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Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

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Jetzt muss sich Duti nicht im Grab umdrehen

Das würde Duti freuen, und mich freut es auch: Erfahrung, Fachwissen und menschliche Kompetenz haben ein erfreuliches Wahlergebnis herbeigeführt. Ursula Nold ist zur neuen Präsidentin der Migros-Verwaltung gewählt worden. Sie hat mit 73 zu 27 Stimmen ihre schon als SBB-Mitarbeiterin gescheiterte Gegenkandidatin erfreulich deutlich geschlagen.

Wenn die neue Migros-Präsidentin ihr Amt am 1. Juli antritt, soll in den Büros und Läden der Migros Freude herrschen, obwohl man sich dort vermutlich ein grösseres Kaliber erhofft hat. Das fachlich und menschlich nicht überzeugende Schreckgespenst namens Pilloud wird sich nun die Wunden seiner Niederlage lecken und dann einer neuen Karriereleiter entgegenschweben. Hoffentlich werden aber auch dort die Sprossen unter der Last von Selbstüberschätzung, Geltungssucht und Geldgier rechtzeitig zusammenbrechen. Die karrierengeile Frau, die auf mich wie ein verkappter Mann wirkt, wird sonst nie zur Vernunft kommen. Sie soll ja jetzt schon mit der Stromindustrie liebäugeln. Dort will sie wahrscheinlich Hochspannungmaste und nicht nur - wie der Migros angedroht - Pflöcke einschlagen.

Übrigens soll die Vorbereitung auf das nächste avisierte Amt besser werden. Statt mittels Lektüre wird jetzt durch Taten Einarbeitung betrieben. Bis zu einer allfälligen Wahl will die Kandidatin daher alle Lampen in ihrem Haus anzünden und zusammen mit allen elektrischen Geräten im Dauerbetrieb testen. Erst wenn die dadurch gewonnene Erfahrung mit elektrischer Energie auch beim nächsten Griff nach höheren Weihen wieder kein Wahlgremium überzeugt, wird der allergrösste Trumpf ausgespielt: Die Allround-Kandidatin betreibt nach eigenen Aussagen aktiven Schwimmsport. Sie beherrscht somit anerkanntermassen jene Disziplin, die sie an jeder einigermassen anspruchsvollen Stelle perfekt praktizieren wird.

Fiat Lux und die Katzen

Fiat Lux ist kein italienisches Luxusauto, aber ein amüsanter Gesprächsstoff. Wenn mich etwas beschäftigt und ich darüber nicht sprechen will, weil mir meine Gedanken peinlich sind, dann wende ich mich an den Kater, der mit seinen Menschen das Nachbarhaus bewohnt. Er lässt sich - wie man hier schon öfter lesen konnte - Herr Schwarz nennen, weil er ein wirklicher Herr und tatsächlich pantherhaft schwarz ist. Zu meiner heutigen Geschichte passt die prächtige Fellfarbe allerdings nicht so richtig. Weiss wäre besser.

Die Geschichte, die sich Herr Schwarz anhören musste, was er übrigens in Verbindung mit kleinen Leckereien ganz geduldig getan hat, handelt von einer weissen Frau, deren Leben ich lange Jahre höchst belustigt verfolgt habe. Weiss ist die fast mysthische Person nicht immer gewesen, obwohl sie von Natur aus einen ziemlich hellen Teint gehabt hat. Das Weiss soll nach einem Reitunfall wie Schnee auf sie heruntergefallen sein. Ein Sturz vom Pferd und eine damit verbundene Gehirnerschütterung sind nicht folgenlos geblieben. Die dadurch ausgelöste Metamorphose hat aus einer unauffälligen Durchschnittsfrau eine fast albinohafte Erscheinung gemacht. Vom Weiss Geblendete sprechen sogar heute noch von einem Gestaltenwechsel und einer Verwandlung in ein gottesähnliches Wesen. Dafür sollte man Verständnis haben. Es ist immerhin aktenkundig, dass die weis(s)e Frau ihrem Badewasser durch einfaches Umrühren heilige Kräfte vermitteln konnte.

