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SALUZER Der BLOG

Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

SALUZER Der BLOG Final

 

Pferdefuss und Energie

Eine Enkelin von mir liebt Pferde und ist an allem interessiert, was es über diese Tiere zu erfahren gibt. Glücklicherweise kann ich noch etwas mithalten und Wissen reaktivieren, das ich vor etlichen Jahrzehnten erworben habe. Es macht mich natürlich schon ziemlich stolz, wenn ich der jungen Reiterin etwas Pferdisches erklären oder rossbezogene Fragen beantworten kann. Schliesslich löst die Bewunderung eines Enkelkindes bei jedem Neni eine Welle von Glückshormonen aus. Hoch zu Ross fühle ich mich aber trotzdem nicht. Mein Wissen aus der Antike hilft mir nämlich längst nicht immer, denn es hat sich vieles verändert. Auch neue Erkenntnisse sind hinzu gekommen. Deshalb könnte die kindliche Bewunderung sehr schnell in eine mein Ansehen schmälernde Verwunderung umschlagen. Ich bin daher immer auf der Hut und vor allem darauf bedacht, meine allfälligen Wissenslücken mit den aus der Politik bestens bekannten Tricks zu camouflieren. Kürzlich hat mich das Schicksal trotzdem ereilt und um etliche Bonuspunkte gebracht. Meine Enkelin wollte nämlich wissen, warum in unserer Nachbarschaft Pferde auf elektrisch betriebene Laufbänder gestellt werden, obwohl man doch mit der Pferdekraft Energie herstellen könnte und nicht verbrauchen müsste. Die Antwort auf diese im heutigen Umfeld hochaktuelle Frage bin ich der jungen Pferdeliebhaberin schuldig geblieben, weil mir dazu wirklich überhaupt nichts Logisches eingefallen ist. Vielleicht fragt mich meine Enkelin dafür beim nächsten Mal, was ein Pferdefuss ist. Das kann ich ihr dann wieder bestens erklären und sogar illustrieren. Das Weisungsbüchlein zur Urnenabstimmung vom 21. Mai 2017 über das Energiegesetz hilft mir dabei, denn - besonders zwischen den Zeilen - ist im Gesetzestext mancher Pferdefuss versteckt. Weil zudem über das Unausgegorene dieser Vorlage „sogar ein Ross lachen muss“ schliesst sich der Kreis dann wieder. Enkelin und Neni können sich daher erneut den richtigen Pferden zuwenden.

Wieder einmal flirten

Weil ich in fortgeschrittenem Alter bin, habe ich das Flirten längst verlernt, vielleicht früher aber ohnehin nur in meiner Phantasie beherrscht. Jetzt würde mir die entsprechende Gabe allerdings sehr nützen. Ein Ziel meiner Begierde ist nämlich längst ausgemacht. Ich weiss sogar, wie es heisst, nur sein Geschlecht kenne ich nicht. Deshalb ist mir auch nicht klar, ob ich das Flirten lieber meiner Frau überlassen oder doch wieder einmal selbst praktizieren soll. Vielleicht komme ich dann aber sogar Ihnen, liebe Blog-Leserin, lieber Blog-Leser, ins Gehege. Es ja durchaus möglich, eher sogar wahrscheinlich, dass wir täglich die gleichen vierfarbigen Blumen (Google ordinaris) giessen. Jetzt wissen Sie also schon, wen ich im Visier habe. Mein Flirtobjekt heisst tatsächlich Google, und ich will vielleicht mehr von ihm als Sie. Mir genügt es nicht, wenn ich eine Antwort bekomme. Ich will zur Kenntnis genommen und mit diesem Blog, den wir SALUZER nennen, tief in der Google-Seele verankert werden. Deshalb wäre gekonntes Flirten jetzt so wichtig. Ich übe und übe und hoffe auf Erfolg. Vielleicht habe ich dann ja bald ein Aha- bzw. Yahoo- und Google-Erlebnis und anschliessend die Möglichkeit, wieder geistreichere Blog-Texte zu verfassen. Das birgt allerdings die Gefahr in sich, dass mich dann nach Meinung bestimmter Kritiker wieder "keine Sau versteht".

Schweinische Überforderung

Dass man sich als Blog-Verfasser über Zustimmung freut, ist sicher nicht aussergewöhnlich. Gegen Kritik darf man sich aber auch nicht verwahren. Bekanntlich wächst man an ihr. Mit dem Kommentar „Das versteht ja keine Sau.“ lässt sich allerdings wenig anfangen, wenn die Kritiker nicht einmal benennen können, auf welche Textpassage bzw. auf welchen Beitrag sich ihr herbes Urteil bezieht. Es wird dann höchstens erkennbar, welche Korrelation zwischen einer gewissen Bildungsferne und einem ausreichenden Sprachverständnis besteht. Wenn „kein Schwein einen Text versteht“, spricht das nicht gegen das sympathische Borstentier, aber auch nicht unbedingt gegen den Verfasser eines angeblich unverständlichen Textes. Unverständlichkeit kann nämlich durchaus ein aus Boshaftigkeit gewähltes Stilmittel sein. Es gibt dafür aber auch eine andere mögliche Erklärung. Die fände man dann nicht auf Autorenseite, dafür aber in der Schulzeit der Nörgeler. Gekränkt über diesen Text wird niemand sein, denn die eigentlich Angesprochenen - und allenfalls die Schweine - werden oder wollen ihn ja ohnehin nicht verstehen.


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c/o Katharina + Peter-Jürg Saluz-Gsell

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