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SALUZER Der BLOG

Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

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Das Spiel mit den Steuern

Alljährlich etwa um diese Zeit wird in unserem Haus gespielt. Nicht Frau gegen Mann, aber Frau und Mann gemeinsam gamen froh und heiter. In diesem Jahr ist uns sogar ein Rekord gelungen. Zu diesem hat uns das Steueramt unserer Gemeinde verholfen, denn die Formulare für die Steuererklärung sind schon am 29. Januar eingetroffen.

Wenn mit der Morgenpost die Steuererklärungsformulare bei uns eintreffen, liegt am gleichen Tag die ausgefüllte Steuererklärung im Briefkasten des Steueramtes. Wir haben dann auch schon berechnet, was wir für das laufende Jahr bezahlen müssen, da wir den Zahlungsauftrag in entsprechender Höhe immer auch am erstmöglichen Tag erteilen.

Vielleicht wundern Sie sich über dieses seltsame Gehabe. Wir haben es uns zuliebe erfunden, weil wir lieber Steuerlustige als Steuerpflichtige sind. In unserem Bekanntenkreis schmunzelt man natürlich über unsere Hektik. Man anerkennt aber auch, dass wir als „Früh-Ausfüller“ hin und wieder mit einem Tipp für Spätzünder aufwarten können. Jetzt ist das gerade wieder einmal der Fall.

Das weltweite Zinschaos dauert wohl noch länger. Es ist daher anzunehmen, dass die Schweizerische Nationalbank bis auf weiteres an ihren Negativzinsen festhält. Als Folge davon wird mittlerweile manches Spar- und Kontokorrentkonto mit eben solchen Zinsen belastet. Das gilt teilweise schon bei einem Kundenguthaben ab 100’000 Franken. Weitere Verschärfungen sind denkbar. Weil die Banken ihre geringer gewordenen Margen mit hohen Gebühren aufpolieren, haben Sparer derzeit sehr schlechte Karten. Es interessiert sie daher ganz besonders, ob sie auch noch vom Steueramt für die Negativzins-Politik der Nationalbank bestraft werden.

In Zeiten mit positiven Zinsen wird der Zinsertrag im Wertschriftenverzeichnis eingetragen und bei den Einkünften verbucht. Dadurch erhöht sich das steuerbare Einkommen. Negativzinsen kann man im Wertschriftenverzeichnis aber nicht verbuchen, obwohl sie das steuerbare Einkommen vermindern. Eine steuerliche Ungleichbehandlung von positiven und negativen Zinsen hätte bei einer gerichtlichen Überprüfung jedoch kaum Bestand. Die Steuerbehörden müssen es daher akzeptieren, dass die Negativzinsen in der Steuererklärung in Abzug gebracht werden. Weil in den Formularen eine entsprechende Rubrik fehlt, kann man z.B. im Steuererklärungsformular des Kantons Zürich bei „16.3 Kosten für die Verwaltung des beweglichen Privatvermögens“ den entsprechenden Abzug machen.

Da wir unsere Steuerpflicht bereits wieder erfüllt haben, wollen wir die vorstehenden Erkenntnisse weitervermitteln. Etwas tun wir aber ganz sicher nicht: Wir trösten keinen, der über die hohe Steuerrechnung jammert. Solchen Leuten empfehlen wir vielmehr, dankbar zu sein. Grosse Steuerrechnungen sind schliesslich der Beweis für materiellen Wohlstand.

Unsere Bundespräsidentin

Soziale und politische Kompetenz, diplomatisches Gespür, sprachliche Brillanz und überdies eine Ausstrahlung, die Tote zum Leben erweckt – was liesse sich damit alles anfangen! Die Frage ist rhetorisch gemeint, denn das ideale Eignungs-Profil für ein hohes politisches Amt ist mehr als Wunsch und Vorstellung. Wir erleben es nicht oft, aber manchmal, dass einfach alles stimmt, was stimmen muss. Dass uns eine Politikerin ein gutes Gefühl vermittelt, weil sie klug, im richtigen Moment und passenden Ton sagt, was zu sagen ist. Zweisprachig, dreisprachig, viersprachig, ohne den Faden zu verlieren, ohne ins Stocken zu geraten und ohne sich von der Arroganz eines egozentrischen machtverwöhnten Gegenübers verunsichern zu lassen. Wenn sie zudem Charme und Empathie verströmt, dann ist das weit mehr, als man erwarten darf, und man ist glücklich, dass es in unserem Land solche Persönlichkeiten gibt.

