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Schreiben, was wir denken - unabhängig und unbeeinflusst. Das wollen wir. Unsere Texte werden kritisch, politisch, besinnlich und kulturell geprägt sein und immer wieder durch etwas Neues, nicht selten auch Amüsantes, ergänzt werden. Kommentare und Textbeiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Sie werden von uns wahlweise veröffentlicht oder als Anregung verstanden.

 

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Ein Vorbild, das fehlt

Sie war bestimmt nicht böse gemeint, aber wenig taktvoll und ungewollt verletzend ist sie doch gewesen. Gemeint ist die Schlagzeile „Oh läck du mir-Sänger ist tot“, die in vielen Medien gleichlautend publiziert worden ist.

1978 mit Guido EugsterDass Guido Eugster nicht mehr lebt, macht viele Menschen traurig, nicht nur solche, die ihn und seine beiden Brüder als Trio Eugster verehrt haben. Wer Guido wirklich gekannt hat, wird ihn besonders deshalb vermissen, weil ein kluger, humorvoller und grundgütiger Mensch nicht mehr unter uns weilt. Ich jedenfalls werde mich so an ihn erinnern. Das musikalische Erbe, das wir ihm, Alex und Vic verdanken, bleibt uns ja erhalten.

Wenn ich an die weit, weit zurückliegenden gemeinsamen beruflichen Jahre mit Guido zurückdenke, werden viele schöne Erinnerungen wieder wach. Es ist dann, als ob die Fröhlichkeit bereits wieder zurückkehren dürfte.

Mein letztes Telefongespräch mit Guido werde ich nicht vergessen. Er hat mir begeistert von einem Familienausflug erzählt und mir einmal mehr gezeigt, wie dankbar er für seine wunderbare Ehefrau Edith, für seine Tochter Corinne, seinen Sohn Oliver, seine vier Enkelkinder und die ganze Familie gewesen ist. Das geht weit über das musikalische Vermächtnis von Guido hinaus. Wenn sich die Hinterbliebenen daran erinnern, wird sie das trösten, weil Guido von ihnen alles bekommen hat, was sich ein Mensch nur wünschen kann: Liebe, Zuneigung und Wertschätzung. Er hat das auch verdient. Und wenn schon ein Eugster-Titel als Schlagzeile dienen soll, dann schlage ich „Ganz de Bappe“ vor. Das würden nämlich Corinne und Oliver sagen, wenn man sie fragen würde, wie ein Vorbild für sie sein müsste.

Zwischen Macht und Menschlichkeit

Das kürzliche Schuldbekenntnis der deutschen Bundeskanzlerin lässt die Leute rätseln. Ein schlauer Schachzug? Taktik der gehobenen Art? Vielleicht bin ich naiv, wenn ich hinter Angela Merkels Entschuldigung „nur“ das sehe, was eine Entschuldigung sein will. Das Eingeständnis, einen Fehler begangen zu haben und die Grösse, ohne Ausflüchte dazu zu stehen.

Angela2Weshalb mich Frau Merkels jüngstes Statement so sehr beschäftigt, kann ich nicht genau sagen. Mir fehlt die logische Erklärung, dennoch habe ich eine Ahnung. Mich interessiert, was sich im Leben einer Politpersönlichkeit zwischen Macht und Menschlichkeit abspielt. In dem Bereich also, der sich dem öffentlichen Fokus entzieht und den man aufgrund von Gestik und Mimik zu entschlüsseln sucht. Ich widerspreche nicht, wenn die Kanzlerin als clevere Strategin bezeichnet wird. Aber ich erkenne weit mehr als das politisch-strategische Talent, das diese aussergewöhnliche Frau auszeichnet und sechzehn Jahre lang Bundeskanzlerin bleiben liess. Ihr nüchternes Wesen, welches ohne Schauspielerei und Extravaganzen auskommt, muss Ausdruck innerer Stärke sein. Angela Merkel verkörpert Authentizität in reinster Form und sie überzeugt durch ihre Überzeugung. Ein Gefühl, das sich nicht verwedeln lässt. Aus nachbarschaftlicher Distanz wünsche ich mir auch für die Schweiz einige Merkels. Persönlichkeiten, die nicht nur kämpferisch ihre Politik betreiben, sondern auch einmal innehalten und einen Fehler zugeben. Doch das wäre wohl zuviel verlangt.

Arrangement mit der Realität

Wenn ich meinen Schlüssel nicht mehr finde, denke ich nicht gleich, dass er mir gestohlen wurde. Ich gehe davon aus, dass ich ihn verlegt oder verloren habe. So passiert es mit manchen Dingen. Meistens lohnt sich die Suche nach dem vermissten Gegenstand, und ich finde ihn wieder. Dann bin ich jeweils froh, nicht überhastet jemanden des Diebstahls bezichtigt zu haben und nehme mir vor, künftig besser auf meine Sachen aufzupassen. Was banal und gewöhnlich tönt, kann sich ähnlich auch in grösserer Dimension abspielen. Nämlich dann, wenn ich zwar nichts verloren habe, aber den Weg nicht mehr finde. Wegen meines schlechten Orientierungssinns kam das früher hin und wieder vor. Wie unangenehm, peinlich oder sogar dramatisch das sein kann, weiss nur, wer es selber schon erlebt hat. Aus Scham spricht man kaum darüber, dabei wäre das Bedürfnis gross, sich jemandem anzuvertrauen. In meinem Fall ist das zum Glück Vergangenheit. Ich komme nicht mehr ab vom Weg. Für den mangelhaften Orientierungssinn habe ich mir einige Tricks angeeignet. Und es funktioniert. Ich lebe gut mit der naturgegebenen Schwäche, sie schlägt mir kein Schnippchen mehr. Es gibt ausreichend Mittel und Möglichkeiten zu deren Überbrückung. Mehr noch. Ich habe gelernt, mit dem Problem umzugehen, ohne mich deswegen eingeschränkt oder sonst wie benachteiligt zu fühlen. Statt gegen die Realität anzukämpfen, arrangiere ich mich mit ihr.

Es steht jedem frei, den Gedanken zu übernehmen und im Zusammenhang mit der Pandemie weiterzuspinnen…

 

Schlüsselblume


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