saluz.com

 

 

 
 
Wo immer wir sind, was immer wir tun, hier informieren wir Sie:
saluz.com

SALUZER Der BLOG

Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

SALUZER Der BLOG Final

 

Selbstaufopfernd selbstverliebt

Selbstverliebtheit gab es schon immer. Neu und schwer erträglich ist, dass sie in den Medien vermehrt exhibitionistisch zelebriert wird. Influencerinnen und Influencer produzieren sich im Internet und erklären uns den idealen Vorzeigemenschen. Am Fernsehen lässt man die Bachelorette ihr Schönsein zur Schau tragen und aus einem exklusiven menschlichen Sortiment das „beste männliche Stück“ für das Leben zu Zweit auswählen. Als handle es sich um eine herausragende Charaktereigenschaft oder Leistung, die eine Auszeichnung verdiente, fliegt den selbstverliebten Individuen grosse Bewunderung zu. Das ist nicht nur erstaunlich, sondern unglaublich, zumal heute eher nachgewiesene Tatsachen angezweifelt werden, als dass man sich auch nur geringfügig täuschen oder verführen liesse. Der moderne Mensch ist misstrauisch und ein scharfer Denker, der kein Pardon kennt. Ein Widerspruch also? Liegt in der Widersprüchlichkeit am Ende der Ausgleich zum knallharten Kopfregime? Braucht es als Ausgleich zur Kultur des Zweifelns und Hinterfragens zwischendurch etwas Weiches, das anspruchslos und unkontrolliert das Herz erreicht? Leichtverdauliche Instant-Kost fürs Gemüt? Vielleicht macht die vermeintliche Widersprüchlichkeit ja gerade wegen ihrer Unsinnigkeit Sinn. Und womöglich zeichnet sie sich dadurch aus, dass sie schnell verpufft und keine Spuren hinterlässt. Jedenfalls nicht im Kopf. So gesehen sind Selbstverliebte Opfer ihrer selbst. Sie machen sich etwas vor, um andern klares Denken zu ermöglichen.

Künstliche emotionale Intelligenz gibt es nicht

Emotionale Intelligenz gelte im Berufsleben zunehmend als gefragte Kompetenz und sei etwas, worauf meist schon im Job-Interview geachtet werde. Mich erstaunt, was ich soeben lese, und ich frage mich, was wohl wahr ist an dieser Aussage und ob hier nicht eher Wunsch mit Wirklichkeit verwechselt wird. In einer Zeit, da Algorithmen bestimmen, ob man Stellensuchende überhaupt als Kandidaten zur Kenntnis nimmt und zum Gespräch einlädt, ist es schwer denkbar, dass Wert auf emotionale Intelligenz gelegt wird. Herrscht nicht vielmehr die Meinung vor, dass die Abwesenheit derselben eine Leistungssteigerung bedeutet, während jede Form von Emotionalität unnötig den Arbeitsprozess stört? Ich wünschte, meine Überlegung wäre falsch! Zumindest unlogisch ist sie leider nicht. Ohne emotionale Intelligenz gibt es keine Empathie und ohne Empathie keine Menschlichkeit. Doch seien wir ehrlich - wo die Menschlichkeit fehlt, ist der materielle Profit oft am grössten. Ich glaube deshalb nicht, dass man der emotionalen Intelligenz zurzeit die verdiente Aufmerksamkeit schenkt. Hingegen glaube ich an ihr Comeback irgendwann und irgendwo. Aussterben wird sie nicht, solange es Menschen gibt, die ihr Denken nicht völlig an die künstliche Intelligenz delegieren. Denn künstliche emotionale Intelligenz ist definitiv ein Produkt der Fantasie.

Brennende Gedanken

Dass die Kathedrale des Erzbistums Paris, die berühmte Notre-Dame de Paris, durch einen Brand schwer beschädigt worden ist, macht in Frankreich und in der ganzen Welt viele Menschen traurig. Der Schaden soll daher so schnell als möglich behoben werden, damit das prachtvolle Gebäude nach einiger Zeit wieder unversehrt dasteht. Das ist verständlich und hat eine unglaublich grosse Spendebereitschaft ausgelöst. Schon nach kürzester Zeit sollen über 600 Millionen Euro zugesichert worden sein, und es dürfte noch lange Zeit Geld gespendet werden. Weil die durch Feuer und Wasser entstandenen Zerstörungen immens sind, ist das auch nötig. Ich frage mich trotzdem, weshalb Spendengeld zur Rettung eines Kulturgutes so schnell und so reichlich fliesst, während Geld für hungernde, von Krieg oder Naturkatastrophen bedrohte oder sonst wie in Not geratene Menschen so schwer zu beschaffen ist. Leben sei das höchste Gut, habe ich einmal gelesen. Das stimmt wohl, aber als Kulturgut wird es nicht anerkannt…

Wenn Notre-Dame de Paris nach einiger Zeit wieder in alter Pracht erstrahlt, können sich die Spender aus aller Welt dort treffen, um zu verkünden, dass jedes einzelne Menschenleben mehr als ein Kulturgut ist. Der Brand einer wunderschönen Kathedrale macht traurig, wenn aber die Welt brennt, bleibt uns gar nichts mehr.


Kontakt

www.saluz.com

c/o Katharina + Peter-Jürg Saluz-Gsell

Frohbergstrasse 80a

CH-8620 Wetzikon ZH

E-Mail: info@saluz.com