Spätestens jetzt wollen Sie sicher wissen, weshalb ich so eine Geschichte einer klugen Katze erzählt habe. Wer sich so etwas anhört, muss eben tierisches Verständnis haben. Zudem habe ich als aussenstehender Beobachter (Yello Press) der Weissgewandeten immer wieder festgestellt, dass alles, was die Badewasser-Veredlerin zeitlebens ihrer Entourage abverlangt hat, für die Katze gewesen ist. Das hat offenbar auch Herrn Schwarz eingeleuchtet, denn meine Ausführungen sind mit wachsender Aufmerksamkeit angehört worden. Die Anspannung ist bis in die Katzenschwanzspitze spürbar gewesen. Verwundert hat mich am Ende meines Vortrages allerdings die Reaktion meines vierbeinigen Zuhörers. Er hat nicht etwa um ein weiteres Leckerli gebettelt, sondern sich einfach auf den Boden geworfen, dabei den Kopf angeschlagen und sich so lange im Staub gewälzt, bis aus dem schwarzen ein weisses Fell geworden ist. Dann hat er sich aufgerichtet, mich kätzisch-abgeklärt  angeschaut und auf eine mich überraschende Erscheinung gewartet. Es sind nämlich aus allen Richtungen schneeweise Katzen zu ihm gekommen und haben sich ehrerbietig, demütig und dienstbeflissen vor ihn hingelegt.

Leider ist mir der anschliessende Katzendialog nicht übersetzt worden. Ich kann also nur mutmassen. Der weiss gewordene Herr Schwarz wird wohl den definitiven Termin des bevorstehenden Weltuntergangs verkündet haben. Durch das Weiss ist Herr Schwarz nämlich noch klüger als vorher geworden. Er „weiss“ daher sicher schon jetzt, wie man das Publikum erleuchtet, wenn der definitive Weltuntergangstermin analog dem Tag des Brexits später durch ein noch viel definitiveres Datum ersetzt werden muss.

Ja es ist wirklich vieles für die Katze. So soll es auch sein, aber bitte absolut unabhängig von der Fellfarbe. Katzen sollen um uns sein - so lange, bis die Welt wirklich einmal untergeht.

Tierleid und Religion

Diesen Beitrag schreibe ich unmittelbar nachdem ich einen TV-Bericht über die deutsche Violinistin Judith Stapf gesehen habe. Die Musikerin hat im elften Lebensjahr Freundschaft mit dem Holocaust-Überlebenden Jerzy Gross geschlossen und verbreitet jetzt die Lebensgeschichte des im Jahr 2014 verstorbenen Violonisten. Sie will, dass alles Schreckliche nicht in Vergessenheit gerät und wendet sich in Verbindung mit ihrer Musik an junge Menschen, die das Unfassbare nicht erlebt haben und nie erleben sollen. Mich berührt dieses Engagement und ich bin der jungen Frau dankbar dafür, dass sie die Erinnerung an das Leiden der Holocaust-Opfer wachhält.

Obwohl ich längst nicht mehr der Jüngste bin, gehöre ich schon einer Generation an, die erst Jahre nach dem 2. Weltkrieg und erst noch in der verschont gebliebenen Schweiz auf die Welt gekommen ist. Wenn ich durch mündliche Überlieferung, durch Lektüre und durch Filme mit den Massenmorden und Verbrechen konfrontiert werde, befällt mich eine grosse Traurigkeit, die sich mit unerklärlicher Scham verbindet. Auch ich will, dass man die Opfer nicht vergisst und jedes Aufkeimen von Antisemitismus und religiöser Intoleranz mit allen Mitteln verhindert. Das sollte mich eigentlich für die nachfolgenden Ausführungen unverdächtig machen.

Ich bin nicht antisemitisch, wenn ich die israelische Regierung kritisiere und den heutigen Regierungschef für einen Friedensgefährder halte. Dass ich den Palästinensern einen freien und unhabhängigen Staat wünsche, hat auch keinen religiösen Hintergrund.

Kritik übe ich dort, wo sie meiner Meinung nach angezeigt ist, aktuell auch an Herbert Winter, der den Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund präsidiert. Er hat im Zusammenhang mit einem Importstopp für tierquälerisch erzeugte Lebensmittel verlangt, dass man bei der Ausarbeitung neuer Gesetzesbestimmungen „eine Güterabwägung zwischen Tierschutz und Religionsfreiheit vornehmen“ müsse. Das ist erschreckend und unannehmbar. Wenn eine Religion Fleischkonsum nur bei tierquälerischer Erzeugung erlaubt, gibt es für Strenggläubige nur eine Lösung. Sie heisst Verzicht! Dann wird kein Tier gequält und die Religionsfreiheit trotzdem nicht verletzt. Die von Herbert Winter verlangte Güterabwägung ist daher gar nicht nötig. Von ihm, der eine von unermesslichem Leid betroffene Religionsgemeinschaft vertritt, darf man diese Einsicht erwarten.


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