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Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

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Von Abgewählten und nicht mehr Gewählten

Der vermeintliche Pleonasmus im Titel lässt sich erklären: Abgewählt ist jemand, der auf einer an sich erfolgreichen Liste nach hinten durchgereicht und daher von schlechter positionierten Kandidaten überflügelt wird. Bei den letzten Nationalratswahlen hat das erfolgreich funktioniert und einige Prominente buchstäblich aus dem Bundeshaus katapultiert. Darüber freue ich mich.

Traurig macht mich das Schicksal der nicht mehr Gewählten. Ihr Ruf ist untadelig und der Leistungsausweis beeindruckend. Das zeigt sich als Ausdruck von Wertschätzung in den vielen Kandidatenstimmen, die zahlreich kumuliert und panaschiert worden sind. Besiegelt hat das Schicksal der nicht mehr Gewählten einzig die Schwäche ihrer Partei und der damit verbundene Sitzverlust.

Wenn gute Politikerinnen und Politiker systembedingt aus der Politik ausscheiden, ist das ein Verlust und für mich Grund genug, wieder einmal über das geltende Wahlsystem nachzudenken. Weil ich Realist bin, rechne ich allerdings nicht damit, dass ich noch eine Verbesserung des Proporzsystems erleben werde. Wenn ich das Thema hier trotzdem aufgreife, verfolge ich deshalb nur einen Zweck. Die nicht mehr Gewählten sollen erfahren, dass ihr Ansehen nicht gelitten hat und ihre Leistung weiterhin anerkannt bleibt. An sich selbst zweifeln müssen diese Personen daher nicht. Das können sie den Abgewählten überlassen. Bei denen stösst man allerdings selten auf Selbstkritik, obwohl diese, sofern sie schon während der Legislatur erwacht wäre, möglicherweise sogar gewisse Abwahlen verhindert hätte.

Ironie für die Katze

Ironie ist nicht eines jeden und einer jeden Sache! Sie ist unberechenbar und passt nicht immer. Zurückhaltend angewandt, wird sie nicht erkannt. Überbordet sie, entgeht ihr das, was sie auszeichnen sollte, die fröhlich entwaffnende Wirkung der simplen Verdrehung. Doch ob sie ankommt, ist nicht bloss eine Frage der Dosierung. Sie selbst bestimmt, ob und von wem sie verstanden wird. Wen wundert es also, wenn vor ihr gewarnt wird! Wer für die Feinheiten von Sprache und Tonfall ein Ohr hat, der weiss, was ich meine. Ironie erklären zu müssen, ist frustrierend. Es entspricht dem Nachzünden einer traurig fehlgezündeten Blendgranate. Dafür sind Worte zu schade. Dann doch lieber ohne Ironie. Oder gleich für die Katze. Sie versteht nämlich alles…

Für einen Titel fehlen mir die Worte

Was ich in diesen Tagen lesen muss, verschlägt mir die Sprache. Mir ist speiübel, richtig elend. Offenbar gibt es einen Parlamentsbeschluss, der eine Änderung der Tierschutzverordnung nötig macht. Das Schreddern lebender Tiere soll vom 1. Januar 2020 an verboten sein. Ich empfinde das als grauenhaft. Es ist eine Ungeheuerlichkeit und absolut unerträglich, dass man bis jetzt lebende Kücken durch eine Art Fleischwolf drehen durfte und das nach Meinung der Politik noch bis Ende Jahr tun kann.

Wenn der Bundesrat die Ansicht vertritt, das tierquälerische Schreddern von Kücken sei bis zu Inkrafttreten der neuen Bestimmungen weiterhin zulässig, widerspreche ich ihm aus ethischen und aus juristischen Gründen. Die Ehrfurcht vor dem Leben, die uns schon Albert Schweitzer vermittelt hat, müsste eigentlich auch die Bundesratsmitglieder inspirieren, und dass jede Art von Tierquälerei verboten ist, auch wenn sie in den Gesetzen und Verordnungen noch nicht explizit erwähnt wird, kann niemand bestreiten. Ich bin jedenfalls der Meinung, dass ab sofort jedes Schreddern von Lebewesen als Offizialdelikt strafrechtlich verfolgt werden muss. Für die passiven und aktiven Tierquäler kann man zur Abschreckung trotzdem Schredderanlagen aufstellen. Wenn sie ihre Ethikdefizite beseitigen, werden ja sogar sie zu Lebewesen, und dann dürfen auch sie nicht im Schredder enden...


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