SALUZER Der BLOG
Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

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- Peter-Jürg Saluz
Es ist schon so: Der Teufel begleitet mich am Tag und in meinen nächtlichen Albträumen. Er hat keinen guten Charakter, ist – was er als Teufel ja sein muss – diabolisch, rücksichtslos und hinterhältig. In meinen schlimmen Träumen sehe ich ihn bildlich vor mir, etwa der rechtsseitigen Zeichnung entsprechend.
Dass ich bei diesem Anblick an Amerika denke, ist wohl selbstverständlich. Ich kann dann für einen kurzen Moment ein anderes Bild heraufbeschwören. Auch dieses sehen Sie hier. Es ist auf der linken Seite der Zeichnung abgebildet.
Beim Betrachten beider Bilder zieht man ganz automatisch Vergleiche. Auf der einen Seite sieht man aus opportunistischen Gründen geheuchelte Religiosität. Daneben sieht man einen Mann, der wirklich religiös gesinnt und absolut friedfertig gewesen ist. Der Gehörnte verlangt nachdrücklich etwas, was sein Gegenüber verdienstvollerweise in seinem kurzen Leben erhalten hat: den Friedensnobelpreis. Einer der Abgebildeten hat in Washington, D.C. und andernorts riesige Menschenmengen begeistert. Sein "Gegenpart" sieht sich, wenn alles gut geht, vielleicht auch bald einmal mit laufend grösseren Menschenmengen konfrontiert. Statt Begeisterung wird er dann hoffentlich nur Verachtung spüren.
Sie haben sicher schon längst bemerkt, dass ich einen Vergleich zwischen Donald Trump und Martin Luther King ziehe. Mir wird dabei ein riesiger, schmerzlicher Unterschied bewusst. Martin Luther King ist am 4. April 1968 im Alter von 39 Jahren einem Attentat zum Opfer gefallen. Donald Trump vollendet am 14. Juni sein achtzigstes Lebensjahr.
An dieser Stelle will ich das Vergleichen beenden und Ihnen das Schlussfolgern überlassen. An Martin Luthers Worte " have a dream" werde ich mich immer wieder erinnern.
Ich selbst habe keinen Traum, aber manchmal eine Vision: America without Trump! Das soll bzw. darf jedoch keine Aufforderung zu einer Gewalttat sein – schliesslich ist Martin Luther King für mich das beste amerikanische Vorbild.
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- Peter-Jürg Saluz
Steter Tropfen höhlt den Stein. Diese Erkenntnis nützt nur wenig, wenn etwas Hohles steinerweichend sein müsste.
Wiederkehrend höre ich immer das Gleiche viel zu oft. Ich mag vor allem die undifferenzierten Behauptungen nicht, die täglich verbreitet werden. Ein unangenehmes Beispiel dieser Art ist die Verwendung des Wortes „Antisemitismus“, das man jenen, also auch mir, immer wieder um die Ohren schlägt. Ich fühle mich verletzt und angegriffen, wenn man mich dem entsprechenden Lager zuordnet.
Antisemit bin ich nicht und könnte ich auch nie werden. Das unendliche Leid jüdischer Menschen vergesse ich sicher nie. Der Holocaust und auch die Verbrechen der Neuzeit bleiben in meinen Gedanken immer präsent. Zudem sind durch den Terrorangriff der Hamas, der im Jahr 2023 weit über 1000 mehrheitlich jüdische Opfer gefordert hat, die seelischen Wunden erneut aufgerissen worden. Das jüdische Leiden löst bei mir immer und immerwährend Trauer aus.
Trauer empfinde ich ohnehin ständig, denn Kriegsverbrecher, Kriegsförderer und Kriegsdulder sind allgegenwärtig. Leiden müssen ihretwegen immer Unschuldige, so beispielsweise auch im Gazastreifen und in den von Israel angegriffenen und annektierten Gebieten.
Dass Kriegsverbrechen mit Kriegsverbrechen gesühnt werden, ist schrecklich. Deshalb kritisiere ich auch den jüdischen Staat. Unter der heutigen Führung ist Israel nichts mehr und nichts weniger als ein Schurkenstaat. Was dieser der palästinensischen Bevölkerung und den Menschen in den an Israel angrenzenden Gebieten antut, ist teilweise absolut verbrecherisch und geht weit über die notwendige Landesverteidigung hinaus.
