnis nehmen, haben wir den ersten, vielleicht wichtigsten Schritt geschafft. Zuversicht ist angezeigt. Wo aber jegliche Demut fehlt, wird man sich auf die eigene Überlegenheit berufen und die Gefährlichkeit des Virus herunterspielen. Man wähnt sich unverletzlich und demonstriert eine Stärke, die es nicht wirklich gibt. Unnötig zu sagen, wie fatal sich das auswirkt. Wer aufhört, gegen das Unveränderliche anzukämpfen, schöpft wertvolle Kraft zum Überleben.

 

Demut

 

 


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