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SALUZER Der BLOG

Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

SALUZER Der BLOG Final

 

Applausfrei mitmachen

Sich selbst Darstellende und Fremdes Inszenierende, tiefschürfend Denkende, wortklug Schreibende, sozial Verantwortliche, geschäftstüchtig Agierende und politisch Bestimmende, ihnen allen sei nebst der Last auch die Gunst der schweren Stunden gegönnt. Der Kampf gegen den durch das veränderte Klima drohenden Kollaps der Welt hat eine neue Kultur geschaffen. Im vorausgesagten Untergang und der lautstark geforderten vereinten Rettung steckt ein wundersam kreatives Potenzial. Für jeden, der sich gern schöpferisch gibt, für jeden, der sein Leben ausschöpfen will, ist der Klimarettungsstoff ein Geschenk. Was uns alle gleichermassen bedroht, hat auch eine gute Seite. Zumindest so lange, als der Kampf nicht als verloren gilt. Greta sei Dank! Sie hat den Anfang gemacht! Sinnsuchende haben eine Aufgabe und künstlerisch Tätige ihr Thema gefunden. Nur liegt es nicht so sehr an ihnen, es liegt an uns! An unserer Bereitschaft, still und leise und applausfrei mitzumachen.

Zum Tag der schwarzen Katze

Saluz Herr Schwarz 01

 

Am 17. August wird alljährlich der „Black Cat Appreciation Day“ gefeiert. Bei dieser Gelegenheit erinnere ich mich immer, weshalb es ein Tier gibt, das in meinem Leben eine äusserst wichtige Rolle spielt, und wie überhaupt alles begann. Als im Frühling 2012 ein abgemagerter schwarzer Kater mit unstetem, irrem Blick in unserm Wohnquartier auftauchte, war mir zuerst nicht so richtig wohl. Ich hätte es lieber gesehen, wenn der wilde Fremde ebenso plötzlich weitergezogen und wieder verschwunden wäre. Doch er blieb, und als er dann am 20. April nachmittags jämmerlich mauzend mit grosser klaffender Bauchwunde im Gebüsch lag und ein Widerhaken mitsamt einem 134 Gramm schweren Vollgummi-Fischköder tief in seinem Fleisch steckte, da wusste ich, dass das Folgen haben würde. Ich nahm das Tier zu mir, befreite es von diesem grässlichen Haken, pflegte und fütterte es und bot ihm ein Nest an. „Herr Schwarz“ erholte sich schnell und bald präsentierte er sich als stolzer, pantherähnlicher Revierchef. Seither bezweifelt niemand mehr, dass es so etwas wie tierische Persönlichkeiten gibt, und dass einem Prachtstier wie Herrn Schwarz mit allem Respekt dieser Welt zu begegnen ist. Die Menschen des Quartiers haben sich gut an das feline Regime gewöhnt und bemühen sich nach Kräften, stets allen Kater-Wünschen gerecht zu werden. Das ist richtig so, und so soll es auch bleiben…

 

Saluz Herr Schwarz 02

Biertuch statt Bierteig

Esoterik ist nichts für mich. Allerdings hilft man mir damit hin und wieder trotzdem. Wenn ich besonders trübsinnig bin, kann man mir mit solchem Hokuspokus immerhin ein herzhaftes Lachen abgewinnen. Zudem verkenne ich nicht, dass leichtgläubige Menschen vom esoterischen Placebo-Effekt profitieren können, sofern sie für ihre Erlebnisse nicht materiell ausgebeutet werden. Da die esoterischen Inszenierungen phantasievoll gestaltet werden und oft sogar mit echter Arbeit verbunden sind, gönne ich den Alchemisten der Neuzeit trotzdem ein angemessenes Honorar. Die Materie der Leichtgläubigkeit sollten sie jedoch nicht in Gold verwandeln.

Ein esoterisch angehauchter Bekannter aus meinen Jugendtagen glaubt, auch bei mir übersinnliche Fähigkeiten entdeckt zu haben. Er führt das unter anderem auf einen medizinischen Zwischenfall zurück. Ich musste nämlich vor vielen, vielen Jahren nach einem Herzstillstand lange reanimiert werden. Während der Schwerstarbeit der Ärzte habe ich aber kein helles Licht am Ende eines Tunnels gesehen und auch sonst nichts wahrgenommen. Es kann also nicht sein, dass ich esoterisch aufgeladen worden bin. An etwas erinnere ich mich trotzdem. Das hat sich jedoch erst nach meiner Rückkehr ins Leben ereignet und meine ärztlichen Lebensretter enttäuscht. Sie wollten damals wohl ein Dankeschön hören. Ich bin jedoch nicht dankbar gewesen. Nach geschafftem „Übertritt“ hätte ich auf meine ärztlich erzwungene Rückkehr nämlich gerne verzichtet. Allerdings weiss ich heute dank Frau, Kindern und Enkelkindern, dass mein Dableiben trotzdem sinnvoll gewesen ist. Esoterischen Nutzen verspüre ich hingegen nicht. Hin und wieder passiert mir trotzdem Seltsames. Ich kann - nicht immer, jedoch häufig - Ereignisse detailliert voraussagen oder etwas beschreiben, bei dem ich nicht zugegen gewesen bin und von dem ich ganz sicher nichts erfahren habe. Auf andere Menschen, besonders auf leichtgläubige, wirkt das faszinierend. Ich finde es jedoch höchstens seltsam und belustigend. Selbstkritisch stelle ich zudem fest, dass meine Wahrnehmungen oft fehlerbehaftet sind. Das lässt sich an einem aktuellen Beispiel erläutern:

Meine Frau hat Freunde besucht, und ich habe mich während ihrer Abwesenheit an den Computer gesetzt und einen längeren Text über ein mir nicht angekündigtes Mitbringsel verfasst. Ich konnte ohne Vorwissen flüssig formulieren, bin allerdings beim Wort „Bierteig“ ins Stocken geraten. Bei der Rückkehr meiner Frau, die tatsächlich nicht mit leeren Händen zurückgekommen ist, hat sich das Rätsel dann geklärt. Sie durfte mir von ihren Freunden ein Tuch mit dem Aufdruck einer Brauerei, sozusagen ein „Biertuch“, überreichen. Es hat also nicht alles gestimmt, denn der Teig ist ein Tuch gewesen. Meine esoterischen Fähigkeiten sind offenbar doch sehr begrenzt. Ich kann mir daher nicht vorstellen, dass dies bei den vielen selbsternannten Heilsbringern besser ist.


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