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Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

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Als könnte man dem Virus mit Ignoranz den Garaus machen

COVID-19 ist noch nicht besiegt, und es ist unklar, was uns die nächsten Monate und Jahre noch bescheren werden. An den drohenden Worst Case glaube ich zwar nicht, denn ich bin Optimistin aus Überzeugung. Dennoch gehöre ich zu den Vorsichtigen und möchte den Tag nicht vor dem Abend loben. Nach einer Zeit des freiwilligen Rückzugs aus der Öffentlichkeit bewege ich mich inzwischen wieder ziemlich frei. Beim Einkaufen trage ich allerdings eine Maske, Menschenansammlungen gehe ich aus dem Weg und auch den ÖV meide ich nach Möglichkeit ganz. Was mich fast mehr ängstigt als die Pandemie selbst, ist das Verhalten vieler Leute. An ihnen scheinen alle Aufrufe zur Vorsicht und zum Abstandhalten vorbeigegangen zu sein. Als könnte man dem Virus mit Ignoranz den Garaus machen, kommen sie einem in geschlossener Formation zu Dritt oder zu Viert auf dem Trottoir entgegen. Entweder man weicht auf die befahrene Strasse aus oder man akzeptiert Körperkontakt. Beides ist wenig ratsam. Wenn man im Supermarkt sieht, wie Kunden und Kundinnen ohne Maske das Gemüse nach dem schönsten Stück durchwühlen, verliert man den Appetit auf den frischen Broccoli, der eigentlich auf dem Speiseplan stand. Liest man in der Zeitung, dass über das Wochenende in zahlreichen Städten Massendemonstrationen stattfanden und dass sich entlang der Seepromenade Spaziergängerinnen und Spaziergänger gegenseitig auf die Füsse traten, dann fragt man sich, ob Optimismus nicht doch eher eine Folgeerscheinung von Naivität ist.

Unverdiente Glorifizierung

Die nachträgliche Verherrlichung der Jugendunruhen von 1980 geht mir gegen den Strich. Ich gehöre zwar zur 68er-Generation, bin aber nie in die zerstörerische Gewalt involviert und nie an Demonstrationen beteiligt gewesen. Gleiches trifft auch auf meine Frau zu. Für sie ist die Erinnerung allerdings wesentlich unerträglicher, denn sie ist damals als Unbeteiligte auf dem Weg zur Wohnung zum absolut unschuldigen Opfer brutal prügelnder Stadtpolizisten geworden. Das Trauma hallt bis heute nach, nicht zuletzt deshalb, weil die üble Aktion der vermeintlichen Rechtshüter ungeahndet geblieben und einzig mit einem Entschuldigungsschreiben des zuständigen Stadtrates erledigt worden ist.

Bei meiner Frau und mir lösen die Krawall-Szenen dank unseren Vorgeschichten unterschiedlichste Reaktionen aus. Deshalb kann ich selbstverständlich hier nur meine eigenen Empfindungen wiedergeben. Sie sind von Abscheu geprägt, denn Gewalt und Zerstörung finde ich unerträglich. Dass man etwas will und bei Nichterfüllung eines Wunsches mit Krawall reagiert, kann ich nur mit Verachtung quittieren. Aus diesem Grund ertrage ich es auch nicht, wenn aus der ehemaligen Szene Selbstlob und Stolz erklingt. Manchmal frage ich mich sogar, ob bestimmte Exponentinnen und Exponenten das Denken auslassen, wenn sie sich selbstgefällig auf die Brust trommeln.

Ich bin für die in der Schweiz garantierte Meinungsfreiheit und akzeptiere selbstverständlich auch friedliches Demonstrieren. Gewalt auf allen Seiten ertrage ich nicht. Wer mit zerstörerischen Krawallen etwas erzwingen will, darf sein Ziel nie erreichen, und er verdient ganz sicher keine retrospektive Glorifizierung.

Klick im Hirn

Erschütternd traurige Bilder, wie sie die Corona-Pandemie in New York, Italien und anderswo hervorbrachte, haben uns betroffen gemacht. Betroffenheit allein genügt indessen nicht. Solange es uns selbst gut geht, führen die stärksten Bilder nach und nach zur Gewöhnung und somit zur Abstumpfung. Wir bleiben unbekümmert und arglos. Das menschliche Abwehrsystem ist Fluch und Segen zugleich. Indem es uns für die Schrecken der Realität desensibilisiert, befreit es uns von unerträglicher Angst. Doch Angstfreiheit macht anfällig für die Gefahr. Erst der entscheidende Klick im Hirn bringt die richtige Einstellung. Unser Schicksal liegt weitgehend in den eigenen Händen.


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