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Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

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Echtes Engagement findet seinen Weg

Solange vermeintlich progressive Kräfte des linken Lagers geringfügig anders Denkende kurzerhand dem rechten Politspektrum zuordnen, schwächen sie die eigene Sache und stärken gleichzeitig den Gegner unbedacht und ohne Notwendigkeit. Sie übersehen, dass ihr Standpunkt und ihre Idee von kleinen Abweichungen und ergänzenden Gedanken profitieren und zu einer breiteren, stabileren Basis und zu mehr Akzeptanz insgesamt führen könnten. Werden Sympathisanten jedoch kalt und schnodderig und aus nichtigem Grund zurückgewiesen, suchen diese den Anschluss anderswo. Dort nämlich, wo noch Platz frei ist und wo sie sich positionieren können, weil eine grosse Spannweite des Denkens gewährt und sogar gewünscht wird. Echtes Engagement findet so immer seinen Weg!

Ressourcen mit Notwendigkeitscharakter

Nachdem wir unsern Nachwuchs nach bestem Wissen und Gewissen grossgezogen, ihm alle Steine aus dem Weg geräumt und zur bestmöglichen Bildung verholfen haben, wundern wir uns, wenn sich die jungen Erwachsenen nicht genügen und nach Selbstoptimierung suchen. Als wäre das Leben nicht herausfordernd genug, verlangen sie sich Überdurchschnittliches ab, sei es im Sport, bei der Arbeit oder anderswo. Das eigene Potenzial aufs äusserste auszuschöpfen, steht ganz zuoberst auf der Wunschliste. Auch wenn der Kraftaufwand gewaltig und der praktische Nutzen oft fraglich ist. Vielleicht handelt es sich um eine Mischform von Imponiergehabe und dem Bedürfnis, sich von der Masse abzuheben. Oder ist es schlicht ein Nachholbedürfnis? Das Verlangen nach Härte und Selbstdisziplin infolge jahrelanger Verwöhnung? Der Wohlstandsmensch verfügt jedenfalls über Energien, die sich, anders als in früheren Zeiten, nicht für die reine Selbsterhaltung erschöpfen. Heute will man sich verwirklichen und durch Leistung auffallen. Kraft, die einst in den Überlebenskampf gesteckt wurde, wird jetzt für Imagepflege, Karriere und Vergnügen benötigt. Luxusleben pur, müsste man meinen. Zumindest sieht es danach aus. Doch die Zeit bleibt in Bewegung und ändert sich. Mit ihr ändern sich auch die Lebensbedingungen, was sich wiederum auf die persönlichen Gepflogenheiten auswirkt. Während die Technik Neues am laufenden Band präsentiert, ruft uns der ganz gewöhnliche Alltag Altbewährtes und längst Vergessenes in Erinnerung. Wir stehen vor einer Trendwende, die einen sparsameren und wählerischen Umgang mit Energien, weniger unnötigen Kräfteverschleiss und schliesslich mehr gezielten Einsatz fürs Überleben statt fürs Image fordert und unsern Ressourcen den ursprünglichen Notwendigkeitscharakter zurückgeben will.

Als ob wir alle Idioten wären

Weil ich diesen Text als extrem hitzeempfindlicher Mensch in schweisstreibender Atmosphäre schreibe, wird er vermutlich ziemlich bissig. Das halte ich der Sache - gemeint ist die Werbung - aber für durchaus angemessen.

Mich hat soeben ein Coop-Superknaller erschreckt und beim Nachdenken gestört. Deshalb weiss ich noch immer nicht, was ein „Tsch, tsch“ nach Coop-Art ist, und ich kann auch noch immer keine Sympathie für den pseudoherzigen Sodastream-Knaben mit dem Sprachfehler und dem keine Flaschen mehr schleppen müssenden Vater entwickeln. Das Einheitsmuster einer ideenlosen Werbeagentur, das man an sinnlosen immer wiederkehrenden Aufzählungen erkennt, schätze ich allerdings sehr. Es zeigt mir beim Dauerfernsehen immerhin an, wie lang meine Pinkelpause sein darf. Dass ich nie erfahre, für welches Produkt der dümmliche Spot wirbt, ist hingegen nicht mein Problem.

Den Bettwaren-Fischer kenne ich seit Jahren. Ich weiss, dass er ein vorzüglicher Arbeitgeber ist und mit seinem Team hervorragende Produkte herstellt. Daher habe ich mich über seine selbstgefertigten Werbespots sehr gefreut. Jetzt, wo ich sie längst im Wortlaut nachspielen könnte, empfinde ich sie allerdings auch nicht mehr als ultraspannend. Ich bin daher froh, dass sie wenigstens zum Nachdenken anregen. Die Rätsel, warum Herr Fischer die Bettfedern auf den Boden fallen lässt, und wie tote Tiere Federn waschen können, würde ich nämlich gerne lösen.

Werbung ist vielfältig, manchmal inspirierend, anregend und unterhaltend, sehr oft aber von ätzender Langeweile. Werbung kann sogar unerträglich und saudumm sein. Dann frage ich mich, ob man uns in einigen Agenturen für Vollidioten hält. Gleichzeitig bedaure ich, dass es nicht eine Art von Werbe-Impressum gibt, mit dem man die hirnrissigsten Werber an den eigenen Pranger stellen könnte. Vielleicht bin ich ein Kleingeist, aber ich tilge meinen Ärger, indem ich schlecht beworbene Produkte boykottiere. Über Nachahmer würde ich mich freuen.

In manchen Fällen ist es mit einer Konsumverweigerung allerdings nicht getan. Dann muss man im wahrsten Sinn des Wortes kämpfen, obwohl sich Erfolge leider nur sehr selten einstellen. Ein solches Intermezzo erlebe ich derzeit mit der Migros, deren Werbeleute den Begriff „Grillitarier“ zigfach verbreiten und nicht wenigstens durch "Grillaner" ersetzen, obwohl sie wiederholt darauf hingewiesen worden sind, dass ihre unsägliche Wortschöpfung schlimmste Assoziationen bewirkt. Wer die Worte Grill und Arier zusammenfügt, hat entweder kein Geschichtsverständnis oder er ist ein empathieloser Ignorant. Ich halte das für beschämend, obwohl ich jetzt wenigstens weiss, dass die wirklichen Blöden nicht auf der Konsumentenseite zu finden sind. Das kann man übrigens sogar mit den zwar ebenfalls dummen, aber wenigstens kindisch-harmlosen Zischlauten aus der Coop-Grill-Werbung kommentieren. Wenn das nicht ein Superknaller ist…


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