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SALUZER Der BLOG

Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

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Ballast abwerfen, bescheidener werden

Dass andere Krisen folgen werden - nicht nur Pandemien, sondern auch Energie-, Klima-, Umweltkrisen, Ressourcen-Verknappung verschiedenster Art, natürliche und menschengemachte Katastrophen - ist eine wichtige Feststellung. Statt blind vor Glück über das nahende Ende der Pandemie wieder in die alten Lebens- und Gewohnheitsmuster zu verfallen, ist dies der Moment für ein paar bleibende Veränderungen. Z.B. Ferien öfter im eigenen Land statt am andern Ende der Welt zu planen. Oder einfach um etwas mehr Zufriedenheit mit unsern doch sehr privilegierten Verhältnissen in der Schweiz aufzubringen. Ja, mich hat die Pandemie verändert. Sie hat mich gelassener, wahrscheinlich auch bescheidener gemacht. Mir ist bewusst geworden, dass man auch in einer schwierigen Zeit unbeschadet über die Runden kommen kann. Was zählt und was nicht, darüber zerbreche ich mir nicht mehr den Kopf. Wie wenig es doch braucht! Ich habe mir ein immaterielles und auf meine persönlichen Bedürfnisse abgestimmtes „Notfall-Paket“ zusammengestellt, in dem ich aufbewahre, was Körper, Geist und Seele zum Überleben benötigen. Tipps und Ideen, aber auch einige Faustregeln. Entscheidend ist nicht nur, was das Paket enthält, sondern was es nicht enthält. Von allerlei unnützem Wohlstandsballast habe ich mich nämlich befreit. Das tut gut und macht widerstandsfähiger für die nächste Krise.

Kathis Scills

Kuhglockenschwinger

Vielleicht bin ich jüngst nicht ganz korrekt gewesen. Möglicherweise habe ich mich sogar, erst noch vorsätzlich, einer Nötigung schuldig gemacht. Behinderung einer Amtshandlung liesse ich mir aber nicht vorwerfen. Eher habe ich nämlich eine Amtshandlung gefördert.

In unserem an Baustellen reichen Quartier standen seit Wochen und jeweils den ganzen Tag grosse Fahrzeuge, die an einer engen Strassenstelle im Bereich einer Kreuzung abgestellt worden sind. Ich konnte, beziehungsweise musste, im Verlauf der Zeit diverse gefährliche Situationen beobachten und habe mir besonders um die Schulkinder und alle Fussgänger Sorgen gemacht.

Mit Verzeigungen tue ich mich schwer, und mit Diskussionen erreiche ich selten etwas. Ein vorbeifahrendes Polizeiauto hat mich aber aus meinem Dilemma befreit. Ich konnte es anhalten und mit den darin sitzenden Polizeibeamten ein nettes Gespräch führen. Den beiden sehr zuvorkommenden Herren habe ich einen Deal angeboten. Gegen die Zusage, dass niemand gebüsst würde, wollte ich ihnen mitteilen, wo sie mit einer freundlichen Intervention eine unfallträchtige Situation bereinigen könnten. Erfreulicherweise ist dieser Deal sofort zustande gekommen. Jetzt besteht die von mir bemerkte Gefahr bereits nicht mehr.

Dass die beiden Polizeibeamten den Bussenblock nicht zücken durften, könnten sie mir schon als nötigend anlasten. Beim zweiten möglichen Tatbestand ist meine Bilanz allerdings ausgeglichen, denn ich habe je eine Amtshandlung gefördert und behindert. Dem Vorwurf der Nötigung, den mir die netten Polizeibeamten ohnehin nicht machen würden, würde ich das Wort „Vernunft“ entgegenstellen. Vernunft und Verhältnismässigkeit bringen uns eben weiter als die Brissago rauchenden covidkranken Kuhglockenschwinger, bei denen der Bussenblock der Polizeibeamten in diesen Zeiten nicht oft genug gezückt werden kann.

 

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Und noch etwas:

Dass ich vorstehend den Begriff "Kuhglockenschwinger" verwende, bin ich den zahlreichen von mir geschätzten Trychlern und Schellern schuldig, die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen und auch in Pandemiezeiten nicht kopflos, aber verlässlich und solidarisch sind.

Putin für immer

Ich bin ein Augenmensch. Mein Gedächtnis funktioniert am besten über das Sehen, über Bilder, die ich mit Information und Inhalt verknüpfe. So fällt es mir leicht, Erinnerungen, die mir sonst entschwinden würden, bis ins Detail abzuspeichern, um sie bei Bedarf wieder abzurufen. Das Visualisieren im Kopf dient mir als hervorragende Memorisierungstechnik, die ich nicht bewusst gewählt habe. Sie ist mir gewissermassen in die Wiege gelegt oder von Mutter Natur offeriert worden. Man kann es nennen, wie man will. Irgendwann einmal stellte ich fest, dass für mich Bilder zuverlässige Datenträger mit hoher Speicherkapazität und geringem Fehlerpotenzial sind. Seither nutze ich das interne Angebot gezielt und gerne. Es ist energieeffizient und umweltfreundlich. Nachhaltigkeit pur. Nebst wertvoller Gedächtnishilfe generiert ein solches Visualisierungssystem aber auch Nebeneffekte. Das müsste zwar nicht sein, aber im Gegensatz zu unerwünschten Nebenwirkungen bei Medikamenten stören diese hier nicht und sind garantiert harmlos. Folgendes Beispiel zeigt, was ich meine. Immer wenn ich Wäsche zum Trocknen aufhänge, denke ich an Wladimir Putin. Ich sehe ihn dann jeweils, wie er meine Vorgehensweise und die von mir an der Leine befestigten Kleidungsstücke inspiziert. Bereits seit vielen Jahren verfolgt mich der Putin’sche Wäsche-Experte in der Waschküche, und ich schaffe es nicht, ihn abzustreifen. Da er meine Arbeit aber nicht behindert und auch sonst keine Probleme verursacht, lasse ich ihn gewähren. Denn sobald ich die Waschküche verlasse, entschwebt Putin leichtflüchtig, geruchlos und klimaneutral. Gemessen am Nutzen, den mir die Visualisierungsgabe einbringt, ist das eine Nebenwirkung, mit der ich leben kann. Putin für immer? Als Geist meinetwegen…

 

Kathis Putin


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