Wenn ich mit Fug und Recht feststelle, dass ich kein Antisemit bin, gebe ich doch zu, dass ich gewisse Jüdinnen und Juden verachte. Gemeint sind die Siedler, die nicht einmal vor schlimmen Gewalttaten zurückschrecken, wenn sie zum Hausbau in palästinensisches Land einfallen. Diese üblen Figuren schädigen das Ansehen ihres eigenen Landes und lösen teilweise auch pauschale Hasswellen aus.
Wer die ganze jüdische Bevölkerung Israels in einen Topf wirft, verdient die Bezeichnung „Antisemit“. Derjenige, der differenziert und nur die Regierung Netanjahu oder die rechtsextremen Siedler verachtet, muss dieses Etikett nicht tragen. Es darf aber auch nicht sein, dass jene Menschen als ehrlich und lauter gelten, die für alle israelischen Schandtaten eine Entschuldigung finden, weil sie – sozusagen historisch – ein schlechtes Gewissen haben.
Wer Leute meiner ehrlichen Gesinnung als Antisemiten bezeichnet, sollte vorsorglicherweise möglichst bald eine Rechtsschutzversicherung abschliessen.
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- Peter-Jürg Saluz
Verschwörungstheoretiker, Schwurbler und Sektierer lehne ich entschieden ab – unabhängig vom Geschlecht. Diese Haltung gründet auf eigenen Erfahrungen. Da ich auch den etablierten Religionen und der Bibel wenig abgewinnen kann, werde ich bisweilen als orientierungslos eingestuft. Diese Einschätzung greift jedoch zu kurz.
Meine Lebensleitplanken bestehen aus persönlichen Prinzipien, die mich zu einem fairen Umgang mit anderen Menschen verpflichten. Zudem achte ich grundsätzlich darauf, der Umwelt nicht zu schaden, und erhebe meine Stimme gegen Ungerechtigkeiten aller Art. Das Wohlbefinden von Tieren, Kindern und älteren Menschen liegt mir besonders am Herzen, da ich Verletzlichkeit und Schutzbedürftigkeit sehr intensiv wahrnehme.
Dass ich ein guter Mensch bin, würde ich unter diesen Voraussetzungen nicht behaupten. Ein guter Mensch sein zu wollen, ist jedoch mein Anspruch. Gleichzeitig gestehe ich mir zu, auch meine weniger positiven Eigenschaften zuzulassen. Wenn ich Hass empfinde, äussert sich dieser oft eruptiv. Es handelt sich dabei nicht um ein vorübergehendes Gefühl, sondern eher um eine anhaltende Regung, die mich über längere Zeit begleitet, da sie für mich nie grundlos entsteht.
Dennoch bin ich selbstkritisch. Wenn ich erkenne, dass ich ungerecht gehandelt habe, bemühe ich mich, dies wieder gutzumachen. Eine aufrichtige Entschuldigung gehört für mich selbstverständlich dazu.
Was mich gegenüber anderen Menschen aufbringt, lässt sich klar benennen: Uneinsichtigkeit, illoyales Verhalten, Geiz und Unehrlichkeit sowie alles, was Menschen, Tieren oder der Umwelt schadet. Wer sich ohne Begründung von mir abwendet, verliert meinen Respekt. Hingegen schätze ich es, wenn Menschen mich offen kritisieren und mir die Möglichkeit geben, mich zu erklären oder mein Verhalten zu ändern.
Trotz meiner Ungläubigkeit und gelegentlichen Sturheit sehe ich mich als umgänglichen Menschen. Wer mir vertraut und mit Sorgen zu mir kommt, findet bei mir ein offenes Ohr. Nur selten nehme ich selbst diese Rolle in Anspruch, doch gerade jetzt ist es wieder einmal der Fall.
Seit meiner Kindheit erlebe ich sporadisch Visionen, die mir nicht selten Angst machen. Mitunter kann ich Ereignisse sehr detailliert vorausahnen oder beschreiben, ohne zuvor Kenntnis davon gehabt zu haben. Menschen in meinem Umfeld reagieren darauf meist mit grosser Verwunderung.
In letzter Zeit beschränken sich diese Erfahrungen jedoch nicht mehr nur auf Visionen. Zunehmend treten Déjà-vu-Gefühle auf, die zunächst parallel zur realen Situation beginnen, sich dann jedoch rasch von der tatsächlichen Entwicklung lösen. In solchen Momenten setzen Angst, Schmerz oder Freude bereits vor dem eigentlichen Ereignis ein.
Mir ist bewusst, dass diese Schilderungen verwirrend wirken können. Dennoch teile ich sie, weil ich davon ausgehe, nicht der Einzige mit solchen Erfahrungen zu sein.