Sommaruga

Kandiszucker und Salz

Vor kurzem bin ich im Gespräch mit Freunden in Selbstlob verfallen, weil ich angeblich noch nie gestohlen und nur selten gelogen habe. Nachträglich hat sich jedoch eine Behauptung als Unwahrheit erwiesen.

Dass ich äusserst selten lüge, stimmt. Auf einen besonders guten Charakter kann man das jedoch nicht zurückführen. Ich profitiere einfach von einer Technik, die ich im frühen Kindesalter erlernt und in den zahlreichen Jahrzehnten meines bisherigen Lebens perfektioniert habe. Die Technik ist genial: Man formuliert im Bedarfsfall einfach alles missverständlich. Dann sagt man nichts Unwahres und erreicht ohne Lüge das rhetorische Ziel. Für allfällige Folgen ist man dann auch nicht verantwortlich. In der Politik gilt mein System längst als Goldstandard.

Immer hilft mir das missverständliche Formulieren allerdings nicht. Wenn ich an meine letzte Selbstbeweihräucherung zurückdenke, muss ich nämlich unumwunden eingestehen, dass ich entgegen meiner Aussage tatsächlich schon einmal gestohlen habe und dafür auch recht schwer bestraft worden bin.

Meine Straftat hat sich vor langer Zeit in einer ca 1950 entstandenen Küche ereignet, also in einem spartanisch eingerichteten Raum, den ich mir noch immer bildlich vorstellen kann. Den Steingut-Schüttstein mit seiner gewellten Abtropffläche, auf der das Geschirr mit einem auch sonst vielseitig verwendbaren Kantholz gesichert worden ist, halte ich rückblickend für das wichtigste Küchenelement. Den auf vier dünnen Beinen freistehenden Thermaherd kann ich aber auch nicht vergessen. Er hat sich bei mir ziemlich nachhaltig „eingeprägt“, weil er eine Zeitlang mein Lieblingsturngerät gewesen ist, bis ich bei meinen vermeintlichen Kunststücken einmal den ganzen Arm auf eine heisse Herdplatte gelegt habe.

Repräsentativ ist unsere kühlschranklose Küche nicht gewesen. Wir mussten uns mit einem kleinen Schrank für die „Kolonialwaren“ und einem einfachen Holztisch bescheiden. Etwas ist uns aber fast luxuriös erschienen. Es gab nämlich in unserer Küche noch ein eingebautes Buffet mit seltsam geformten Glasschubladen bzw. Glasschütten. Das ist in Kinderaugen eine wahre Schatzkammer gewesen. Mehl, Salz, Zucker und noch viel mehr hat in den Buffetschubladen Platz gefunden. In so einer Schublade bin ich eines Tages auf einen funkelnden Schatz gestossen. Man hat ihn Kandiszucker genannt. Seinem Anblick konnte ich nicht lange widerstehen. Deshalb bin ich zum Dieb geworden.

 Triologie

 

Leider ist mein Raubzug auf Mutters Schätze nicht unentdeckt geblieben. Ich bin in flagranti ertappt und unverzüglich brutal bestraft worden. Die Wohltat der Omertà sollte ich mir durch das Verzehren eines grösseren Salzklumpens erkaufen. Dem jugendlichen Dümmlig, der mir die Strafe als Preis für sein Stillschweigen auferlegt hat, und auch mir selbst sind die möglichen Folgen der von mir eingegangenen Verpflichtung nicht bewusst gewesen. Jedenfalls habe ich mich mit einem Suppenlöffel hinter Mutters Salzschale gemacht. Wenn ich mich daran erinnere, wird mir immer noch schlecht. Schlecht ist mir auch damals geworden. Das endlose Erbrechen hat mich aber vor grösseren Schäden bewahrt.

Salzlos lebe ich übrigens heute noch nicht. Ich weiss dafür, was es bedeutet, wenn einem die Suppe (bzw. der Kandiszucker) versalzt wird.


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